"Eine Fülle von Lügen"

ZDF strahlte Gespräch mit Prof. Lüttig erneut aus
Wie Gorleben als Endlagerstandort aus dem Hut gezaubert wurde, dokumentierte das ZDF am vergangenen Freitag: einer der führenden niedersächsischen Geologen, Prof. Gert Lüttig, zeichnete im Gespräch mit dem Sender nach, wie aus politischen Gründen Gorleben ins Spiel gebracht wurde. Lüttig, der im Juli 2010 verstarb, war zum Zeitpunkt der Suche nach einem Standort für ein “Nukleares Entsorgungszentrum” im Jahr 1976 als Vizepräsident des “Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung” sowie der späteren “Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe” (BGR) zwischen 1972 und 1975 von der Kernbrennstoff-Wiederaufbereitungsgesellschaft beauftragt, bei der Suche nach einem atomaren Endlager 250 Salzstöcke einem Ranking zu unterziehen. Das Ergebnis, so erinnert sich Lüttig, Gorleben war nicht darunter. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) verweist auf die – aus ihrer Sicht treffende Bemerkung – Lüttigs, es habe eine “Fülle von Lügen” um Gorleben gegeben. Lüttig hatte in der Sendung “Frontal” im April 2010 bekräftigt, dass die politische Einflussnahme auf die Entscheidung, Gorleben trotz der geologischen Bedenken als Standort aus dem Hut zu zaubern, aus dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium kam. Der damalige CDU-Ministerpräsident Ernst Albrecht, Vater der heutigen Sozialministerin Ursula von der Leyen, hätte ihm ins Gesicht gesagt, dass Gorleben eine Retourkutsche zur Entscheidung der DDR sei, in Morsleben, ebenfalls in Grenznähe, eine Atommülldeponie einzurichten. Er habe ihm zugesichert, so Lüttig, die Geologen kämen auch noch zu Wort.

Wolfgang Ehmke (BI): “Doch dazu kam es nicht, die Dinge nahmen ihren Lauf und wir sind immer noch bemüht, Licht ins Dunkel zu bringen, denn wir wollen verhindern, dass es in Gorleben in einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten wie in der Asse II oder in Morsleben zugeht – die Deponie ist havariert.”

Das Kompliment Lüttigs, der “Bürger sei ja nicht blöd” und habe begriffen, dass wissenschaftliche Kriterien politischem Kalkül untergeordnet wurden, sei ein Ansporn, so die BI, das bis heute seitens der BGR offiziell aufrecht erhaltene Lügengebäude, Gorleben sei als Atommüllendlager geeignet, zum Einsturz zu bringen.

Wolfgang Ehmke, Tel. 0170 510 56 60

weitere Informationen: www.zdf.de

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Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

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