Belgische und deutsche AtomkraftgegnerInnen fordern: Exportstopp von Brennelementen und angereichertem Uran

Nach einem Arbeitstreffen in Münster fordern belgische und deutsche Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände gemeinsam von der Bundesregierung einen sofortigen Stopp von Brennelementexporten aus dem emsländischen Lingen, u. a. für die belgischen Atomkraftwerke Doel 1, 2 und 3, sowie einen sofortigen Stopp des Exports von angereichertem Uran aus dem westfälischen Gronau an den belgischen AKW-Betreiber Electrabel.

Grundlegend fordern sie die umgehende Beendigung der Urananreicherung in Gronau und der Brennelementefabrik in Lingen. Außerdem fordern sie von der belgischen Regierung die sofortige Stilllegung der Schrottreaktoren in Doel bei Antwerpen sowie Tihange bei Lüttich. Die Forderung nach einem Stopp der Brennelementexporte sowie nach Stilllegung der Brennelementefabrik in Lingen und der Urananreicherungsanlage in Gronau wird heute auf Antrag der Grünen im Umweltausschuss des Bundestags diskutiert.

“Die aktuellen Brennelementexporte von Lingen nach Doel verstoßen eindeutig gegen das bundesdeutsche Atomgesetz. Frau Hendricks, wir rufen Sie auf, sich auf die Seite von uns Bürgerinnen und Bürger zu stellen, für unser Leben, für unsere Gesundheit. Zeigen Sie den Mut, gegen die Interessen der Atomkonzerne die Export- und Transportgenehmigungen umgehend zu widerrufen. Helfen Sie so, die Förderung der Atomenergie zu beenden,” forderte Dr. Angelika Claußen von der Ärztevereinigung IPPNW.

Marc Alexander von der belgischen Initiative 11 maart beweging erklärte dazu:

“Es ist wichtig, dass die internationale Zusammenarbeit der Atomindustrie auch international beantwortet wird durch eine gute Zusammenarbeit der Anti-Atom-Organisationen. Der belgische Atomkraftproduzent Electrabel und die belgische Atomaufsichtsbehörde FANC handeln unverantwortlich. Dagegen sowie gegen die Urananreicherung in Gronau und die Brennelementeproduktion in Lingen werden wir gemeinsam vorgehen.”

Kurz vor Weihnachten hatte Umweltministerin Hendricks mit der belgischen Regierung ein sogenanntes Atomabkommen geschlossen. Fakt ist jedoch, dass für sechs der sieben belgischen AKWs der Uranbrennstoff entweder direkt aus der Areva-Brennelementefabrik in Lingen kommt oder aber indirekt aus der Urenco-Urananreicherungsanlage in Gronau. Die Exportgenehmigungen dafür werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erteilt und vom Bundesumweltministerium gebilligt. Damit ist die Bundesregierung mitverantwortlich für den Weiterbetrieb der belgischen Pannenreaktoren.

“Die Bundesregierung und die Atomaufsicht in den Bundesländern Niedersachsen und NRW sind absolut unglaubwürdig. Zum einen kündigen sie für Deutschland einen Atomausstieg an, wirken aber zugleich aktiv daran mit, dass hochgefährliche Reaktoren in den Nachbarländern ungeachtet aller Gefahren weiterbetrieben werden können. Das ist nicht akzeptabel und sehr gefährlich,” so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Neue Protestaktionen in Gronau, Lingen und Belgien

Die Anti-Atomkraft-Initiativen kündigten zudem neue Protestaktionen gegen die Urananreicherung, die Brennelementefertigung sowie den Betrieb der AKW in Lingen, Doel und Tihange an:

  1. Am 18./19. Februar wird es zwischen Kiel und Trier überregionale Aktionstage gegen Uran- und Brennelementtransporte geben. Der Abschluss ist am 19. Februar in Gronau geplant: www.urantransport.de
  2. Am 11. März findet zum Fukushima-Jahrestag eine internationale Demonstration in Antwerpen ganz in der Nähe der AKW in Doel statt.
  3. Für den 14. April ist ein Ostermarsch an der Urananreicherungsanlage Gronau geplant.
  4. Für den Spätsommer ist eine neue Demonstration in Lingen gegen den Weiterbetrieb von AKW und Brennelementefabrik geplant.

Kontakt:
Dr. Angelika Claußen (IPPNW): Tel. 0521–152213, 0172–5882786
Udo Buchholz (BBU): Tel. 02562–23125
Matthias Eickhoff (Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen): Tel. 0176–64699023
Marc Alexander (11 maart beweging): Tel. 00-32-474 878 998

Weitere Informationen:
www.ippnw.de, www.bbu-online.de, www.urantransport.de, www.bi-luechow-dannenberg.de, www.antiatombonn.de, www.sofa-ms.de, www.stop-tihange.org, www.elfmaartbeweging.be

25.05. – 05.06.2017
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...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


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Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

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