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Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Krieg in der Ukraine

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hält uns alle in Atem. Das unermessliche Leid und die Zerstörung, die der Krieg über die ukrainische Bevölkerung bringt, rufen weltweit Proteste hervor. Es gibt zudem eine Flut an Spendenaufrufen. Wir unterstützen die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in der Ukraine, einer Organisation, die in mehr als 70 Ländern mit Mitarbeitenden aus rund 150 Ländern medizinische Nothilfe leistet. Hier findet ihr/finden Sie das Spendenportal.

Der Krieg macht nicht halt vor Atomanlagen. Bereits im Jahr 2017 (!)  hatte das Öko-Institut einen Beitrag zum Thema Nukleare Sicherheit in Krisengebieten am Beispiel der Ukraine veröffentlicht, der heute in völlig neuem Licht erscheint.

Atomkraftwerke (AKW) sind im Krieg von doppelter strategischer Bedeutung. „Wer die zentralen und großen Versorgungsanlagen zur Stromgewinnung unter seine Kontrolle bringt, kann weite Teile des gesellschaftlichen Lebens kontrollieren. Wer ein AKW direkt angreift oder die für den Betrieb erforderliche Infrastruktur, der provoziert oder riskiert immer den Super-GAU, also die Reaktorkatastrophe mit Kernschmelze und dem Austritt radioaktiver Strahlung“, schreibt Achim Brunnengräber in der Berliner Zeitung.

Welche Gefahren aktuell in der Ukraine damit verbunden sind, berichtet Jim Green von Friends of the Earth Australien (engl.). Die Übersetzung finden Sie/findet ihr hier. Einen informativen Hintergrundbeitrag findet man auch in der SZ - Welche Gefahr geht von Tschernobyl aus sowie in einem Interview mit dem Umweltexperten Olexi Pasyuk in der TAZ (15.3.22). Über die Lage in Tschernobyl (14.3.22) berichtete auch die Berliner Zeitung. Atomkraftwerke sind eine Gefahr für ganz Europa,schreibt auch Julia Broich im  Naturstrom-Blog.

"Knapp an der Katastrophe vorbei"

Fünf Wochen lang stand das Kernkraftwerk von Tschernobyl unter russische Besatzung. In dieser Zeit zerstörten Soldaten Ausrüstungen und Labors der dortigen Strahlentechniker. Bis heute fehlen wichtige Messwerte, berichtet Daniel Hechler in einer Reportage aus Tschernobyl

Infos gibt es auch auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS): https://www.bfs.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/BfS/DE/2022/0225-ukraine.html;jsessionid=3A00548AF6C70C5C606A54FCCD29FF10.1_cid365

Die TAZ berichtete (31.3.) über möglicherweise verstrahlte russische Soldaten, die in Tschernobyl stationiert waren und zu Untersuchungen nach Gomel (Weißrussland) transportiert wurden.

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Mariano Grossi, startete unterdessen eine Ein-Mann-Aktion und besuchte die Kraftwerke in der Ukraine. Er warnte, der "militärische Konflikt bringt die Atomkraftwerke der Ukraine und andere Einrichtungen mit radioaktivem Material in eine beispiellose Gefahr".

Zur Verifizierung von Berichten, in der Gegend um Tschernobyl würde es brennen, kann man bei der NASA nachschauen. Da gibt es Satelliten, die Waldbrände lokalisieren. (Auch mit Timeline für vergangene Tage).  Da sieht man z.B. einen Waldbrand 25km westlich von Prybiat.
https://firms.modaps.eosdis.nasa.gov/map/#t:adv;d:2022-03-16..2022-03-22,2022-03-16;l:noaa20-viirs,viirs,modis_a,modis_t;@30.1,51.4,10z
Wenn man dann fragt, wohin der Wind den Staub weht, fragt man bei den Surfern und Seglern nach:
https://www.windfinder.com/#5/48.6765/31.9922/2022-03-15T09:00Z/nospots

Vor allem osteuropäische EU-Staaten sind für den Betrieb ihrer Nuklearanlagen von Lieferungen aus Russland abhängig. Der russische Staatskonzern  Rosatom errichtet auch das AKW Akkuyu in der Türkei.

Wenig bekannt ist, dass alle ukrainischen Atomkraftwerke von der  Westinghouse-Brennelementefabrik Väseras in Schweden beliefert werden, Zulieferer für angereichertes Uran ist die Firma Urenco, die in Gronau eine Urananreicherungsanlage betreibt.  das angereicherte Uran von Urenco (u.a. aus Gronau!) verarbeitet wird - beliefert werden. https://taz.de/Lieferungen-von-Gronau-in-die-Ukraine/!5840693/

Atomkraft ist eine „Schönwetter-Technologie“. Wer jetzt nach Laufzeitverlängerungen ruft, negiert bewusst die atomaren Risiken. Die 14 Zwischenlager, in denen in der BRD hochradioaktive Abfälle lagern wie in Gorleben, bieten keinen hinreichenden Schutz vor Terrorschlägen. Im Kriegsfall sind sie höchst vulnerabel. Für diese Anlagen gibt es in der BRD nicht einmal ein Überflugverbot. All unsere Appelle und die Kritik an behördlichen Stellungnahmen, das zu ändern, wurden in den Wind geschlagen.

So kann das nicht weitergehen.