Castor-Behälter TN 85 in Gorleben: Gefahr gebannt?

Die Sache hat es in sich: In Gorleben lagern möglicherweise Transport- und Lagerbehälter der französischen Baureihe TN-85, bei denen es Konstruktionsmängel gibt. Die schlimmste Befürchtung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), dass diese Behälter keine verkehrsrechtliche Genehmigung bekommen und folglich nicht mehr abtransportiert werden könnten, bemüht sich das niedersächsische Umweltministerium (NMU) nun zu zerstreuen.

Das sei nicht der Fall, betont Dr.-Ing. Jörg Markhöfer seitens der NMU:

„Die im TBL Gorleben eingelagerten Behälter der Bauart TN 85 verfügen – nach wie vor – über eine verkehrsrechtliche Zulassung. Bei diesen Behältern wurden nach Mitteilung der BAM Dokumentationsmängel im nicht sicherheitsrelevanten Bereich zur Fertigung festgestellt.“

Die Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) sei mit dem Vorgang befasst und nach Abschluss der Prüfungen würde die Öffentlichkeit informiert.

Markhöfer betont:

„Für die im TBL Gorleben eingelagerten Behälter der Bauart TN 85 gibt es aus atomrechtlicher Sicht nach aktuellem Kenntnisstand keine Beeinträchtigung der Schutzziele und auch der Abtransport dieser Behälter könnte erfolgen.“

Hintergrund: Im April 2016 gab der französische Nuklearkonzern Areva Unregelmäßigkeiten bei der Fertigungskontrolle von Reaktorbauteilen und Transportbehältern bekannt. Die Bauteile stammten aus der Tochterfirma, der Schmiede Creusot Forge. Es handelt sich um etwa 400 Bauteile, die seit 1965 in der Schmiede hergestellt und während der vergangenen 50 Jahre in Atomkraftwerken weltweit verbaut wurden.

Betroffen sind auch Transport- und Lagerbehälter TN-85 für hochradioaktive verglaste Abfälle aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage Cap de La Hague, die ins Zwischenlager Gorleben transportiert wurden. Dort könnten die Bodenplatten oder Behälterkörper von neun Behältern betroffen sein, hieß es.

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Kundgebung vorm Zwischenlager Ende August 2016, Bild: publiXviewing

Die spannende Frage ist: Handelt es sich „bloß“ um einen Dokumentationsfehler oder geht es gar um Konstruktionsfehler. Dann, so die Befürchtung der BI, würde die Pilot-Konditionierungsanlage (PKA) in Gorleben für ein Ent- und Beladen defekter Behälter ins Spiel kommen, denn in jedem Fall müssten diese Behälter in der Zukunft bewegt werden, ganz gleich ob Gorleben auch noch Endlagerstandort wird oder nicht.

„Diese Antwort des NMU beruhigt uns nur vorläufig“, sagt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

Es müsse zweifelsfrei geklärt sein, ob es sich wirklich nur um Dokumentationsfehler handelt, dazu dürfe sich das NMU nicht nur auf die Aussagen von Areva verlassen, unabhängige Experten müssten einen Blick auf die Dokumentation werfen können.

„Die Tagung des NMU in Hannover zu Castoren und Niedrigstrahlung, die am kommenden Donnerstag stattfindet, werden wir zum Anlass nehmen, um nachzuhaken“, kündigt die BI an.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 01

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