Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Was ich nicht gefragt werde, beantworte ich auch nicht

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) hat im vergangenen Jahr begonnen, bundesweit geologische Daten für die Suche nach einem Endlagerstandort für hoch radioaktiven Atommüll zu erheben. Nach Standortauswahlgesetz sollen in einem ersten Schritt des Suchverfahrens Teilgebiete mit günstigen geologischen Voraussetzungen ermittelt werden. Ungeeignete Gebiete sollen durch die Anwendung von Ausschlusskriterien identifiziert und aus dem Suchverfahren ausgeschlossen werden.
Die niedersächsischen Landtagsabgeordnete Miriam Staudte (Grüne) hat nachgefragt, welche Daten das Land Niedersachsen der BGE übermittelt hat.
Die Antwort des niedersächsischen Umweltministeriums spiegelt, dass das Land nicht bereit, eine kritische und hinterfragende Rolle einzunehmen, kommentiert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI). Die Behörde verhalte sich nach dem Motto „Was ich nicht gefragt werden, beantworte ich auch nicht.“
So wird der Tatsache, dass weite Teile Norddeutschland von Eiszeiten berührt waren und mit Sicherheit wieder berührt werden, deshalb keine Bedeutung beigemessen, weil glaziale Ereignisse schlicht nicht zum Fragenkatalog des Standortauswahlgesetzes (StandAG) gehörten. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Das betrifft auch die Frage nach dem Ausschlusskriterium „Einbruchsee“ über einem Salzstock, wie es beim Salzstock Gorleben-Rambow der Fall ist, auch die Frage, ob ein Endlager unter dem Urstromtal der Elbe errichtet werden kann, wird nicht beantwortet – wieder mit Verweis auf den vorgegebenen Fragenkatalog des StandAG.“
Offensichtlich wurden nicht einmal die acht Tiefbohrungen dokumentiert und übermittelt, die es zwischen 1907 und 1929 im Bereich Gorleben, Vietze und Brünkendorf während des Kalibooms gab, dabei wurden Teufen bis 1035 Meter erreicht. Dokumentiert sei, so die BI Umweltschutz, dass sie chaotisch oder gar nicht verfüllt wurden (s. Literatur). Ehmke:“ Unser Bemühen, die BGE auf diese Ereignisse hinzuweisen, wurden bisher nicht positiv aufgegriffen, das muss sich ändern.“
Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06
Literatur: „Unverritzt ist anders. Altbergbau im Salzstock Gorleben“ von Ulrich Reif. Zur Sache Nr. 11 „Salinare Hölle.“ Lüchow März 2017

http://www.bi-luechow-dannenberg.de/?page_id=9404

 

Kontakt

Pressesprecher
Wolfgang Ehmke
Tel. 0170 510 56 06

Am 22. Mai 2014 nahm die Endlagerkommission die Arbeit auf. Dagegen hat die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg in Berlin und in Gorleben protestiert. Die Kommission als Teil des Standortauswahlgesetzes suggeriere, dass die Endlagersuche neu gestartet werde. Statt wirklich einen Schlussstrich unter die Tricks, Lügen und Verdrehungen der letzen drei Jahrzehnte zu ziehen, bleibe Gorleben als Standort gesetzt, so die BI. Durch das Gesetz und das Beteiligungsverfahren - die Endlagersuchkommission - sollen Umweltverbände eingebunden werden, um Gorleben im Nachhinein zu legitimieren. "Welch Zeitverschwendung", so die BI, "dass nun zwei Jahre lang offen und versteckt über einen Standort gestritten wird, statt eine umfassende Atommülldebatte einzuleiten!" Im Bild: Wolfgang Ehmke, Pressesprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg 

Ort: Berlin
Copyright: Kina Becker
Quelle: PubliXviewinG