Gorleben ade? 30 Millionen Euro im Haushalt 2017 eingeplant

1.784 Milliarden Euro hat der mögliche Endlagerstandort Gorleben von 1977 bis Ende 2015 bisher verschlungen. Rund 10 Mio. werden für den Standort im Jahr 2017 eingeplant – das geht aus dem Grünbuch des  Bundesumweltministeriums (BMUB) für die Haushaltsberatungen hervor.

Demnach sind 40 Mio. für den Ausbau des Schachts Konrads als Endlager für schwach- und mittelaktive Abfälle eingeplant, 11 Mio. für die Arbeiten im havarierten illegal betriebenen Endlager Asse II und 1,5 Mio. für das ebenfalls havarierte Endlager Morsleben.

Diese moderate Summe für Morsleben jedoch täuscht über die wahre Katastrophe hinweg, denn die bisherigen Gesamtkosten von 1990 bis Ende 2015 beziffert das Grünbuch des BMUB mit 1.192,8 Mio. Euro. Obwohl in dem Atommülllager große Mengen radioaktiver Abfälle aus westdeutschen Atomanlagen lagern, wurden die Atomkonzerne an den Kosten laut Einigungsvertrag mit der DDR nicht zur Kasse gebeten. Die gesamten Kosten müssen – wie auch bei der ASSE – von den Steuerzahlern übernommen werden. Auch die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) in Gorleben hatte Atommüll nach Morsleben verbracht und ist nach der Schließung der Anlage auf rund 1.300 Fässern sitzen geblieben.

„Die Zahl für Gorleben ist reine Augenwischerei“, kritisiert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI). Aus einer Fußnote wird klar, dass die Arbeiten in Gorleben mit unverändert 30 Mio. Euro zu Buche schlagen.

„Erst wenn alle Voraussetzungen für einen Stand-By-Betrieb erreicht sind, könnte sich an den Kosten etwas ändern“, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Und auch damit wäre Gorleben überhaupt nicht vom Tisch.

Zu 99% verdient bisher die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE) an Gorleben, eine Firma die mehrheitlich der GNS gehört, die in Gorleben auch die Zwischenlager betreibt und die Pilot-Konditionierungsanlage vorhält.

Die BI konstatiert: „Welche Rolle Gorleben immer noch bei den Endlagerplanungen spielt, spiegelt sich u.a. auch in den Zahlen wieder“.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

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Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden. So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!
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