“7 Jahre Fukushima – die Katastrophe bleibt”

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Sieben Jahre nach dem Tsunami und der Reaktorkatastrophe von Fukushima normalisiert sich die Lage in der Region – das zumindest wollen die offiziellen Stellen in Japan und die Betreiberfirma Tepco Glauben machen.

Demnach sei es heute möglich, wieder in die verstrahlten Gebiete zurückzukehren, würde der Zugbetrieb wieder aufgenommen, gleichzeitig, so warnte Kerstin Rudek seitens der Bürgerinitiative Umweltschutz (BI), würden Vorbereitungen getroffen, kontaminiertes Wasser, das zur Kühlung der havarierten Reaktoren und der Brennelementbecken in großen Behältern aufbewahrt würde, ins Meer zu leiten.

120 Menschen folgten am Montag dem Aufruf der Dannenberger Mahnwache, der Bäuerlichen Notgemeinschaft und der Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) zu einer Kundgebung auf dem Dannenberger Marktplatz und trotzen dem Dauerregen, eskortiert von Traktoren und zu den Klängen der Sambagruppe Xamba.

Denn bei näherem Hinschauen stellt sich die Lage völlig anders dar. „Immer noch tritt unkontrolliert Strahlung aus der Ruine aus, immer noch strömt verseuchtes Wasser ins Meer und der Boden ist weiterhin kontaminiert. Und während die Menschen so in eine ungewisse Zukunft mit höchsten Gesundheitsrisiken schauen, werden sie von der Regierung schon wieder in die strahlenden Zonen zurückgeschickt“, erklärte Herbert Schaper-Biemann für die Mahnwache. Neben dem Erinnern ginge es aber auch um das Mahnen:

„Es ermahnt uns, weiter für das schnellere Aus für die hier immer noch laufenden Atomkraftwerke zu streiten. Es ermahnt uns, weiter gegen deutsches Steuergeld für das britische AKW-Projekt Hinkley Point zu protestieren; es ermahnt uns, bessere Sicherheitsstandards für die Zwischenlager zu fordern, die immer mehr zu Langzeitlagern mutieren, und für das Ende des Endlagerprojekts im Salzstock Gorleben-Rambow einzutreten.“ Nicht zuletzt zeige das Beispiel Fukushima auch, dass man weg müsse vom ungebremsten Wachstumswahn und hin zu einer die Substanz des Planeten erhaltenden Wirtschafts- und Lebensweise.

Weitere Informationen über den „heißen Draht“ zu japanischen Aktivist*innen, die wiederholt im Wendland zu Gast waren, schloss auch der BI-Vorsitzende Martin Donat an. Der Versuch, Normalität vorzugaukeln, verfolge vor allen ein Ziel: Bis 2020 zur Olympiade in Tokio soll Fukushima kein Thema sein: “Dass das nicht gelingt, daran arbeiten wir“, sagte Donat unter großem Beifall.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

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