Atomkraft an die Kette legen!

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50.000 Menschen gingen auf die Straße! Es gibt sie noch – die Anti-Atom-Bewegung. Auch aus dem Wendland machten sich Aktivist_innen auf den Weg, um für die sofortige Stillegung der pannenanfälligen Atomkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 zu demonstrieren. Die trinationale 90km lange Menschenkette führte von Tihange über Lüttich und Maastricht nach Aachen.

Politisch pikant: Die Pannenreaktoren werden mit Brennelementen aus der Brennelementefabrik Lingen “gefüttert”. Damit muss Schluss sein!

Flagge haben wir mit Blick auf den Weltklimagipfel in Bonn gezeigt: Atomkraft ist keine Alternative zu den CO2-emittierenden Kohlekraftwerken!

Und hier ein Bericht des Herrn K.:

Anti Atom Hochburg Aachen? – Grenzübergreifende Menschenkette wird zum vollen Erfolg

Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass sich die Stadt Aachen und Umgebung zu einer echten Anti Atom Hochburg entwickeln würde?

Die belgischen Atomkraftwerke Tihange und Doel haben ermöglicht, was nicht abzusehen war. Aufgrund etlicher Störfälle und insbesondere der Feststellung von Haarrissen im Reaktordruckbehälter entwickelte sich die latente atomare Bedrohung zu einer akuten Betroffenheit.

Eine Diskussion um Jod Tabletten holt das Katastrophenszenario ins Bewusstsein der EinwohnerInnen und lässt die Debatten in einen Widerstand münden, der sich aus Gesellschaft und Politik gleichermaßen speist.

Wer die vorangegangenen Protestaktionen verfolgte, horchte schnell auf, als sich plötzlich 2.000 Menschen auf einer Demonstration in Aachen versammelten. Darauf folgte eine Aktion des ehemaligen Fussball-Bundesligisten Alemannia Aachen, der die Einnahmen eines Spieles vor 30.000 Zuschauern dem Aachener Aktionsbündnis spendete.

Daraus erwuchs die Idee einer 92km langen Menschenkette über Ländergrenzen hinweg durch die Region Aachen (D), Maastricht (NL) bis zum Atomkraftwerk Tihange bei Lüttich (B).

Ein sehr ehrgeiziges Ziel, zumal die Region um Aachen trotz der Aktionen in der Vergangenheit nicht als Anti Atom Hochburg der Republik bekannt ist.

Wer jedoch, wie die verhältnismäßig kleine Delegation der BI Umweltschutz, die weite Reise nach Aachen auf sich nahm, konnte bereits bei einem Bummel durch die Stadt am Vortag spüren: „Hier geht was!“

Nicht schlecht staunten die wendländischen Aktiven bei der Masse von Aufklebern, Transparenten und Schildern. Ob in Geschäften, an öffentlichen Plätzen oder an Balkons und in Fensterscheiben von Wohnhäusern, überall Verweise auf die Menschenkette und den Protest gegen die belgischen Meiler.

„Das ist ja fast wie Castor“, entwich es dann reflexartig aus dem Mund eines angereisten BI Mitglieds.

Der Tag der Menschenkette begann mit Regen und für die wendländischen Aktiven mit der Reise nach Visé an den Maaskanal in Belgien, wo Angereiste aus dem Wendland ihren Platz in der Kette finden sollten.

Bei Ankunft um 13.30h schaute man sich noch fragend an, wie der kilometerlange Kanalabschnitt mit derart wenigen Menschen abzudecken sei? Nur eine Stunde später waren alle Fragen beantwortet.

Mit der Sonne am Himmel kamen die Anti Atom AktivistInnen und unser Abschnitt mit den wenigen Menschen aus dem Wendland, Bad Oldesloe und Groß Garz wurde geflutet mit hessischen Aktiven, die mit einer ganzen Schar Bussen anreiste.

Um 14.45h, soweit das Auge blicken konnte eine geschlossene Kette von Protestierenden.

Es wurde klar, dass derart viele Menschen an einem entlegenen Kanal in Belgien nur bedeuten konnten, dass die Aktion ein voller Erfolg ist.

50.000 Menschen säumten in jenem Moment laut VeranstalterInnen die 92km lange Strecke und machten die Aktion zu einem vollen Erfolg.

Am Ende bleibt die Freude über eine gelungene Aktion und natürlich die Glückwünsche an die OrganisatorInnen, die in einer unglaublichen Energieleistung, grenzübergreifend den Grundstein für ein kraftvolles Zeichen gegen Atomkraft gesetzt haben.

Es ist nun wünschenswert, dass genug Energie bleibt, um sich auch mit den verbliebenen Atomkraftwerken auf deutscher Seite intensiver auseinanderzusetzen. Auch wenn die Meiler in Doel und Tihange immer wieder für Schlagzeilen sorgen, stehen die Atomkraftwerke in der BRD dem in Nichts nach.

Wir bleiben weiter am Ball, damit auch in Deutschland den Atomkraftwerken der angemessene Protest entgegenschlägt.

Atomkraft ist kein belgisches Problem – Wir kämpfen weiter für die Abschaltung aller Atomanlagen, weltweit!

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 5210 56 06

Fotos: PubliXviewing / Andreas Conradt, Henrik Stern, BI-Büro

Wir waren beim COP23!

Don't nuke the climate!

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NDR zu 40 Jahre
Martin Donat im Interview, Beitrag zu 40 Jahre Gorleben:
Abschalten!
Atomtransporte…

...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kommission am Ende