Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Neue Aktenfunde in Sachen Gorleben – BI Umweltschutz: "Gorleben wurde durchgezockt: Das Jahr 1981 – ein Missing Link"

Kundgebung in Krümmel und Umzingelung des Schwarzbaus Gorleben angekündigt: Noch vier Jahre nach der Standortbenennung Gorlebens im Februar 1977 forderte die Bundesregierung unter Helmut Schmidt (SPD) eine Erkundung mehrerer Standorte als nukleares Endlager. Das berichtet die Frankfurter Rundschau unter Berufung auf eine Kabinettsvorlage. Gegen den Willen der SPD/FDP-Koalition hatte der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht nur einen einzigen Standort für ein Nukleares Endlager (NEZ) gesetzt: Gorleben.

Der CDU-Politiker ignorierte die Bonner Wünsche und die Warnungen von Geologen. Geologische Kriterien bei der Auswahl machten lediglich 12,8% in einem Kriterienkatalog aus. Aus der Kabinettsvorlage vom 12.06.1981 geht hervor, dass die Auswertung der ersten Tiefbohrungen die Zweifel an Gorleben wachsen ließen. Die Fachminister Dr. Andreas von Bülow (Forschung) und Gerhart Baum (Inneres) – dem Innenministerium oblag die Federführung – forderten mit Nachdruck die „Untersuchung zusätzlicher Standorte“. Bekanntlich wurden die negativen Befunde 1983 auf Weisung der Kohl-Regierung im Zwischenbericht der zuständigen Fachbehörde geschönt. Die (PTB) musste die Empfehlung, alternative Standorte zu untersuchen, aus ihrem Bericht streichen.

Als „Missing Link“ bezeichnet die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) diese Enthüllung. Jetzt läge ein weiteres Beweisstück vor, das die Zweifel an der Eignung Gorlebens nährt. „Eine vergleichende Endlagersuche ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern ein wissenschaftliches und gesellschaftspolitisches Muss. Das Kohl-Kabinett wollte unbedingt Gorleben durch zocken und scheute sich bekanntlich nicht, die Negativbefunde zu schönen und die Warnungen von Fachleuten in den Wind zu schlagen. Die Endlagersuche muss neu gestartet werden. Wer angesichts des Atommülldilemmas noch auf verlängerte Laufzeiten der Atomkraftwerke setzt, handelt verantwortungslos.“

Ein Anti-Atom-Treck startet aus dem Wendland Ende April nach Krümmel, dort findet am 24. April eine Kundgebung für den sofortigen Atomausstieg statt. „Das Endlagerdesaster wird immer bedrückender, die Atommüllproduktion muss endlich gestoppt werden“, fordert die BI. Am 4. und 5. Juni wollen die Gorleben-Gegner, 30 Jahre nach der Räumung des Hüttendorfes 1004, in Gorleben mit einer Umzingelung des „Schwarzbaus“ für den endgültigen Verzicht auf Gorleben als Atommüllendlager demonstrieren.

Wolfgang Ehmke, Tel. 0170 – 510 56 06

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