Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Bald auch CASTOR-Transporte durch Norddeutschland?

Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) hatte bereits im Dezember 2024 die Durchführung von CASTOR-Transporten aus der Plutoniumfabrik Sellafield (GB) nach Brokdorf (Schleswig-Holstein) für
das Jahr 2026 angekündigt. Nach den Transporten nach Biblis (November 2020), Philippsburg (November 2024) und Isar (April 2025) soll dies laut Bundesregierung der letzte Transport aus einem 2015 beschlossenen Bundesprogramm sein.

Bereits vor zwei Jahren hatte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) der BGZ die Genehmigung erteilt, sieben CASTOR-Behälter des Typs mit hochradioaktiven Abfällen aus der  Wiederaufarbeitung im Zwischenlager Brokdorf aufzubewahren. Die hierfür erforderliche Transportgenehmigung steht noch aus.

Die Bundesregierung, BASE und BGZ sowie die Energieversorgungsunternehmen sprechen bei diesen Transporten von sog. „Rückführungen“ und „Wiederaufarbeitungsabfällen“ und verweisen darauf, dass der Atommüll bis 2005 aus Deutschland nach Sellafield (GB) und La Hague (F) geliefert wurden und nun „zurückgenommen“ werden müsse. De facto handelt es bei der WAA Sellafield (alter Name Windscale) um eine Atomanlage zur Erzeugung von waffenfähigem Plutonium. Dieses wird aus den aus Deutschland angelieferten abgebrannten Brennelemente extrahiert.
Die Plutoniumfabrik steht seit einem Reaktorbrand vom 10.10.1957, bei dem eine riesige radioaktive Wolke über Europa zog, in der Kritik und wurde deshalb nach vielen Jahren der Geheimhaltung und Vertuschung von Umweltskandalen in „Sellafield“ umgetauft. Bis heute wird dort radioaktiv verseuchtes Abwasser direkt in die Irische See entsorgt.
Anti-Atom-Organisationen haben schon vor Jahrzehnten gegen die Hin-Transporte protestiert und diese teilweise blockiert. Auch jetzt ruft das Bündnis „CASTOR stoppen“ zu Aktionen und Protesten gegen den
drohenden Transport auf. Die Gruppen weisen darauf hin, dass der Transport von hochradioaktivem Atommüll immense Gefahren bedeute und dass der Zielort der CASTOR-Transporte keinen sicheren Ort darstelle.
Dieser Transport ist die Fortsetzung der seit Jahrzehnten stattfindenden Atommüllverschiebung. Im Zwischenlager Brokdorf gibt es kein Reparaturkonzept für defekte Behälter. Die Halle ist nur bis 2047 genehmigt und nicht ausreichend gegen Einwirkungen von außen geschützt.
Ein tiefengeologisches Atommülllager wird es auf lange Sicht nicht geben und die CASTOR-Halle droht zum oberirdischen Dauerlager zu werden. Bis zu einer verantwortbaren Lösung für die langfristige Lagerung der hochradioaktiven Abfälle muss das Hin-und Herschieben von Atommüll
unterbleiben!
– es gibt weiterhin kein vertretbares Endlager-Konzept für den
vorhandenen Atommüll
– CASTOR-Zwischenlager werden zu gefährlich ungeeigneten Langzeitlagern
– Atommüll ist nur ungefährlich, wenn er nicht entsteht:
Brennelementefabrik in Lingen und Urananreicherung in Gronau beenden!-
Atomkraft ist kein Klimaretter
Pressegruppe Bündnis CASTOR-stoppen: 0151 29725970
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Pressesprecher
Wolfgang Ehmke
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