Atommüll versus Erlebnisbad

Die Idee, dass aus dem Endlagerbergwerk in Gorleben eine „Salztherme“ und ein Erlebnisbad werden könnte, hat Dieter Schaarschmidt in der neuen Gorleben Rundschau umrissen und damit eine unerwartete Presseresonanz ausgelöst.

Sein Vorschlag: es solle eine Nachnutzung geben, bevor statt Atommüll dort beispielsweise Giftmüll eingelagert wird. Unter dem Stichwort „Salztherme Gorleben“ haben Schaarschmidt, der sich nach eignen Angaben schon seit 20 Jahren mit den gesundheitsfördernden und heilenden Fähigkeiten von Kristallsalz beschäftigt, und eine Handvoll Mitstreiter eine erste Projektskizze angefertigt. Denkbar sei demnach eine Kombination von Erlebnistourismus und untertägigem Heilstollen.

Sehr ausführlich gehen der NDR und der Weser-Kurier auf diese Ideenskizze ein. Denn es gibt ja auch Vorbilder: Der Salzstock Gorleben wäre nicht die einzige touristisch genutzte Atom-Ruine: Das Gebäude des fertig gebauten, wegen heftiger Proteste und explodierender Kosten aber nie in Betrieb genommenen „Schnellen Brüters“ im nordrhein-westfälischen Kalkar am Niederrhein beherbergt seit Mitte der 1990er Jahre eine große Erholungs- und Freizeitanlage. Auch das österreichische AKW Zwentendorf in der Nähe von Wien zugeführt worden, das nach einer Volksabstimmung nie ans Netz ging. Der Besitzer, die börsennotierte Energieversorgung Niederösterreich AG, bewirbt das Kraftwerk mit großem Publikumserfolg für Feiern und Tagungen, für Musikveranstaltungen sowie auch als Kulisse beispielsweise für Film- und Fotoaufnahmen, berichtet beispielsweise der Weser-Kurier.

https://www.weser-kurier.de/region/niedersachsen_artikel,-erholung-statt-atommuelllager-_arid,1768961.html

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Gorleben-Wird-Saltzstock-zum-Erlebnisbad,gorleben1884.html

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1100964.gorleben-heilstollen-statt-atommuelllager.html

In einen größeren Kontext, nämlich den Stand der Endlagersuche und die künftige Rolle Gorlebens stellt der Deutschlandfunk den Beitrag aus der Gorleben Rundschau. Wolfgang Ehmke, Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz (BI), kommt darin mit einer klaren Warnung zu Wort: Der gegenwärtige obertägige Rückbau des Endlagerbergwerks täusche darüber hinweg, dass unter Tage die Bergwerksstruktur erhalten bliebe, um jederzeit den Ausbau der Atommülldeponie vorantreiben zu können. Deshalb sei die Nachnutzung der Salzstollen als Salztherme Zukunftsmusik: „Erst müssen wir dafür sorgen, dass niemand über künftige Aussichten ins Schwärmen gerät. Jede/r muss klar vor Augen haben, dass Gorleben im Endlagersuchverfahren bleibt – aber eine schöne Utopie wäre ein Heilstollen statt eines Atommüllstollen allemal.“

https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2018/09/06/versuch_der_weissen_landkarte_der_rueckbau_des_salzstocks_dlf_20180906_1915_6f19c9d7.mp3

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

https://www.bi-luechow-dannenberg.de/wp-content/uploads/2018/08/GR_2018_09_bis_10_Web.pdf

Ahauser Erklärung

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Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden. So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!
Neun Experten nehmen Stellung.
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