BBU-Mitgliederversammlung: Neuer Vorstand und weiteres Engagement in vielen Umweltbereichen

(Bonn, 10.02.2015) Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)  hat bei seiner Mitgliederversammlung in Bonn einen neuen Vorstand gewählt. Zudem wurde die dringende Notwendigkeit des Engagements gegen Atomanlagen und Fracking sowie gegen die Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TISA unterstrichen. Außerdem wurde die Bedeutung der Windenergie an Land für die zukünftige Energieversorgung betont. Dem bisherigen BBU-Vorstand wurde einmütig die Entlastung ausgesprochen. Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen im ganzen Bundesgebiet, die sich mit vielfältigen Umweltproblemen befassen. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. ist seit Ewigkeiten Mitglied.Februar 2015 013

Der Geschäftsführende Vorstand

In den dreiköpfigen Geschäftsführenden BBU-Vorstand wurden erneut Oliver Kalusch als Kassierer und Peter Schott gewählt. Oliver Kalusch (Witten, NRW) ist langjähriger Aktivist der Wittener Bürgerinitiative gegen Klärschlammverbrennung und gehört der Kommission für Anlagensicherheit (KAS) beim Bundesumweltministerium an. Zudem ist er Gründungsmitglied von „STOP FRACKING! -Bürgerinitiative Witten für sauberes Wasser“. Peter Schott (Berlin) ist im BBU-Vorstand zuständig für die Themen Gen- und Nanotechnologien. Außerdem ist er Mitbegründer der Organisation „Ethik trifft Leben“. Neu im Geschäftsführenden Vorstand ist Ulla Weiß (Witten, NRW). Sie war bisher Mitglied im Erweiterten Vorstand des BBU und ist Mitglied der Wittener Bürgerinitiative gegen Klärschlammverbrennung und von “ STOP FRACKING! – Bürgerinitiative Witten für sauberes Wasser“. Weiterhin ist sie Mitglied des Vorstands von ECOS, der Dachorganisation der im Bereich der Normung aktiven europäischen Umweltverbände.

Der Erweiterte Vorstand

In den Erweiterten Vorstand des BBU wurden erneut Udo Buchholz, Fred van Dalen, Kerstin Desch-Wöhrl, Regina Ludewig, Helmut Wilhelm und Jürgen Wolf gewählt. Erstmalig gehören zudem Marika Jungblut und Gertrud Patan dem BBU-Vorstand an.

Udo Buchholz (Gronau, NRW) gehört dem Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau an, der Widerstand gegen die einzige deutsche Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau leistet. Im BBU-Vorstand ist er u. a. für den internationalen Widerstand gegen Atomanlagen sowie für den Artenschutz zuständig. Fred van Dalen (Kamp-Lintfort, NRW) befasst sich als Mitglied der Coordination gegen BAYER-Gefahren mit dem Chemie-Multi BAYER und ist im VSR-Gewässerschutz aktiv. Kerstin Desch-Wöhrl (Großenlüder, Hessen) engagiert sich in der Bürgerinitiative „Pro Lebensraum Großenlüder“. Sie wurde zur neuen BBU-Schriftführerin gewählt. Marika Jungblut (Baesweiler, NRW) ist in der regionalen Initiative „NO Fracking Rur-Inde-Wurm / Inofrack“ gegen Fracking aktiv und setzt sich auch gegen den Braunkohleabbau und für den Erhalt des regionalen Baumbestandes ein. Regina Ludewig (Hamburg) befasst sich mit Medizin- und Umweltethik und war 2014 Mitbegründerin von „Ethik trifft Leben“. Sie engagiert sich u. a. gegen das Atomkraftwerk Brokdorf, gegen das Kohlekraftwerk Moorburg und gegen die drohende Elbvertiefung im Hamburger Gebiet der Elbe. Gertrud Patan (Schefflenz, Baden-Württemberg) ist Mitglied in der Initiative Atomerbe Obrigheim. Sie befasst sich mit dem Genehmigungsverfahren zum Rückbau des stillgelegten Atomkraftwerks Obrigheim und mit zahlreichen Facetten der ungelösten Atommüllentsorgung. Helmut Wilhelm (Amberg, Bayern) ist bayerischer Verfassungsrichter im Ruhestand und ehemaliger Bundestagsabgeordneter. Er ist beim Forum Regensburg aktiv und im BBU-Vorstand zuständig für Städtebau und Umweltrecht. Jürgen Wolf (Witten, NRW) hat seine Wurzeln in der Anti-Atomkraft-Bewegung, hat den Themenschwerpunkt „Umwelt und Soziales“ und ist Mitglied von“ STOP FRACKING! – Bürgerinitiative Witten für sauberes Wasser“.

Schwerpunktthemen

Neben Verbandsformalitäten und der Vorstandswahl befasste sich die BBU-Mitgliederversammlung intensiv mit einigen Schwerpunktthemen der bundesweiten BBU-Arbeit. Breiten Raum nahmen dabei die Gefahren des Fracking und der Freihandelabkommen TTIP, CETA und TISA ein.

Auf die einhellige Ablehnung der BBU-Mitgliederversammlung stießen die Pläne der Bundesregierung für ein Pro-Fracking-Recht. Der BBU und viele Bürgerinitiativen hatten hierzu bereits eine 35-seitige ablehnende Stellungnahme vorgelegt (http://www.bbu-online.de/Stellungnahmen.htm). Am Donnerstag, den 12.2.2015 findet in Berlin die mündliche Anhörung zu den Rechtsänderungsentwürfen statt, an der auch der BBU teilnimmt. Die BBU-Mitgliederversammlung forderte die Bundesregierung auf, die Pläne für ein Pro-Fracking-Recht sofort zurückzuziehen und ein ausnahmsloses Fracking-Verbot auf den Weg zu bringen. Der BBU ruft zum Schutz des Grundwassers und der Gesundheit der Bevölkerung zu weiteren Protesten gegen Fracking auf und ist bei der Gründung neuer Anti-Fracking-Initiativen behilflich.

Mit Blick auf die Debatte um die Freihandelsabkommen wurde bei der BBU-Mitgliederversammlung betont, dass das Augenmerk besonders auf CETA liegen sollte. Wenn CETA nicht verhindert wird, dann kann das Handelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA „durch die Hintertür“ realisiert werden. Mit den Freihandelabkommen geraten bei uns Gesetze in Gefahr, die z. B. Gentechnik auf Äckern verbieten und die Verschmutzung unseres Trinkwassers durch Fracking verhindern. Mit TTIP könnte durch die Möglichkeit Schiedsgerichte anzurufen, unsere Gerichtsbarkeit ausgehebelt werden. Und durch das Dienstleistungsabkommen TISA wird u. a. auch unser Gesundheitssystem ausgehebelt, das grundgesetzlich zugesicherte Vorsorgeprinzip im Gesundheitswesen aufgehoben und die Bürgerinnen und Bürger müssen „liberal“ für sich selber sorgen. Dadurch bekommen u. a. kommunale Krankenhäuser weniger Geld. Am 18. April findet ein internationaler Aktionstag statt, an dem mit dezentralen und kreativen Aktionen gezeigt werden soll, dass große Teile der Bevölkerung mit Freihandelsabkommen wie TTIP, CETA und TISA nicht einverstanden sind. Der BBU ruft zur Unterstützung der Proteste auf. Weitere Informationen dazu unter http://www.ttip-unfairhandelbar.de.

Im Vorfeld der Jahrestage der Atomkatastrophen von Fukushima (11. März) und Tschernobyl (26. April) sprach sich die BBU-Mitgliederversammlung für die Unterstützung örtlicher und regionaler Gedenk- und Protestveranstaltungen aus. Größere Demonstrationen werden am 8. März beim Atomkraftwerk Neckarwestheim (http://www.endlich-abschalten.de) und am 14. März in Düsseldorf stattfinden (http://www.antiatom-fuku.de/zusatzinfo_und_termine.html).
Als wichtigen Pfeiler der Erneuerbaren Energien bezeichnete die BBU-Mitgliederversammlung die Windenergie an Land. Die Zusammenarbeit mit Bürgerinitiativen, die sich mit vorgeschobenen Argumenten gegen die Windkraftnutzung engagieren, lehnt der BBU ab.

Engagement unterstützen

Zur Finanzierung seines vielfältigen Engagements bittet der BBU um Spenden aus den Reihen der Bevölkerung. Spendenkonto: BBU, Sparkasse Bonn, BLZ 37050198, Kontonummer: 19002666 (IBAN: DE62370501980019002666, SWIFT-BIC: COLSDE33). Informationen über den BBU und seine Aktivitäten gibt es im Internet unter www.bbu-online.de; telefonisch unter 0228-214032. Die Facebook-Adresse lautet www.facebook.com/BBU72. Postanschrift: BBU, Prinz-Albert-Str. 55, 53113 Bonn.

Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen, Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken. Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen die gefährliche CO2-Endlagerung, gegen Fracking und für umweltfreundliche Energiequellen.

1 Attached Images

6.10. – Hambacher Forst

Anti-Atom-Treck
Vortragsreise im Sept.
#noNPOG
Bure ist überall
Solidarität mit dem französischen Gorleben!
Jetzt mitmachen:
Keine Brennelemente an Risikoreaktoren!
Kampagnen
Gorleben-Fachexpertise
Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden. So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!
Neun Experten nehmen Stellung.
zu den Videos