Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Beschleunigung bei der Endlagersuche – Tongestein wird Favorit

Die Endlagersuche für die tiefengeologische Lagerung hochradioaktiver Abfälle soll mächtig Fahrt aufnehmen. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) will Ende 2027 die Standortregionen benennen, die Zahl soll überschaubar sein.

Gleichzeitig arbeitet das Bundesumweltministerium (BMUKN) an einer Novelle des Standortauswahlgesetzes, im Fokus steht die Frage, ob für die Untersuchung des Untergrunds ein Erkundungsbergwerk vonnöten ist, wie es in Gorleben im Salzstock aufgefahren wurde. Rat holt sich das Ministerium bei seinem Beratungsgremium, der Entsorgungskommission (ESK).

Auf einer Sitzung des Planungsforums Endlagersuche (PFE) am Mittwochabend (25.2.) stellte Prof. Klaus Röhlig die Empfehlungen der ESK vor, die darauf fokussiert sind, die zeitraubende untertägige Erkundung für obsolet zu erklären. Für Salzstöcke und Salz in flacher Lagerung sowie Kristallingestein würde das bedeuten, dass sie bei der Benennung der Standortregionen für die weitere Erkundung auf die hinteren Plätze abrutschen, weil diese Formation höchstwahrscheinlich nicht ohne ein Endlagerbergwerk untersucht werden können. Lediglich „etablierte Erkundungsmaßnahmen“ wie Tiefbohrungen und seismische Untersuchungen sollten Anwendung finden. Als Begründung zieht die ESK die Anlage 3 zu §24 Absatz 3 StandAG heran, in der es um die räumliche Charakterisierbarkeit der Gesteinstypen geht.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) hält die weitgehend freie Interpretation dieser Anlage durch die ESK für äußerst fragwürdig. „Plötzlich spielen geowissenschaftliche Kriterien und ein Abwägen zwischen verschiedenen Gesteinsformationen eine untergeordnete Rolle, weil der Zeitaufwand für die Erkundung von Tongestein vergleichsweise gering ist“, merkt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke an.  Im ESK Papier heißt es dazu: „Eine gute Charakterisierbarkeit erlaubt es, auf einen Standort allein auf der Basis einer Erkundung von über Tage hinreichend für eine Sicherheitsuntersuchung und vergleichende Bewertung zu charakterisieren und robuste Sicherheitsaussagen zu generieren, also mit der Möglichkeit, auf ein Erkundungsbergwerk zu verzichten.“

Ehmke: „Jahrzehntelang hat man uns erklärt, dass Salzgestein wegen der hohen Wärmeleitfähigkeit und wegen der Plastizität, also der Fähigkeit, Hohlräume zu verschließen, von Vorteil sei. Nun eine Wende um 180 Grad mit einer fragwürdigen Begründung, die darauf hinauslaufen kann, dass nur noch der bestmögliche Tonstandort gesucht wird, wir sind alarmiert“, so Ehmke, zumal das Wendland auch nach dem Gorleben-Aus von vier Tongebieten berührt ist, die bisher nicht bewertet wurden: „Da kann noch etwas auf uns zukommen.“

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 0

Kommentar ESK Papier

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