Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Verstrahlt – Vergiftet – Vergessen: Das Erbe der DDR Erdgas-Förderung

Verstrahlt – Vergiftet – Vergessen: Das Erbe der DDR Erdgas-Förderung, ein Film von Heidi Mühlenberg. Beteiligt an den Dreharbeiten waren neben vielen Menschen aus dem altmärkischen Erdgasfeld auch Akteure aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Der MDR interviewte Schäfermeister Kalle Reinecke aus Damnatz. Anfang der 90er Jahre ging Kalle Reinecke mit seiner Schafherde in die altmärkischen Wiesen zwischen Wustrow und Salzwedel. Was ihm im Erdgasfeld widerfuhr, veränderte sein Leben. Er weidete seine Herde in der Nähe von vier Gasstationen. Die Schafe frassen vergiftetes Gras, über 150 Tiere starben, er gab die Schäferei auf.

Wasserwirtschaftsingenieur Bernd Ebeling aus Krummasel machte im Vorfeld der MDR-Produktion Recherche zur altmärkischen Erdgasförderung und deren vielfältigen Umweltlasten. Während der fünftägigen Dreharbeiten in Altmark und Wendland beriet er das Fernsehteam fachlich.

Die Fernsehautorin Dr. Heidi Mühlenberg schreibt zur Geschichte dieser Dokumentation: „Vor drei Jahren erhielt ich einen Anruf, der mein Leben durcheinander wirbeln sollte. An der Strippe war ein freundlicher Herr, ein Historiker aus Berlin, ich bemerkte jedoch seine innere Wut und Entschlossenheit, was mich interessierte. Also hörte ich aufmerksam zu, und der Herr namens Hermann Bubke erzählte mir eine unerhörte Geschichte. Ob ich schon gehört hätte von dieser löchrigen Lehmkuhle, in der hunderte Tonnen Quecksilber einfach so in der Erde liegen und von Erdgaskumpeln, die sich auf Arbeit schwer vergiftet haben. Ich konnte es anfangs nicht glauben und eigentlich kann ich das heute noch nicht. Seither haben mich die giftigen Hinterlassenschaften des Gasbohrens in der Altmark nicht mehr losgelassen und was sie mit den Menschen und mit der verträumten Landschaft angerichtet haben. Es sind viele Fernsehstücke entstanden und nun, nach drei Jahren ein langer Film, der am kommenden Mittwoch, 25. Juli im MDR-Fernsehen gezeigt wird. Wir besuchten einen Schäfer, der im Förderfeld seine Lämmer und seinen Glauben verlor. Wir begleiteten einen Gartenfreund, der sein zwei Jahren versucht, seinen radioaktiv verstrahlten Gartenzaun loszuwerden. In Leetze besuchten wir die letzten Zeugen eines fürchterlichen Gas-Blowouts, von dem selbst die Altmärker kaum etwas wissen. Es sind bizarre Geschichten über ein bizarres Stück der Energiegeschichte, das unbedingt erzählt gehört, wie ich glaube.“

Kontakt

Pressesprecher
Wolfgang Ehmke
Tel. 0170 510 56 06

Am 22. Mai 2014 nahm die Endlagerkommission die Arbeit auf. Dagegen hat die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg in Berlin und in Gorleben protestiert. Die Kommission als Teil des Standortauswahlgesetzes suggeriere, dass die Endlagersuche neu gestartet werde. Statt wirklich einen Schlussstrich unter die Tricks, Lügen und Verdrehungen der letzen drei Jahrzehnte zu ziehen, bleibe Gorleben als Standort gesetzt, so die BI. Durch das Gesetz und das Beteiligungsverfahren - die Endlagersuchkommission - sollen Umweltverbände eingebunden werden, um Gorleben im Nachhinein zu legitimieren. "Welch Zeitverschwendung", so die BI, "dass nun zwei Jahre lang offen und versteckt über einen Standort gestritten wird, statt eine umfassende Atommülldebatte einzuleiten!" Im Bild: Wolfgang Ehmke, Pressesprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg 

Ort: Berlin
Copyright: Kina Becker
Quelle: PubliXviewinG