PRESSEMITTEILUNG

Mauer ums Zwischenlager Gorleben nur Stückwerk

Die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) hat das Vergabeverfahren für die Bauarbeiten zur Nachrüstung des Zwischenlagers gestartet. Elf Jahre lang hat die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) darauf gedrungen, dass die Lagerhalle, in der 113 Behälter mit hochradioaktiven Abfällen stehen, nachgerüstet wird.

Der Auslöser für den Bau einer Schutzmauer liegt bereits viele Jahre zurück: seit dem Terroranschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 gibt es „neue Täterprofile“. Früher war man davon ausgegangen, dass sich Angreifer nicht selbst in Gefahr bringen wollen. Mit Selbstmordattentätern seien aber „neue Szenarien denkbar“, hieß es aus damals sogar aus Kreisen der Zwischenlager-Betreiber.

Auf Veranlassung des Bundesumweltministeriums wurden die Betreiber der Zwischenlager in Ahaus und Gorleben im April 2011 (!) aufgefordert, die Castor-Hallen mit einer zusätzlichen Schutzmauer einzuhausen. Die Mauer soll im Abstand von einigen Metern zum Zwischenlager errichtet werden.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke kommentiert die BGZ-Mitteilung einerseits erleichtert: „Jeder Sicherheitsgewinn ist zu begrüßen“. Andererseits spricht aus der BI- Pressemitteilung auch Besorgnis. Ehmke: „Der Krieg in der Ukraine zeigt, dass derartige Anlagen vulnerable Punkte sind, bei einem gezielten Beschuss wäre man hilflos. Doch nicht einmal ein Überflugverbot ist für Gorleben durchzusetzen.“

Zudem endet die 40jährige Betriebserlaubnis in Gorleben im Jahr 2034. Bis zur Inbetriebnahme eines Endlagers, von dem frühestens ab 2050 auszugehen ist, muss der hochradioaktive Müll oberirdisch gelagert werden.

„Wir sagen heute schon ganz klar, diese Mauer ist Stückwerk: nur ein Neubau in Form eines Bunkers wie in Lubmin/Greifswald ist akzeptabel, die 10 Meter hohe Mauer nützt nichts gegen alles das, was aus der Luft kommen kann.“

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, Tel. 0170 510 56 06

Luftaufnahme des Zwischenlagers für hochradioaktiven Atommüll in Gorleben.

Ort: Gorleben
Copyright: Andreas Conradt
Quelle: PubliXviewinG
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Wolfgang Ehmke, Pressesprecher

Tel. 0170-5105606

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