Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

bi-blog

„Rückholung ist nicht durchführbar“

Peter Klamser, pensionierter Bergbauingenieur, hatte auf dem BMU Symposium zu den Sicherheitsanforderungen an ein Endlager für hochradioaktive Abfälle erhebliche Mängel im Referentenentwurf diagnostiziert.

In Frage stellt er die Aussicht, dass eingelagerte Castorbehälter nach dem Verschluss des Endlagers bergbar sind:

„Unter den korrosiven Bedingungen tiefer geologischer Formationen ist es einfach nicht durchführbar, hochradioaktive Abfälle rückzuholen. Auch Castoren werden unter Gebirgsdruck in der Nachbetriebsphase garantiert undicht, was zu unbeherrschbaren Gefahren bei einer postulierten Rückholung führt.“

Er hält den Sicherheitsraum von 1 Million Jahre für unsinnig, erst nach 10 Millionen Jahren klingt die Radioaktivität erkennbar ab. Klamser monierte in diesem Zusammenhang auch, dass das geplante Lager „nicht dicht“ sein solle.
Ein ganz großes Problem sei neben Wasserwegsamkeiten, die radioaktive Partikel in die Biosphäre schwemmen, die Dilatanzfestigkeit bzw. des Fluiddrucks und Gasdrucks Gasdruck:

  1. Alphastrahler sind Heliumquellen und erzeugen Gasdruck.
  2. Radioaktive Strahlung zersetzt wasserstoffhaltige Materialien unter der Freisetzung von Wasserstoff (Radiolyse) und erzeugen Gasdruck.
  3. Metall (Castoren etc.) werden durch Wasser, vor allem saline Wässer (Wasser mit gelösten Salzen, wie sie in tiefen geologischen Formationen allgegenwärtig sind) korrodiert. Dabei entsteht Wasserstoff, der Gasdruck erzeugt.
  4. Bei der Korrosion bildet sich Rost, welcher ein größeres Volumen aufweist als das metallische Eisen, was die Dilatanzfestigkeit übersteigen kann.

Folien des Vortrags von Peter Klamser (pdf)

Wolfgang Ehmke

Wolfgang Ehmke

Wolfgang ist langjähriger Pressesprecher der BI.