Wendländischer Widerstandskalender 2011

Anti-Atom-Kalender für die Republik Freies Wendland und ideelle Anrainerstaaten

Die Sonntagsspaziergänge haben nun die 80 Mal Marke geknackt. Jeden Sonntag spazieren Menschen in würdiger Wut einmal rund um den Schwarzbau. Anschließendes Kaffeetrinken und politischer Meinungsaustausch inklusive. Neben unzähligen Demonstrationen und Aktionen, der Teilnahme an den Großmanifestationen in den angrenzenden Großstädten, zur Zeit im 4-Wochen-Rhythmus, haben wir uns drei weitere Ereignisse in den Stundenplan des laufenden Jahres geschrieben: Mitte Juni wollen wir „Gorleben versalzen”, im August das „Fest zum Protest” feiern und im November dem geplanten Castortransport vielfältigst und entschlossen entgegentreten.

DIE SITUATION

Bei der aktuellen Debatte um die (Un-)Sicherheit von Atomkraftwerken muss auch die Frage nach der (Un-)Sicherheit von Atommülllagerung gestellt und diskutiert werden. Ein entscheidender Punkt ist die Neuerstellung von Sicherheitskriterien für die Atommülllagerung! Denn in jedem einzelnen der 102 Castorbehälter, die in der Leichtbauhalle Gorleben, dem so genannten Zwischenlager, stehen, steckt das 200- fache radioaktive Inventar der kompletten Asse! Der Schwarzbau Gorleben, das so genannte Erkundungsbergwerk, das von allen Regierungen herbeigesehnte Endlager Gorleben ist zu 90% fertig gebaut. Unter Ausschluss und ohne jede Beteiligung der Öffentlichkeit. Seit November 2010 wird nach 10 Jahren Baustopp kräftig weitergebaut: Per Sofortvollzug des Bundesumweltministers Röttgen, im Drei- Schicht Betrieb, 24 Stunden an jedem Werktag!

UNSERE AKTIVITÄTEN RUND UM GORLEBEN

Von Pfingsten bis mindestens zum 17. Juni laden wir zu einem Camp und entschlossenen Aktionen in der Nähe der Gorlebener Atomanlagen ein. Bei einer Dauermahnwache soll den Plänen und der konkreten Fertigstellung eines Endlagers in Gorleben ein Strich durch die Rechnung gemacht werden.

Vom 12.-14. August findet in Gedelitz bei Gorleben das dritte „Fest zum Protest” statt. Zahlreiche Bands, die uns freundschaftlich verbunden sind, freuen sich auf das gemeinsame Feiern des Widerstandes. Ein Kinderzelt, eine Cocktailbar im Doppeldeckerbus, ein Zeltplatz und weitere Nettigkeiten sind in Planung.

Last but not least der bereits beantragte CASTOR 2011, der laut Röttgen „frühestens in der zweiten Novemberhälfte” unter Beugung jeglicher rechtsstaatlich verbrieften Bürger_innenrechte nach Gorleben gepeitscht werden soll. Vorsicht bei der Termin- und Urlaubsplanung: was gilt ein Ministerwort heutzutage?

Wir stellen eine Plattform für Protest und Widerstand gegen die skrupellose Atompolitik – kommt mit euren Ideen und Aktionen und tragt eure Meinung als Druck von unten auf Straße und Schiene. Wir stellen uns der Atomkraft in den Weg, zahlreich und entschlossen! Wir sind da, wo sie uns nicht haben wollen! Jetzt oder nie mehr: die Fata Morgana eines „Endlager Gorleben” wie eine Seifenblase zerplatzen lassen!

Kerstin Rudek, Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow- Dannenberg

Rückblick 2010

…das neue Jahr fängt an, wie das alte endet: mit einer Protestaktion an den Gorlebener Atomanlagen

Der Rahmenbetriebsplan des wendländischen Protestes steht: 2010 wird ein Jahr voller Aktivitäten der Anti- Atom- Bewegung. Nicht nur in Gorleben wird demonstriert. Gorleben ist überall. Der Slogan meint die Atom- Problematik ebenso wie den Schwung und Geist des Widerstandes, der von der Region des Wendlandes ausgeht. Zu schön klingt es in den Ohren demokratieliebender BürgerInnen, wie bei der Asse und Morsleben beim Berlin- Treck von PolizeibeamtInnen zu hören. “Wir sind hier nicht in Gorleben!” Noch nicht! Was nicht ist, kann ja noch werden.
Genug von unserem guten Ruf. Es ist ein hartes Stück Arbeit damit verbunden und das seit Jahrzehnten. . Von niX kommt niX, viele MitstreiterInnen haben dazu beigetragen, ebenso stehen wir auf den Schultern unserer VorgängerInnen, wenn wir heute verkünden: wir haben viel vor!

Einen Überblick verschaffen soll ein kleiner Widerstandskalender.Nehmen wir das -für uns im Wendland- Wichtigste zuerst. Die Räumung der Freien Republik Wendland jährt sich zum 30. Mal am 4. Juni. Damals räumten Polizei und BGS unter massiver Gewaltanwendung den besetzten Platz der Bohrstelle 1004, auf dem AtomkraftgegnerInnen aus ganz Deutschland gegen Tiefbohrungen in den Salzstock protestiert und ein Hüttendorf errichtet hatten. Wir werden an den „Traum von einer Sache“ erinnern und kündigen eine Umzingelung der Atomanlagen an.

Turm und Dorf haben sie zerstört, aber nicht die Kraft, die es schuf.

Ein weiteres Großereignis wird die Demo in Krümmel zum Tschernobyljahrestag am 24.4. sein. Mit einem Minitreck geht es vom Wendland über Uelzen, Lüneburg, Winsen nach Krümmel. Der Schrottreaktor soll endgültig vom Netz! Dafür werden wir mit so vielen Menschen wie möglich demonstrieren. Gleichzeitig finden an diesem Tag zwei weitere Demos statt, im Süden in Biblis, einem anderen Uralt-, Schrott- und Pannenreaktor und für die Mitte in Ahaus. In das dortige zentrale Zwischenlager rollen demnächst mehrere Transporte Atommüll pro Woche. Der Norden zieht nach Krümmel, seid dabei! Und nehmt Teil am Ratschlag zur Mobilisierung für die Demo in Krümmel am 31.1. im Hotel Alte Post in Dannenberg um 15 Uhr.

Im November steht ein näXter Castortransport nach Gorleben an. Wir rechnen mit den größten Protesten der Geschichte der Castortransporte. Und es werden viele sein, die nicht nur zur Demo kommen, sondern die bleiben, um den mit Gewalt durchgesetzten Transporten zu trotzen. Wahlen hin, Wahlen her – die Mehrheit der Bevölkerung will den Atomausstieg. Und wir sind die Plattform, auf der sich Widerstand manifestieren kann. Müssen wir noch sagen, dass es d i e Plattform ist, um der Regierung klar zu machen: statt Laufzeitverlängerungen steht der Atomausstieg auf der Agenda. Statt Gorleben weiter zu „erkunden“, sprich auszubauen, steht der Rückbau auf der Tagesordnung. Wir denken , nein, das ist allen klar, die uns kennen, dass wir- nicht nur wegen des Atommülldilemmas- für den Sofortausstieg demonstrieren, wenn der Castor rollt.

In Gorleben finden seit Monaten sonntägliche Spaziergänge statt. Jeden Sonntag. Das setzen wir fort. Jeden Sonntag ist etwas los, einmal im Monat ein Spaziergang mit Motto. Freut euch auf “Wir fahren mit der Atommafia Schlitten” am 24. Januar. Es folgt eine “Vermummungsparty” am 21. Februar. Das beste Kostüm wird prämiert. Am 21. März ist dann große Landmaschinenschau. Ostereier suchen könnt ihr am 18. April, vielleicht findet sich ja ein mutiertes Riesenschokoladenei? Der 14. Mai könnte als Sambanacht während der Kulturellen Land Partie in die Geschichte eingehen.

Eine Fachtagung zum Salzstock mit namenhaften WissenschaftlerInnen steht am 17. April in Dannenberg auf dem Programm. Wir beleuchten die jüngsten Aussagen zum Salzstock Gorleben und packen alle Argumente, die belegen, dass Gorleben als Atommüllendlager nicht geeignet ist, noch einmal auf den Tisch.

Neben der engen Zusammenarbeit mit den anderen sogenannten Endlagerstandorten Morsleben, Schacht Konrad und der Asse widmen wir unsere Aufmerksamkeit weiteren Themen:

  • beim Castoralarm in Ahaus unterstützen wir die dortigen Proteste. Wir organisieren Busse, um uns an den Demos im Münsterland zu beteiligen.
  • wir unterstützen die Demo und Kampagne von Hamburger und Bremer Initiativen gegen MOX (plutoniumhaltige Mischoxid- Brennelemente) Transporte über deutsche Häfen und fahren mit dem Bus zur Demo am 6. Februar nach Hameln.
  • eingebettet in eine Kampagne von Initiativen aus dem Münsterland und Finnland machen wir mobil gegen den Atomstromkonzern E.ON. Auf der Hauptversammlung in Essen wird eine Delegation den Konzern öffentlich mit seinen atomaren Machenschaften konfrontieren. Der 27. März ist dezentraler Aktionstag gegen die Atomstrom- Energiekonzerne. Anläßlich des Harrisburg- Jahrestages werden bundesweit viele Aktionen die Konzerne, ihre steuerfreien Milliardennrückstellungen, die fehlende Entsorgung und die Kinderkrebshäufigkeit um Atomkraftwerke zum Thema machen.

Wir geben keine Ruhe!

Atomkraftwerke stilllegen, sofort!

Atommüllkippen- Pläne für Gorleben vom Tisch fegen, für immer!

facebook

Gorleben-Newsletter

Unterstützen

Rote Karte für Atomkonzerne!

Buchtip

gorleben – twitter