PRESSEMITTEILUNG

"Gorleben war von Anfang an als Atommülllager ungeeignet" – der Hydrogeologe und Zeitzeuge Prof. Dr. Dieter Ortlam packt aus

Einladung zum Pressegespräch

1977 bestimmte der damalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht Gorleben als Standort für ein nukleares Entsorgungszentrum. Dabei setzte sich der CDU-Politiker bekanntermaßen über den Rat seiner Fachleute im Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung (NLfB) hinweg. „Nach der Aufregung um geschönte Akten und politische Vorgaben nach Auswertung der Tiefbohrungen 1983 ist weiterhin offen, wie es überhaupt zur Standortwahl Gorlebens kam. Dass es fachunkundige und allein politische Gründe gab, Gorleben zu benennen, werden wir nun nachweisen“, kündigt die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg an. Als Zeitzeugen präsentiert die BI den Hydrogeologen Prof. Dr. Dieter Ortlam. Ihn dränge die Verantwortung, endlich zur Aufklärung um Gorleben beizutragen. Noch im Juni war der Umweltausschuss des niedersächsischen Landtages mit seinem Versuch, die Akten der Staatskanzlei zur Gorleben-Wahl durchzusehen, gescheitert, es würde das „Regierungshandeln gefährden“, beschied seiner Zeit die Landesregierung.

Weit vor der Endlagerentscheidung konnte Ortlam bereits Ende der 60-er Jahre (!) große und hochreichende, aktive Salzwasserextrusionsbereiche über dem Salzstock Gorleben feststellen, primär ausgelöst durch den DGH-Effekt (dynamisches Tauchgleichgewicht zweier unterschiedlich mineralisierter flüssiger Phasen)und sekundär bedingt durch die Perforation tertiärer und quartärer Tonschichten im Bereich einer tiefen pleistozänen Rinne („Gorlebener Rinne“ nach ORTLAM & VIERHUFF 1978). Diese grundlegenden fachlichen Erkenntnisse, die damals auch schriftlich niedergelegt wurden (ORTLAM 1970 und 1972), fanden jedoch bei der (politischen) Auswahl des Salzstockes „Gorleben“ als Erkundungsstandort für das geplante Atommüll-Endlager hochradioaktiver Stoffe keine Beachtung.

Prof. Dr. Dieter Ortlam: „Der Salzstock Gorleben ist als Endlager für hochradioaktive Stoffe wegen der Perforation der tertiären Tonschichten durch eine noch nicht ausreichend erforschte quartäre Rinne und der Hydraulik der aktiven Salzwasser-Extrusion aufgrund des DGH-Effektes nicht geeignet.“

Das Pressegespräch mit Prof. Dr. Dieter Ortlam findet am kommenden Mittwoch, 2. September um 13 Uhr in Hannover im Clubzimmer des Restaurants Leineschloss/Landtag statt. Wir freuen uns über Ihr Erscheinen.

Prof. Dr. Dieter ORTLAM; Dipl.-Geologe, ehemals – 1977 – Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung und Leiter der Außenstelle Bremen

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