Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Heiße Castorhalle

Es ist anhaltend heiß und auch die Nächte bringen kaum Abkühlung. Ein Grund für die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) mit Blick auf die Aufbewahrungsgenehmigung des Castorlagers Fragen an das niedersächsische Umweltministerium zu richten. Denn die Bestimmungen schreiben vor, dass die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) ab einer Erhitzung von Bauteilen auf 55 Grad Celcius bei einer Lufteintrittstemperatur von 27 Grad Celcius dieses der Atomaufsichtsbehörde mitteilen muss.

Hintergrund ist eine technische Besonderheit des Lagers, es soll „inhärent sicher“ sein. Mit anderen Worten, die eintretende Luft kühlt die heißen Castoren und tritt in Lüftungsschlitzen an der Decke wieder aus. Eine aktive Kühlung ist ebenso wenig vorgesehen wie eine Filterung der Luft, die ausströmt – Fakten, die von der BI immer wieder kritisiert wurden.

„Wenn aber die eintretende Luft heiß ist und nicht mehr kühlt, was dann?“ fragt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

Werden 60 Grad Celcius an Bauteilen des Lagers erreicht, so hätte vor dem genwärtigen Castorstopp laut Auflagen der Einlagerungsbetrieb sogar unterbrochen werden müssen…

„Welche Temperaturen wurden im Lager und an Bauteilen in diesem Sommer erreicht und musste die Halle gekühlt werden? Ist dafür ein Notplan vorhanden?“ fragt die Bürgerinitiative.

Im Interesse der Sicherheit fordert die BI eine rasche Unterrichtung der Öffentlichkeit.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

Antwort des NMU:

„Die anhaltenden hohen Außentemperaturen haben keinen Einfluss auf die sichere Zwischenlagerung der Behälter im TBL Gorleben. Dies ist das Ergebnis eines langjährigen Messprogramms, wonach die Wärme der an der Oberfläche ca. 60 °C warmen Behälter auch bei anhaltend hohen Außentemperaturen (wie aktuell) stets abgeführt wird und es damit zu keiner unzulässigen Erwärmung des Bauwerks kommt. Die im Rahmen des Messprogramms höchste Bauteiltemperatur belief sich im Sommer 2012 auf 42,6 °C. Aktuell liegt die höchste Bauteiltemperatur bei 35,8 °C (Stand: 06.08.2018).“

Kontakt

Pressesprecher
Wolfgang Ehmke
Tel. 0170 510 56 06

Am 22. Mai 2014 nahm die Endlagerkommission die Arbeit auf. Dagegen hat die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg in Berlin und in Gorleben protestiert. Die Kommission als Teil des Standortauswahlgesetzes suggeriere, dass die Endlagersuche neu gestartet werde. Statt wirklich einen Schlussstrich unter die Tricks, Lügen und Verdrehungen der letzen drei Jahrzehnte zu ziehen, bleibe Gorleben als Standort gesetzt, so die BI. Durch das Gesetz und das Beteiligungsverfahren - die Endlagersuchkommission - sollen Umweltverbände eingebunden werden, um Gorleben im Nachhinein zu legitimieren. "Welch Zeitverschwendung", so die BI, "dass nun zwei Jahre lang offen und versteckt über einen Standort gestritten wird, statt eine umfassende Atommülldebatte einzuleiten!" Im Bild: Wolfgang Ehmke, Pressesprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg 

Ort: Berlin
Copyright: Kina Becker
Quelle: PubliXviewinG