Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

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Protest-Jubiläum in Ahaus

Widerstand gegen Atommülleinlagerungen leisten unsere Freund*innen in NRW auch schon seit Jahrzehnten. Am kommenden Wochenende laden sie zu einem Jubiläum ein: Vor exakt 25 Jahren, im Dezember 1994, fand der erste Sonntagsspaziergang aus Protest gegen das dortige Zwischenlager statt. Wir gratulieren und wünschen von Herzen einen langen Protest-Atem!

Grußwort an die BI Ahaus

Für den kommenden Sonntag (15. Dezember) lädt die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ wieder zum Sonntags-Spaziergang ein.

Und dieser Sonntags-Spaziergang ist ein besonderer, denn vor 25 Jahren, im Dezember 1994, fand der erste Spaziergang statt. Castor- Alarm hieß es schließlich im März 1998, als die ersten sechs Behälter mit abgebrannten Brennelementen gegen den entschiedenen Protest und Widerstand aus der Bevölkerung angeliefert wurden.

Ahaus und Gorleben waren die „Hoffnungsträger“ einer desolaten Atommüllpolitik in Deutschland. Atomkraftwerke bauen, ohne sich um die Frage ernsthaft zu kümmern, was mit dem Müll geschehen sollte – das führte zu dem schönen, einprägsamen Bild, dass ein Flugzeug startet, aber noch nicht klar ist, ob es zur Landung auch eine Landebahn geben würde. Erst unter Rot-Grün im Bund wurden kraftwerksnahe Lager errichtet, um zumindest Transporte und die Transportrisiken zu meiden. Und auf das Thema Flugzeug kommen wir noch einmal zurück.

In Gorleben wurden die verglasten hochradioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung eingelagert. Ahaus entwickelte sich schließlich zum Notaufnahmeplatz für alles, von dem man nicht mehr wusste, wohin damit – wie die 305 Behälter mit Brennelementen aus dem stillgelegten Thorium-Hochtemperatur-Reaktor (THTR) in Hamm-Uentrop oder die 18 Behälter mit Brennelementen aus dem einstigen DDR-Forschungsreaktor in Rossendorf. Und zum Verschiebebahnhof für Fässer, die nachkonditioniert werden müssen.

Das muss ein Ende haben. Wie auch die weitere Nutzung der Atomkraft im Land! In eurer Nachbarschaft liegt Gronau, die Urananreicherungsanlage, die gerade Schlagzeilen macht wegen der dreckigen Atomtransporte nach Russland. Aber auch, weil das beharrliche Bemühen um Aufklärung Unfassbares zutage förderte: dass unter dem Deckmantel des Transports von „Wertstoffen“ Russland als Endlagerplatz erkoren wurde. Die Aktionen der letzten Wochen und Tage zeigen Wirkung und verdienen einen großen Applaus! Schluss mit der Brennelementfertigung in Lingen und der Urananreicherung in Gronau!

Die Zwischenlager in Ahaus und Gorleben sind in die Jahre gekommen. Auch der Widerstand ist in die Jahre gekommen und hat damit ein großes Wissen über die Gefahren der Atomkraft, den Müll und die Wichtigkeit des sich Einbringens und des genauen Hinsehens gesammelt. Wir sehen, dass die dünnen Wände mit einer Mauer geschützt werden sollen, dass die dünne Decke keinem gezielten oder ungezielten Flugzeugabsturz standhält. Diese Hallen bieten keinen Schutz gegen mögliche Unfälle oder terroristische Angriffe. Es gibt nicht einmal ein Überflugverbot.

Ja, auch der Widerstand ist in die Jahre gekommen, nur stützen wir uns auf immer bessere Argumente und sind immer noch aktiv, wir haben den sprichwörtlich langen Atem, um dafür zu sorgen, dass es einen Atomausstieg geben wird, der seinen Namen wirklich verdient. Und wir sorgen dafür, dass diese Lager, die nicht nachgerüstet werden können, stillgelegt werden müssen.

Solidarische Grüße aus dem Wendland, für die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg,
Elisabeth Hafner-Reckers, Wolfgang Ehmke

Jan Becker

Jan Becker

Jan hat jahrelang die Webseite contratom.de betrieben, schreibt heute den Blog von .ausgestrahlt und betreut die Webseiten der BI und des Gorleben Archiv.