Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

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Konferenz „Nuclear Disarmament: Making the world free from nuclear weapons“ am 17.10.2019 im Europaparlament in Brüssel

Die Konföderale Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordischen Grünen Linken, kurz GUE/NGL hatte zur Konferenz und zum Netzwerken ins EU Parlament geladen. Vor gut 40 Teilnehmenden referierten 8 Referent*innen zu den Themen:

  • The danger of nuclear weapons in Europe and the World – State of play
  • Collapse of the INF, Modernisation of nuclear weapons on European grounds, UN Treaty on
    Prohibition of nuclear weapons (Die Gefahr von Atomwaffen in Europa und der Welt – Momentaufnahme; Zusammenbruch des INF, Modernisierung von Atomwaffen auf Europäischem Boden, UN Atomwaffensperrvertrag)
  • How to stop the Madness – Strategies, Actions and common Activities to counter the new nuclear arms race and the Struggle for a Nuke-free Europe and World (Wie den Wahnsinn stoppen – Strategien, Aktionen und gemeinsame Aktivitäten, um dem neuen atomaren Wettrüsten etwas entgegenzusetzen und der Kampf für ein atomwaffenfreies Europa und eine atomwaffenfreie Welt)

Referent*innen

  • Denis Halliday, ehemaliger stellvertretender Generalsekretär der Vereinten Nationen und 1997/98 humanitärer Koordinator der Vereinten Nationen im Irak sprach über Uranmunition und die Folgen für Militärangehörige und die Zivilbevölkerung.
  • Tom Unterrainer (Bertrand Russel Peace Foundation) referierte über atomare Abrüstung.
  • Ömer Furkan Özdemir (Kocaeli Academy for Solidarity /Türkei) sprach über die Bedeutung von Erdogans Kriegen für inländische Interessen.
  • Kerstin Rudek (Don‘t nuke the climate) stellte in einer Präsentation (pdf hier runterladen)  dar, wie sehr die so genannte zivile Nutzung der Atomkraft die absolut unabdingbare Grundlage für Atomwaffen bildet und dass mit der weltweiten Stilllegung der Atomkraftwerke auch der Bau neuer Atombomben eingedämmt würde.
  • In Christopher von Lievens (Greenpeace Germany) Vortrag ging es um über gegenseitige Abhängigkeiten zwischen ziviler und militärischer Atomkraft, eine neue Definition der Sicherheit von beiden und Finanzen.
  • Peter Bastian (Sofortausstieg SOFA – Münster/ Germany) referierte über die Urananreicherungsanlage in Gronau und die Brennelementefabrik in Lingen.
  • Ludo de Brabander (Vrede/NL) und Christian Lukenge (Intal/Belgien) sind mit ihren Vorträgen in der gesamten Videoaufzeichnung der Konferenz enthalten.

Die Konferenz war ein guter Auftakt für diese umfangreiche Problematik und soll nach Ansicht der Veranstaltenden und Referierenden fortgesetzt werden. Das Networking spielt für den Austausch von Informationen und ein persönliches Kennenlernen derjenigen, die zu der Thematik Atomkraft und Atomwaffen international arbeiten eine wichtige Rolle, weil erfahrungsgemäß eine langfristige Zusammenarbeit nur auf der Grundlage von tatsächlichen Zusammenkünften erfolgreich funktioniert. Nicht nur die Zuhörer*innen profitierten von den Vorträgen, auch untereinander konnten zahlreiche neue Informationen gesammelt und Aspekte zusammengetragen werden.

Wir machen – gerade auch in der internationalen Öffentlichkeitsarbeit zu den Problemen und den Gefahren von Atomkraft – wiederholt die Erfahrung, dass trotz vorhandener Alternativen, die weniger gefährlich, weniger giftig, weniger teuer, weniger langsam und weniger Menschenrechte missachtend sind als Atomstrom, ein ungeheurer Hang zum Festhalten und Fortschreiben der Nutzung von Atomkraft in vielen Ländern vorhanden ist und wundern uns nicht selten über diesen Umstand. Wenn wir die starke Verflechtung von militärischen Interessen mit der Atomkraft berücksichtigen, wird dieses Phänomen verständlicher.

Vor dem Europäischen Parlament

Im Umkehrschluss kommt uns, auch friedenspolitisch, eine enorme Verantwortung zu, wenn wir als starke soziale Anti-Atom-Bewegung dafür sorgen können, dass ein Abrüsten die Folge sein wird, wenn wir den weltweiten Atomausstieg durchsetzen.

Lilo Wolny, Urgestein des wendländischen Widerstandes, hat in den 70ern, als Gorleben zum nuklearen Entsorgungszentrum deklariert wurde, sich Bücher aus den USA schicken lassen, weil hier Literatur über Atomkraft kaum bis noch gar nicht zugänglich war und berichtete häufig davon, wie unverblümt in den amerikanischen Schriften der Zusammenhang zwischen Atomkraft und Atombombe dargestellt wurde. Ihren damaligen Recherchen zufolge war das primäre Interesse der Nutzung von Atomkraft von jeher der Wunsch nach dem Material für die Atombomben.

Ein Ende des Atomzeitalters bedeutet beides, das Ende der Atomkraftwerke und das Ende der Atomwaffen. Lasst uns zusammen einstehen für Klimagerechtigkeit und Abrüstung!!

Nuclear Disarmament: Making the world free from nuclear weapons

Kerstin Rudek

Kerstin war viele Jahre Vorsitzende der BI und berichtet hier über ihre vorwiegend internationalen Aktivitäten.