PRESSEMITTEILUNG

Endlagersuche – quo vadis? Gorleben wird erstmalig 2020 einem Vergleich unterzogen

Die notwendige Transparenz wird bei der Endlagersuche für die hochradioaktiven Abfälle eine große Rolle spielen. Dazu gehört, dass die Arbeit der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) für die Öffentlichkeit nachvollziehbar ist. Dazu gehört aber auch, dass die Geodaten, die der BGE von den geologischen Landesämtern übermittelt werden, einsehbar und nachvollziehbar sind – doch das entsprechende Bundesgesetz ist immer noch in Arbeit und die Zeit läuft davon.

Denn schon im dritten Quartal nächsten Jahres wird die BGE ihren „Zwischenbericht“ vorlegen: einerseits werden Gebiete von der weiteren Suche nach einem Endlager aussortiert. Darunter fallen Erdbebengebiete oder Regionen, die von Vulkanismus bedroht sind, aber auch ehemalige Bergbaugebiete. Im Umkehrschluss werden erstmalig „Teilgebiete“ ausgewiesen, die näher unter die Lupe genommen werden sollen, bis dann in einem nächsten Schritt Standorte benannt werden, die zunächst obertägig erkundet werden.

Die BGE hatte in Vorbereitung auf diesen ersten Schritt zu einem dreitägigen Fachworkshop unter dem Titel „Tage der Standortauswahl“ nach Braunschweig eingeladen. 250 Teilnehmer*innen konnten sich ein Bild von der Arbeit des sogenannten „Vorhabensträgers“ machen. So steckt die BGE mitten drin in der Auswertung der Daten, die von den staatlichen geologischen Landesämtern übermittelt wurden. Zahlreiche Fachbeiträge wurden in enger Taktung im Rahmen der Tagung vorgestellt. „Harter Tobak“ für Nichtakademiker, befanden die wenigen Teilnehmer*innen, die weder von Behörden noch aus Universitäten kamen.

Für die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) war die Teilnahme an dieser Fachtagung dennoch ein Muss. Zum einen, um sich einen Eindruck von der Arbeit der BGE in der Endlagerdebatte zu verschaffen. Zum anderen, um auszuloten, ob bereits in dem Zwischenbericht zum bisherigen Standort Gorleben Stellung genommen würde, wie es das Standortauswahlgesetz (StandAG) nahelegt.

„Ja, das sei der Fall“, erklärte Wolfram Rühaak, der BGE-Abteilungsleiter für die Sicherheitsuntersuchungen. Ein entsprechendes Kapitel in dem Zwischenbericht sei bereits angelegt, aber er ließ offen, wie ausführlich und tiefgreifend dieses Kapitel ausfallen würde, das sei noch nicht geklärt.

Damit setzt die BGE ihr Versprechen um, dass sie bereits im Frühjahr auf eine BI-Nachfrage gegeben hatte. Steffen Kanitz, Mitglied der Geschäftsführung, hatte schriftlich versichert: „Bei den Geodaten, die durch die Behörden zur Verfügung gestellt werden bzw. wurden, wird es sicherlich auch um solche handeln, deren Ursprung die Erkundung Gorlebens ist.“

„Im Unterschied zu allen anderen Regionen und möglichen potentiellen Endlagerstandorten gibt es rund um den Salzstock Gorleben-Rambow eine große Datendichte. Nun wird es darauf ankommen, ob und wie die BGE alle verfügbaren Daten zum Salzstock Gorleben-Rambow bereits in diesem Zwischenbericht auswertet,“ unterstrich BI-Sprecher Wolfgang Ehmke auf der Tagung.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 501 56 06

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Wolfgang Ehmke, Pressesprecher

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