PRESSEMITTEILUNG

Drohnen über Atomanlagen

Nächtliche Drohnenflüge über einem Industriegebiet in Brunsbüttel sind offensichtlich immer noch nicht aufgeklärt. Es seien ab dem 4. August „verdächtige Feststellungen mit auffälligen Lichtern am Himmel“ gemacht worden, die „von Flugobjekten“ stammen könnten, teilte eine Sprecherin des niedersächsischen Innenministeriums mit. Um welche Art von Flugobjekten es sich handele, werde seitens der Staatsanwaltschaft Stade noch ermittelt. Berührt war auch das Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks, dort lagern u.a. hochradioaktive Abfälle wie in Gorleben.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) reagiert beunruhigt, zumal sie seit geraumer Zeit darauf hinweist, dass die Sicherung der Zwischenlager den tatsächlichen Bedrohungsszenarien hinterherhinke: „Der Bau einer 10 Meter hohen Mauer um die Castorhalle in Gorleben herum, die aber 20 Meter hoch ist und deren Deckenstärke lediglich 20 Zentimeter beträgt, kann nicht die Antwort auf neue Bedrohungsszenarien sein.“

Wie schlecht man in Deutschland gegen die Drohnenabwehr gewappnet ist, zeige eine Hintergrundrecherche der FAZ. Für die beiden Zwischenlager der „ersten Generation“ – Gorleben und Ahaus – gebe es nicht einmal ein Überflugverbot, weil sie keine AKW-Standorte sind.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „Es gibt nicht nur Spionage-Drohnen, es gibt auch Kampfdrohnen und es ist unerträglich, dass bei der Abwehr nicht einmal die Zuständigkeiten – Innenministerium oder Bundeswehr – der Behörden geklärt sind. Wir erwarten eine starke Reaktion der Atomaufsicht in Hannover und des Innenministeriums.“

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

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