Castor 2017

Castor in GorlebenKein Castor soll mehr nach Gorleben rollen, so hatten es Peter Altmaier (CDU), Stephan Weil (SPD) und Stefan Wenzel (Grüne) versprochen. Das Atomgesetz wurde 2013 entsprechend novelliert. Es sollen in Gorleben keine weiteren Fakten geschaffen und die Glaubwürdigkeit der  Endlagersuche untermauert werden.

Diese Gesetzesänderung flankierte den apostrophierten “Neustart der Endlagersuche” – siehe Standortauswahlgesetz (StandAG)

26 Behälter mit hochradioaktiven Abfällen aus den Wiederaufarbeitungsanlagen La Hague in Frankreich und Sellafield in England sollten nunmehr in Zwischenlagern an Atomkraftwerksstandorten eingelagert werden. Im Gespräch waren ursprünglich Brunsbüttel, Philippsburg und Biblis. Bis “Ostern” sollte es eine Einigung geben, kündigte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in Frühjahr 2014 an. Welches Ostern gemeint war, sagte sie wohlweislich nicht.

Es hat gedauert, aus Ostern wurde Weihnachten im Jahr darauf, Anfang Dezember 2015 präsentierte Hendricks gemeinsam mit dem bayrischen Ministerpräsidenten eine – auf den ersten Blick überraschende “Lösung”: Bayern ist nach der ursprünglich harten Ablehnung auch dabei. Jeweils 7 Castor-Behälter der Charge aus Sellafield sollen beim AKW Isar (Landshut), Biblis (Hessen) und Brokdorf (Schleswig-Holstein) gelagert werden, beginnend ab 2018 in vermutlich drei Transportkampagnen bis 2020. Fünf Behälter mit mittelaktiven verglasten Kokillen sollen bereits 2017 am AKW Philippsburg (Ba-Wü) Platz finden.

Erkauft hat sich Seehofer diese Zustimmung durch ein doppeltes Geschäft – die voraussichtlich 18 Behälter der Reihe MTR 3 mit hochradioaktiven, hochangereicherten Abfällen aus dem Forschungsreaktor (Forschungsneutronenquelle) FRM II Garching der TU München sollen in Ahaus eingelagert werden. Die Einlagerung der Castorbehälter aus Garching in Ahaus ist höchst umstritten, der neue Behältertyp dafür ist noch in Erprobung und die BI Kein Atommüll in Ahaus vertritt wie wir die Forderung, der Müll solle vorerst stets dort bleiben, wo er angefallen ist.

Seehofer will also 18 Behälter loswerden und dafür 7 akzeptieren.

Und nun kommen wir zum Pudels Kern: Gorleben bliebe bei der Suche nach einem Endlager im Verfahren, ganz gleich was die Endlagerkommission dazu sagt. Das verspricht Barbara Hendricks in dem gemeinsamen Papier, das sie mit Seehofer unterzeichnet hat.

hier nachzulesen

Solange Müll nur hin- und hergeschoben wird, fordert die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. einen Transportestopp. Solidarisch werde man sich auf den Weg machen, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke, wenn woanders Castor-Alarm gegeben wird. Zuallerst wird das wahrscheinlich tatsächlich im Jahr 2017 sein, aber an anderer Stelle: zu befürchten ist, dass hochradioaktive Abfälle aus dem ehemaligen Forschungszentrum Jülich nach Ahaus verfrachtet werden sollen, statt sie in Jülich selbst zwischenzulagern (Stichwort “West-Castoren”).

Gegen einen “Castor 2015″ hatte die Bürgerinitiative seinerzeit rund 5000 Überschriften gesammelt, die Hendricks bei ihrem Besuch in Lüchow im September 2014 überreicht wurden. Der WAA-Müll aus La Hague (5 Behälter) und aus Sellafield (21 Behälter) solle vorerst bleiben, wo er ist, “solange bis es akzeptierte Fortschritte in der Endlagerfrage gibt”.

Hintergrund war eine Lücke im Atomgesetz, die es möglich gemacht hätte, die WAA-Abfälle aus La Hague doch in Gorleben einzulagern. Zudem hatte der Energiekonzern E.on die AtG-Novelle beklagt, das Ergebnis steht noch aus.

(aktualisiert 10.11.16, Wolfgang Ehmke)

 

 

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...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kommission am Ende