Atomkraftgegner schlagen Thesen vor dem niedersächsischen Landtag an die Tür

Image 1

Vor 500 Jahren verbreitete Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel, zur Legende gehört, dass er sie an die Wittenberger Schlosskirche angeschlagen habe. “Doch was sind schon 500 Jahre, wenn es um den Atommüll geht“, fragte ein Sprecher der zehn niedersächsischen Anti-Atom-Initiativen. In Anlehnung an Luthers Kirchenoffensive nagelten sie am Reformationstag ihre Forderungen medienwirksam an eine alte Stalltür vor dem Landtag. Ihre gemeinsame Forderung: Ein neuer Landtag muss sich mit den alten Atomproblemen Niedersachsens beschäftigen.

Der Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), Wolfgang Ehmke, kritisierte vehement, dass die Themen Klimaschutz, Energiepolitik und Atom keine Rolle spielten – weder im Wahlkampf noch jetzt bei allen Koalitionserwägungen: „Das muss sich sofort ändern. Denn mit der Asse II, dem Schacht Konrad und Gorleben ist Niedersachsen das Land, das am meisten unter den Hinterlassenschaften des Atomzeitalters zu leiden hat, Gorleben als Endlagerstandort ist noch lange nicht vom Tisch und deshalb braucht es auch in Berlin eine starke Stimme Niedersachsens. Das Standortauswahlgesetz garantiert kein faires, wissenschaftsbasiertes Verfahren einer Endlagersuche“, so Ehmke.

Image 1

Doch auch die Realpolitik, die Atomaufsicht durch Hannover, stand im Fokus des Thesenprotests. Der Rehbecker Schauspieler Reckers als Thesenverkünder – natürlich wie viele der Demonstrantinnen und Demonstranten im historischen Kostüm – trug alle Forderungen vor, die dann an die Tür genagelt wurden, stets abgerundet von dem Ruf der zwei Dutzend Atomkraftgegner der niedersächsischen Atomstandorte: „So soll es sein, so soll es werden!“

So fordern die Initiativen aus Grohnde und Lingen die Stilllegung der niedersächsischen Atomkraftwerke, allein in Grohnde habe es bereits 252 meldepflichtige Ereignisse gegeben, Jodtabletten seien keine Lösung. Die AG Schacht Konrad besteht auf einem neuen Planfeststellungsverfahren für den Schacht Konrad, in dem schwach- und mittelaktiver Müll versenkt werden soll, und zwar nach dem Stand von Wissenschaft und Technik. Die Initiativen im Raum Wolfenbüttel befürchten, dass der Atommüll in der Asse II nicht wirklich ausgeräumt werden soll und drücken aufs Tempo und in Gorleben ginge es längst um Alterungsprobleme. „Eine periodische Sicherheitsüberprüfung des Castor-Lagers und der Konditionierungsanlage muss kommen, am Ende gehören diese Anlagen stillgelegt, weil sie nicht wirkungsvoll nachgebessert werden können“, ist sich die BI sicher. Und schließlich: die Endlagerforschung müsse weitergehen, dafür müsse ein neuer Landtag auch Gelder bereitstellen.

Image 1

Die Tür mit den Thesen haben die Akteure vorsorglich wieder abtransportiert und gleichzeitig angekündigt, sie würden demnächst, wenn klar sei, wer Umweltministerin oder – minister würde, mit jener Tür ins Haus fallen.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06
Fotos: PubliXviewinG

Wir waren beim COP23!

Don't nuke the climate!

Neuer Kalender
Neue Klamotten!
Neuer Flyer
NDR zu 40 Jahre
Martin Donat im Interview, Beitrag zu 40 Jahre Gorleben:
Abschalten!
Atomtransporte…

...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kommission am Ende