PRESSEMITTEILUNG
Dannenberg: Fukushima-Mahnwache – Gedenken und Empörung
Rund 120 Menschen fanden sich am Montagabend zur Fukushima-Mahnwache auf dem Dannenberger Marktplatz ein, flankiert von einigen Traktoren der Bäuerlichen Notgemeinschaft.
Jeden Montag findet diese Mahnwache seit der Reaktorkatastrophe vor fünf Jahren in Fukushima statt. Doch neben dem Gedenken an die Opfer der Katastrophe und den Versuch, die stillgelegten Reaktoren in Japan doch wieder ans Netz gehen zu lassen, ist der Treffpunkt auch ein Forum, um über die Gorleben-Problematik zu reden.
Empörung erntete der Vorsitzende der Endlagerkommission Michael Müller für ein Fernsehinterview, in dem er den Menschen im Wendland unterstellte, ihre Kritik am Standortauswahlgesetz und an der Arbeit der Kommission beruhe darauf, dass sie ein „großen Teil ihres Lebensinhalts“ verlören, würde sich Gorleben als Endlagerstandort erledigen.
„Das ist unverschämt“, entgegnete Wolfgang Ehmke auf der Dannenberger Kundgebung. Der Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. sagte, Müller diskreditiere die Wachsamkeit der Menschen im Wendland, die solange geboten sei, wie Gorleben im Topf möglicher Endlagerstandorte bliebe.
Der Bericht der Endlagerkommission bewege sich in ausgetreten Pfaden. Das Festhalten an der einzigen Option, ein Endlager in tiefen geologischen Formationen einzurichten, verkenne, dass der Stand von Wissenschaft und Technik längst fortgeschritten ist, die Möglichkeit, auch in tiefen Bohrlöchern Müll zu lagern oder andre Konzepte, würden einfach ignoriert. Allein die Tatsache, dass für Gorleben schon jetzt gesagt wird, dass der Salzstock trotz aller geologischen Bedenken im „Rennen“ bleibt, während immer noch über die Notwendigkeit eines Wasser abschirmenden Deckgebirges über einem künftigen Endlager gerungen wird, zeige, dass immer noch mit gezinkten Karten gespielt werde.
Ehmke: „Hier wächst der Zorn und wir freuen uns über die bundesweite Unterstützung.“
Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06
Fotos: Kina Becker
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