Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.
Gorleben – Ort eines nuklearen kulturellen Erbes
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) ist für den langfristigen Erhalt von Informationen und Wissen über die Risiken der Atomkraftnutzung zuständig. Dabei spielt die Langzeitdokumentation, also der Wissenstransfer über die unterirdische Lagerung des Atommülls, eine wichtige Rolle. Hinweise auf Orte, die als potentielles nukleares Erbe in Frage kommen, gab bereits eine „Kick-off“-Tagung des BASE im Juli 2024, u.a. ging es um „Atomkraftwerke als Denkmäler“. Die weitergehende Frage lautete: „Wie lässt sich ihr Potential als Erinnerungsorte und Wissensspeicher nutzen?“
Die neueste Publikation des BASE zu diesem Thema erweitert den Blick. Neben den Atomanlagen geht es auch um die Orte des Protests. Insbesondere Gorleben spielt in dem Bericht eine zentrale Rolle, weil sich dort zu den materiellen Objekten und Artefakten wesentlicher Aspekte des kulturellen Erbes hinzugesellen.
Genannt werden in der Studie die zahlreichen Kunst- und Kulturveranstaltungen während der Kulturellen Landpartie vor Ort, die wöchentlich stattfindenden Sonntagsspaziergänge und das Gorlebener Gebet.
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) kommentiert:
„In der Tat ist das Gelände rund um das Beluga-Dreieck von Leben erfüllt und politisch aufgeladen. Es gibt neben dem Hingucker, dem Beluga-Schiff, Schautafeln, die die Widerstandsgeschichte gegen Gorleben und die Atomkraft bis zum Jahr 2020 beschreiben. Fotoausstellungen und Schautafeln im Waldstück rund um die Undine-von-Blottnitz-Hütte sind ein Magnet für Touristinnen und Touristen, in der Hütte finden bei schlechtem Wetter Workshops und Lesungen statt und ständig ist das Gelände Ziel von Besuchergruppen, z.B. im Rahmen von Bildungsurlauben oder Exkursionen von Universitäten.“
Wiederholt hat die BI darauf gedrängt, dass beim Rückbau des Endlagerbergwerks darauf geachtet wird, dass das alte Pförtnerhaus im Eingangsbereich I und der alte Mauerrest erhalten bleiben. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke:
„Wir möchten, dass das BASE aus dem Forschungsprojekt und dem identifizierten Ort Gorleben die Konsequenzen zieht und in die Umsetzung geht und dafür sorgt, dass der Mauerrest und das Pförtnerhaus erhalten bleiben – bevor es zu spät ist.“
In einem Schreiben an den Präsidenten des BASE, Chris Kühn, unterstreicht die BI, dass das BASE auf diese Weise den gesetzlichen Anspruch einlösen kann, für den Wissenserhalt eine Langzeitdokumentation zu sorgen:
„Das alte Pförtnerhaus drängt sich mit dem kleinen Sitzungssaal im Obergeschoss für die Umsetzung und Verstetigung einer geforderten Erinnerungskultur förmlich auf.“
Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06
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