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Mit einer Abendveranstaltung hat der „People´s Climate Summit“ am 03.11.17 seine Pforten geöffnet.

Das Zusammentreffen engagierter KlimaschützerInnen aus vielen Ländern umfasst drei Abendveranstaltungen und zwei Workshop Tage, in denen verschiedenste Aspekte zum Klimawandel und dessen Folgen erörtert werden. Noch bis zum 07. November bietet diese Plattform die Möglichkeit intensiven Austauschs.

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Zentraler Anlaufpunkt für AktivistInnen ist eine Wiese direkt am Rhein, auf der ein Info-Punkt, eine VolXküche und ein großes Zirkuszelt stehen. Hier schlenderten bereits am Eröffnungstag zahlreiche internationale Jugendliche über die Wiese und bereiteten sich schon in ersten Grüppchen auf den anstehenden Aktionstag des Aktionsbündnis „Ende Gelände“ vor.

Die Podiumsdiskussion, die den People´s Climate Summit am Abend eröffnete, widmete sich vor gut 400 ZuschauerInnen dem Thema „Klimagerechtigkeit“. Ein international besetztes Podium berichtete aus persönlicher Sicht von ihren Auseinandersetzungen mit den Klimaveränderungen.

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Makereta Waqavonovono von den Fidschi Inseln betonte in ihrem Statement die existenziellen Gefahren für ihr Land angesichts des sich verändernden Klimas. Dabei sei zwar ein steigender Meeresspiegel ein großes Problem, doch viel größer sei momentan die Gefahr von verheerenden Zyklonen (Tropische Wirbelstürme). Knapp 900.000 Menschen leben auf den Inseln der Fidschis und die Betroffenheit der Klimaauswirkungen liegen bei 100% der Bevölkerung. 800 Dörfer mussten in sieben Monaten umgesiedelt werden, wobei die Kosten in vielen Fällen von den EinwohnerInnen selbst getragen werden mussten. Makereta stellte ebenfalls heraus, dass es sehr schwer sei an die Fördergelder des Green Climate Fund zu gelangen. Nur vereinzelte Projekte werden bisher überhaupt gefördert. Wohin das Geld aus dem milliardenschweren Fund gehe sei ihr bisher nicht klar.

Carroll Muffet vom Center for International Environmental Law (CIEL) aus den USA widmete sich inhaltlich der Möglichkeit Regierungen zu verklagen vor dem Hintergrund Menschenrechts. Bezüglich des sog. „2 Grad Ziels“ ( der Versuch die Erwärmung des Klimas in den kommenden Jahren um nicht mehr als 2° steigen zu lassen) kann er zwar Bemühungen seitens der Regierungen erkennen, diese seien aber gemessen am Ziel viel zu gering und vor allem viel zu spät. Für Muffet stehet vor allem der Energieerzeugungssektor in Gänze im Fokus. Nach seiner Ansicht haben es 50 Unternehmen global in der Hand die Klimaauswirkungen entscheidend und effektiv zu bekämpfen. Ölkonzerne wie Exxon Mobil forschten bereits seit 1957 über klimatische Auswirkungen und deren Wissenschaftler kamen ebenfalls zu Ergebnissen, die Grund zur Sorge in der Zukunft böten. Nach Muffet unterstehen die Regierungen und Menschen dem Diktat der Industrie. Das Menschenrecht ist eine juristische Frage und keine politische Frage betonte der Amerikaner. Regierungen und Unternehmen haben sich diesem Gesetz zu beugen. Muffet appellierte zudem eindringlich an die jungen Menschen, dass diese sich nicht verstecken sollen, sondern ihre Meinung auf die Straße tragen sollen. Sie sollen sich vernetzen und vor allem dürfen sie wütend sein und dies auch zeigen, denn sie haben die Probleme von älteren Generationen geerbt und die zukünftige Welt sei immer eine Welt der jungen Menschen.

Erweitert wurde das Podium von Saul Luciano Lliuya, einem Bergführer und Bauern aus Peru, der RWE verklagte. Kwami Kpondzo von Friends of the Earth International aus Togo sprach über die Ölförderung in Togo und Nigeria. Nguy Thi Khanh von GreenID aus Vietnam, die über die Bemühungen der vietnamesischen Regierung sprach den Klimawandel entgegenzutreten, da immer mehr Bauern mit Naturkatastrophen zu kämpfen hätten. Khanh betonte bereits erste Erfolge, da Vietnam sein Atomprogramm wieder beendet habe. Geplant waren 4 Reaktoren. Zudem habe man 30.000 Megawatt aus Kohlekraft reduziert.

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten die Pacific Climate Warriors mit einer traditionellen, spirituellen Einlage. Die Pacific Climate Warriors sind ein Zusammenschluss von Menschen, die die Südsee ihre Heimat nennen. Durch den Klimawandel sei nicht nur ihr alltägliches Leben bedroht, auch ihre Kultur und Kunst sehe sich der Unwiederbringlichkeit ausgesetzt.

Die Kampagne „Don´t nuke the Climate“ wird sich mit einem eigenen Workshop am Montag, den 06.11.2017, um 14.30h im Gustav- Stresemann-Institut in Bonn präsentieren. Um 11.00 Uhr wird vorher und an gleicher Stelle eine Pressekonferenz mit den ReferentInnen des Workshops stattfinden.

  • Das ansprechende und vielseitige Programm des Peoples Climate Summit ist zu finden unter => https://pcs2017.org

Bericht: Torben Klages und Fotos: Kerstin Rudek