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War der Atomausstieg ein Fehler?
Ursula von der Leyen, die EU-Kommissionspräsidentin, will die „Renaissance der Kernenergie“. Das kündigte die EU-Kommissionspräsidentin auf dem zweiten internationalen Gipfel zur Kernenergie in Boulogne-Billancourt bei Paris an, fast auf den Tag genau 15 Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima (11. März 2011). Dabei hatte sie selbst im Jahr der Reaktorkatastrophe als Mitglied der schwarz-gelben Bundesregierung für den Atomausstieg gestimmt. Heute bezeichnet sie ihn als „strategischen Fehler“.
Das freut natürlich Herrn Söder mit seinem bayrischen Sonderweg wie auch die Wirtschaftsministerin Katharina Reiche mit ihrem SMR-Flirt: Kernenergie bedeute auch Energiesicherheit, „technologische Diversifizierung ist der Schlüssel“, sagte sie im Februar beim „Energy Security Hub“ der BMW-Stiftung im Rahmen der Münchener Sicherheitskonferenz. Ins Spiel gebracht wurde von der CDU-Ministerin mal eben der Bau von kleinen Kraftwerken (SMR).
Das mediale Trommelfeuer um die Atomkraft, die Sticheleien der Unionsparteien reißen nicht ab und nehmen gerade noch einmal richtig Fahrt auf, selbst wenn Bundeskanzler Friedrich Merz betont, der Drops sei gelutscht, „da kann man nichts machen.“

Quelle: web.de

Quelle: web.de
Angeblich bringt die Atomkraft Energiesicherheit und sei ein Instrument zur Senkung des CO 2 – Ausstoßes. Ab und zu blitzt in den reißerischen Artikeln auf, dass die Kosten immens und im Vergleich zu den Regenerativen ein Witz sind. In Fachkreisen ist die Rede von einem – ökonomischen – Paradoxon.
Da decken sich offene und versteckte zivil-militärische Interessen mit der Lobbyarbeit der Nukleargemeinschaft, offensichtliche Interessen beispielsweise der USA mit ihrem Kraftwerksbauer Westinghouse. Beispiel: Slowenien. Für 13 bis 15 Mrd. Euro bekommt Westinghouse den Zuschlag zur Errichtung eines neuen AKW. Betriebsbereit soll er ab dem Jahr 2040 sein. Ohne Ausschreibung haben Fico und Trump diesen Deal unter sich ausgemacht. Völlig ausgespart werden die (Proliferations-) Risiken und die Atommüllproblematik.
Dieses Pro-Atom-Trommelfeuer hat Auswirkungen. Krieg, Krisen und Ängste befördern „einfache Lösungen“. Umfragen zeigen, wie sich das auswirkt. Eine Mehrheit in Deutschland hält inzwischen den Atomausstieg für falsch, interessanterweise eher ältere Menschen, das hätte ich nicht gedacht, weil sie die Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima, die Auseinandersetzung um die Atomkraft miterlebt haben.
Dagegen halten mit guten Argumenten ist ein Gebot der Stunde. Wir empfehlen Harald Lesch: „Die ganze Welt könnte uns den elektrischen Buckel runterrutschen“
