Pläne für ein “Denkmal-Nach” in Gorleben

„Neujahrsempfang“ nennt sich die Kundgebung, zu der die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) seit Jahren am 1. Januar direkt an den Atomanlagen in Gorleben einlädt. Wieder einmal fanden sich fast 100 Menschen ein, um bei strahlendem Sonnenschein, mit Berlinern vom Bio-Bäcker Rasche, Sekt und Fruchtsaft oder Punsch einen Blick auf das Widerstandsjahr 2018 zu werfen.


SAMSUNGDie Gefahr, dass aus 40 Jahren Zwischenlagerung flugs 100 Jahre werden können, und die Frage, ob die Castorbehälter für eine derart lange Laufzeit ausgelegt sind und die Castor-Halle Schutz vor Einwirkungen „Dritter“ – wie ein gezielter oder nicht gewollter Flugzeugabsturz umschrieben wird – bieten kann, rückte Martin Donat, der BI-Vorsitzende, in den Mittelpunkt seiner kurzen Ansprache. Schon am 13. Januar wird das Nationale Begleitgremium (NBG), das die Endlagersuche moderieren soll, sich dieses Themas annehmen. Nicht ganz freiwillig, betonte Donat, „dieses Thema hat das NBG übernommen, weil wir es beständig auf die Tagesordnung setzen“.

  • Am 2. Februar wird es im Ratskeller in Lüchow eine Abendveranstaltung mit Experten zu dieser Problematik geben.

BI-Pressesprecher Wolfgang Ehmke blickte noch einmal auf das Jahr 2017 zurück. Mit dem Gorleben-Tag während der KLP, den Tausende besucht hatten, einem internationalen Sommercamp und den Aktivitäten rund um den Weltklimagipfel sei ein breites Spektrum der Widerstandsarbeit sichtbar und wirksam geworden. Dass es zu einer vorerst letzten Befahrung des Endlagerbergwerks am 19. Dezember gekommen sei, hätte sich vor rund 30 Jahren, als im März 1986 das Abteufen des ersten Schachtes begann, niemand vorstellen mögen, so sehr schien alles auf Gorleben als Endlagerstandort zuzulaufen:

„Das erfüllt uns auch mit Stolz, wenngleich wir im Jahr 2018 sofort wieder darauf verweisen müssen, dass sich der Endlagerstandort Gorleben nicht erledigt hat.“

Schon bei den Ausschlusskriterien für ein Atommüllendlager, die jetzt von den Behörden definiert werden, werde deutlich, dass es nicht allein um die reine Wissenschaft, sondern um politische Vorgaben gehe, sonst wäre der Salzstock Gorleben mit einem Einbruchsee darüber schon jetzt aus dem Suchverfahren raus.

Mit Blick auf den geplanten Rückbau der festungsartigen Mauer rund um das Endlagerbergwerk stellte Falko Berkemeier den Plan vor, ein Mauersegment mit den Anti-Atom-Graffitis stehen zu lassen, als Mahnmal für die verkorkste Endlagersuche, aber auch als „Denkmal-Nach“:

„Die notwendige Infrastruktur für das Bergwerk, um aus dem Stillstand sofort wieder mit den Plänen, dort hochradioaktiven Müll versenken zu können fortzufahren, bleibt erhalten.“

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

Fotomontage Falko Berkemeier

Fotos: I. & W. Lowin

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Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden. So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!
Neun Experten nehmen Stellung.
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