Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

„Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie!“

Zwischen 1978 und 1980 hielt der damalige Wendland-Neuling Helmut Koch seine Kamera auf die Landschaft, die Folklore und den beginnenden Widerstand. Vor 41 Jahren ins Wendland gekommen, um Bäume gegen Gorleben zu pflanzen, knatterte er bald mit seinem Mofa hinter Treckern zum Lüchower Bahnhof her, nachdem ihn die Bauern nächtens aus dem Bett getrommelt hatten.

Es wurde die erste mehrtägige Blockade. Blockiert wurde die Celler Brunnenbau, die mit den Baugrunduntersuchungen für die Errichtung eines nuklearen Entsorgungszentrums beauftragt war.

Koch hatte seine S-8-Kamera dabei. Und nicht nur dort… Hinter Trebel, an der B 493 auf der Brandheide, pflanzte die Gruppe „Platz“ der Bürgerinitiative Bäume, in Schmarsau wurde Hochzeit gefeiert, zur Freude der Kinder brach der „Katastrophenwinter“ herein. Zu sehen sind in der knappen Stunde auch eine Demo in Lüchow, die Geschichte einer Fahne, der Niedersachsentag in Lüchow, die 1004-Besetzung und -Räumung, alles in unscharfen, vierzig Jahre alten Bildern.
Nach einigen Aufführungen 1980 verstaubte der Film, bis er Ende 2017 digitalisiert und neu geschnitten wurde. Er zeigt eine andere Perspektive der Anfänge des Widerstandes als die bekannten Dokumentationen und Spielfilme zum Thema. Zur Kulturellen Landpartie (KLP) im Mai soll er im Lüchower Kino zusammen mit vielen anderen Widerstandsfilmen laufen. Da aber viele Wendländer zur KLP hoch beschäftigt sind, fand die digitale Premiere am 41. Jahrestag der Standortbenennung Gorlebens, am 22. Februar, um 20.15 und um 21.30 Uhr im Lüchower Kino statt.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

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Pressesprecher
Wolfgang Ehmke
Tel. 0170 510 56 06

Am 22. Mai 2014 nahm die Endlagerkommission die Arbeit auf. Dagegen hat die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg in Berlin und in Gorleben protestiert. Die Kommission als Teil des Standortauswahlgesetzes suggeriere, dass die Endlagersuche neu gestartet werde. Statt wirklich einen Schlussstrich unter die Tricks, Lügen und Verdrehungen der letzen drei Jahrzehnte zu ziehen, bleibe Gorleben als Standort gesetzt, so die BI. Durch das Gesetz und das Beteiligungsverfahren - die Endlagersuchkommission - sollen Umweltverbände eingebunden werden, um Gorleben im Nachhinein zu legitimieren. "Welch Zeitverschwendung", so die BI, "dass nun zwei Jahre lang offen und versteckt über einen Standort gestritten wird, statt eine umfassende Atommülldebatte einzuleiten!" Im Bild: Wolfgang Ehmke, Pressesprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg 

Ort: Berlin
Copyright: Kina Becker
Quelle: PubliXviewinG