Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Gorleben – finanzielles (Atommüll-) Fass ohne Boden

Sonderliches förderte eine parlamentarische Anfrage der Grünen zu Tage: die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen (DWK), eine Postkastenfirma, deren Aktenbestände von der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) verwaltet werden, verdient sich an Gorleben unbefristet (!) dick und dämlich.
Die DWK hatte mit aggressiven Grundstücksaufkäufen Ende der 70er Jahre ein Gelände von 650 Hektar Wald erworben, auf diesem Gelände sollte ursprünglich das „Nukleare Entsorgungszentrum“ (NEZ) errichtet werden. Daraus wurde bekanntlich nichts, der Widerstand gegen diese Pläne war so heftig, dass der damalige Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) den legendären Satz sagte, der Bau einer Wiederaufarbeitungsanlage sei „politisch nicht durchsetzbar“, erinnert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI).
Vorangetrieben wurden aber die Pläne, in Gorleben oberirdisch die atomaren Zwischenlager zu errichten – die Castorhalle, in der zurzeit 113 Behälter stehen und ein Fasslager. Eine Pilotkonditionierungsanlage, die ihren Betrieb vermutlich nie aufnehmen wird, komplettiert einen Teil des Atomstandorts Gorleben. Nicht weit davon entfernt wurde unter Tage seit 1986 ein Bergwerk im Salzstock Gorleben- Rambow aufgefahren, unter dem Deckmantel „Erkundung“ wurde mit der Errichtung eines Atommüllendlagers begonnen.
Für die Salzrechte wurden der DWK im Jahr 2015 vom Bund als Einmalzahlung 277 697,20 Euro überwiesen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf die parlamentarische Anfrage. Für die 37 Hektar, auf denen die Atomanlagen und das Bergwerk stehen, kassiert die DWK jährlich 43.041,68 Euro – unbefristet, zumindest solange, wie Gorleben als mögliches Endlager vorgehalten wird.
BI- Sprecher Wolfgang Ehmke: „Gorleben ist für die Steuerzahler ohnehin ein Fass ohne Boden. Die Arbeiten unter Tage werden bis zum Rückbau eines Erkundungsbereiches jährlich mit 40 Mio. Euro veranschlagt, der dann folgende Offenhaltungsbetrieb schlägt immer noch mit 30 Mio. Euro zu Buche. Und das alles, weil die Politik nicht bereit war, konsequent unter Gorleben einen Schlussstrich zu ziehen.“

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

DWK Grundstücke in Gorleben

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Pressesprecher
Wolfgang Ehmke
Tel. 0170 510 56 06

Am 22. Mai 2014 nahm die Endlagerkommission die Arbeit auf. Dagegen hat die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg in Berlin und in Gorleben protestiert. Die Kommission als Teil des Standortauswahlgesetzes suggeriere, dass die Endlagersuche neu gestartet werde. Statt wirklich einen Schlussstrich unter die Tricks, Lügen und Verdrehungen der letzen drei Jahrzehnte zu ziehen, bleibe Gorleben als Standort gesetzt, so die BI. Durch das Gesetz und das Beteiligungsverfahren - die Endlagersuchkommission - sollen Umweltverbände eingebunden werden, um Gorleben im Nachhinein zu legitimieren. "Welch Zeitverschwendung", so die BI, "dass nun zwei Jahre lang offen und versteckt über einen Standort gestritten wird, statt eine umfassende Atommülldebatte einzuleiten!" Im Bild: Wolfgang Ehmke, Pressesprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg 

Ort: Berlin
Copyright: Kina Becker
Quelle: PubliXviewinG