AKW Krümmel - abgeschaltet. WAA Wackersdorf - aufgegeben. Endlager Gorleben - vom Tisch. Nach diesen erfolgreichen Anti-Atom-Protesten führt jetzt ein "Kreuzweg für die Schöpfung" von Gorleben ins rheinische Braunkohlerevier, um den Protest für einen schnellen Kohleausstieg zu unterstützen.

An diesen Erfolgen beteiligt waren auch die "Kreuzwege für die Schöpfung". Der erste führte 1985 vom Atomkraftwerk Krümmel, damals erst wenige Monate in Betrieb, zum damaligen Endlagerstandort Gorleben. Im Wendland war damals die Castorhalle fertiggestellt worden, massive Proteste begleiteten die Ankündigung, dass erster Atommüll rollen soll. Der Kreuzweg wurde begleitet von heftigen Auseinandersetzungen mit der offiziellen Kirche. Den beteiligten Pastoren wurde zum Teil Predigtverbot angedroht, wenn das große Holzkreuz nahe der Atomanlagen in Gorleben aufgestellt würde.

Drei Jahre später wurde ein zweites Kreuz über 1.000 Kilometer vom geplanten Standort einer Wiederaufarbeitungsanlage im bayrischen Wackersdorf zum damaligen Standort nach Gorleben gebracht. Die Standortentscheidung für eine WAA in Wackersdorf war im Frühjahr bekannt geworden, das Endlager in Gorleben sollte nach damaligen Plänen 2008 in Betrieb genommen werden. Über 6.000 Menschen beteiligten sich über 62 Tage an der Protestaktion. Die Ankunft in Gorleben war zu Pfingsten. Seitdem findet jeden Sonntag das Gorlebener Gebet statt.

Kreuzweg 1985. Bild: Wolfgang Hain
Kreuzweg 1985. Bild: Wolfgang Hain
Kreuzweg 1988. Bild: Michael Meyborg
Kreuzweg 1988 vor dem Zwischenlager Gorleben. Bild: Michael Meyborg

Atomausstieg & Kohleausstieg

Ende 2022 wird in Deutschland das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. Dieser endgültige Atomausstieg ist - bei aller nötigen Detailkritik - ein riesiger Erfolg für die Anti-Atom-Bewegung. Daran knüpfen wir mit Protesten gegen die Kohle- und Klimapolitik an.

Auch Kohlekraftwerke sollen in Deutschland keine Zukunft haben, denn sie sind die absoluten Klimakiller. Ein Ende für diese CO2-Schleudern ist zwar gesetzlich vereinbart worden, mit dem Jahr 2038 aber viel zu spät. Bei aller politischen Bekenntnis zum "Klimaschutz" würde das Rheinische Braunkohlerevier noch jahrelang der größte CO2-Emmitent in Europa bleiben. Noch heute verlieren Menschen wegen des Kohleabbaus ihre Heimat, Häuser und Kirchen werden abgerissen, Bäume gefällt, fruchtbarstes Ackerland kommt "unter den Bagger".

Anti-Atom meets Anti-Braunkohle

Ein breites Bündnis aus Klima- und Umweltinitiativen, christlichen Gruppen und kirchlichen Institutionen ruft zu dem nächsten "Kreuzweg für die Schöpfung" auf. Ein Kreuz wird ab dem 4. Juli von Gorleben in 26 Etappen (ca. 470 km) bis nach Lützerath getragen. Das Dorf an der Tagebaukante Garzweiler ist akut von der Zerstörung für den Kohleabbau bedroht.

Mitmachen

Der Kreuzweg ist offen für alle, für Klima-Initiativen und -aktivist*innen, für christliche Gruppen und Kirchengemeinden, für alle, die sich in unterschiedlicher Weise beteiligen möchten.

Alle nötigen Infos und die Etappen durch Deutschland findet ihr auf der Webseite https://kreuzweg-gorleben-garzweiler.de/

Durch das Wendland führen drei Etappen:

  • 4.7. Gorleben - Lüchow
  • 5.7. Lüchow - Clenze
  • 6.7. Clenze - Bad Bodenteich.

Wir rufen dazu auf, die Aktion zu begleiten. Ein Stück zu Fuss, eine Etappe mit dem Fahrrad.

Detailkarten mit Zeitangaben in Kürze.