Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Verlängerte Zwischenlagerung in Gorleben – „BGZ hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht“

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hat jetzt eine Reihe von Fragen an die Gorleben-Betreiberin, die BGZ, adressiert, die sich aus der Umweltverträglichkeitsprüfung zur geplanten verlängerten Zwischenlagerung hoch radioaktiver Abfälle ergeben.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) hatte ihre Stellungnahme zum BGZ-Vorhaben schriftlich und auch mündlich auf dem sogenannten Scoping-Termin in Salzgitter vorgetragen. Zur Erinnerung: Dass dieser Termin im Oktober des vergangenen Jahres nicht vor Ort, im Wendland, stattfand, hatte zu erheblichen Protesten geführt.

„Die Stellungnahme der Genehmigungsbehörde BASE wird der BGZ nicht gefallen. Wir sehen uns in unserer Kritik in maßgeblichen Punkten bestätigt“, fasst BI-Sprecher Wolfgang Ehmke die Haltung der Bürgerinitiative nach einer ersten Durchsicht zusammen. „Die BGZ hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht.“So schreibt das BASE: „Die von Ihnen vorgelegte Scoping-Unterlage lässt noch nicht ausreichend klar erkennen, welche tatsächlichen Wirkfaktoren Ihres Änderungsvorhabens für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) tatsächlich relevant sind.“ Es fehlten bei der Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen vor allem der Hinweis auf den Zeitraum für die zukünftige Aufbewahrung von Kernbrennstoffen sowie eine Alternativenprüfung.

Die BGZ steht in der Kritik, weil sie bisher offengelassen hat, für welchen Zeitraum die Lagerung der 113 Castorbehälter geplant ist. „Zur Alternativenprüfung gehört aus unserer Sicht vor allem die Frage, wie der bisherige Gebäudebestand mit den bekanntlich geringen Wandstärken nachgerüstet wird“, so Ehmke. Die beharrlichen und sachgerechten Forderungen aus der Region fänden offensichtlich Gehör, wenn es um ein höheres Maß an Sicherheit und Sicherung der kritischen Infrastruktur geht, unter die die Zwischenlager fallen.

In der Debatte um die Abwehr von Drohnen oder einem Flugzeugabsturz forderte zuletzt der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer (Grüne) höhere Sicherheitsstandards. Das Gebäude müsse noch besser vor Angriffen aus der Luft geschützt werden, sagte Meyer gegenüber dem NDR. Darum forderte er eine „zweite Barriere“ wie zum Beispiel eine Überdachung des Zwischenlagers. https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/gorleben-buergerinitiative-haelt-flugverbotszone-fuer-zu-klein,flugverbotszone-102.html

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

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