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„Weil es Grenzen gibt, die das Gewissen setzt“

Frauen haben stets (mindestens!) die Hälfte unserer Geschichte gestaltet- meist unter widrigsten Bedingungen und oft gegen massive männliche oder gesellschaftliche Widerstände. Starken Frauen als treibender Kraft gesellschaftlicher Veränderungen sind die "Frauenorte" in Deutschland gewidmet. Mit Widerstand hat auch der nun jüngste Frauenort in Niedersachsen zu tun. Nachdem der Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. am 10. Juni 2021 in Königslutter am Elm den 44. Niedersächsischen Frauenort "Kaiserin Richenza" (12. Jahrhundert) widmen konnte, hat auch Lüchow-Dannenberg seit Freitag einen derartigen Gedenkort starker und politischer Frauen. (mehr …)

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Rettet die Birken!

Für eine Mobilitätswende - anstatt der Fällung von dutzenden Straßenbäumen: Am 20. Juni folgten 100 Menschen dem Aufruf zu einer Fahrraddemo auf der K8. Treffpunkte waren Pudripp/Kreuzung und Sallahn/Kreuzung, von dort führten zwei lange Karawanen bis zu einer Kundgebung auf der Kreuzung nach Wibbese. (mehr …)

6.2.1990: Widerstandsdorf gegen die PKA

Abi Schulze ist verstorben

In diesen Tagen erreichte uns eine Trauerkarte der Familie Schulze. Albert "Abi" Schulze ist Ende Mai 2021 verstorben. Er folgte seiner Ehefrau Karin, die vor gut 2 Jahren verstorben ist. Er gehörte, gemeinsam mit Karin, zu den Menschen „der ersten Stunde“, die sich gegen Gorleben als „Nukleares Entsorgungszentrum“ empörten und sich in der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) organisierten. (mehr …)

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Nein zur Brücke!

"Wir stehen hinter Euch!", kündigte Martin Donat, Vorsitzender der BI, am Samstag in Neu Darchau an. Im Rahmen eines bundesweiten Aktionstag für die Mobilitätswende fand dort eine Kundgebung gegen den Bau einer Brücke über die Elbe - und für den Erhalt der Fährverbindung - statt. mehr auf unserer Facebook-Seite

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Brennelemente-Joint-Venture Framatome/Rosatom stoppen!

Rund 80 Initiativen und Verbände aus mehreren europäischen Ländern, darunter die BI, unterstützen eine trinationale Resolution gegen die Bewilligung einer russisch-französischen Atomkooperation durch die Bundesregierung zur Brennelementeproduktion in Lingen/Emsland. Sie fordern stattdessen ein Ende der Uranverarbeitung und eine De-Nuklearisierung Europas. mehr erfahren bei sofa-ms.de

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Schacht Konrad: Breites Bündnis fordert Rücknahme des Planfeststellungsbeschlusses

BUND und NABU haben heute einen Antrag auf Widerruf des Planfeststellungsbeschlusses für Schacht Konrad beim Niedersächsischen Umweltministerium eingereicht. Damit fordern die Umweltverbände das Land auf, das Atommüllprojekt aufzugeben und den Weg für eine transparente und wissenschaftlich basierte Standortsuche frei zu machen. - mehr auf ag-schacht-konrad.de

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PRESSEMITTEILUNGEN

Der Kreuzweg ist beendet – die Klimabewegung geht weiter.

2. August 2021

Der Kreuzweg von Gorleben nach Garzweiler begann am 4. Juli mit einer Auftakt-Veranstaltung an der Beluga, dem Greenpeace Schiff, das in Gorleben auf dem Trockenen steht. Zweihundert Meter weiter im Gorlebener Wald wurde das Kreuz während einer Andacht des seit über 30 Jahren abgehaltenen Gorlebener Gebets gesegnet und auf den Pilgerweg gesandt. Heute ist die…

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„Aus Gorleben lernen heißt auf den Schacht Konrad verzichten!“

16. Juli 2021

Unter diesem Titel liefern Wolfgang Ehmke, Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), und Ursula Schönberger von der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad in einem Online-Meeting Argumente dafür, dass nach dem Ende des Endlagerprojekts in Gorleben auch das ehemalige Erzbergwerk in Salzgitter aufgegeben werden muss: dort sollen 300.000 Kubikmeter schwach- und mittelaktive Abfälle gelagert werden.

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Endlagersuche: Topdown statt Konsultation

7. Juli 2021

Neunzig Teilgebiete in über fünfzig Prozent der Landesfläche gelten bisher als „günstig“ bei der Endlagersuche. Derzeit entwickelt die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) Instrumente, wie sie die notwendigen Eingrenzungen vornehmen will, um im nächsten Schritt Regionen auszuweisen, die für die obertägige Erkundung in Frage kommen. Allerdings, so die heftige Kritik am Vorgehen der BGE, wurden dieser…

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TERMINE & AKTIONEN

So. 8.08.2021
13 Uhr
Gorleben
Beluga-Schiff
Sonntagsspaziergang rund um das Bergwerksgelände
So. 8.08.2021
14 Uhr
Gorleben, an den KreuzenGorlebener Gebet
28. Juli - 8. AugustKulturelle Landpartie im Wendlandunser Programm siehe hier
Mo. 9.8.2021Dannenberg
Marktplatz
Fukushima-Mahnwache

GORLEBEN RUNDSCHAU

Als ich im Winter 2014 mit Greenpeace nach Fukushima kam, traf ich dort neben anderen Zeugen der nuklearen Katastrophe auch den Milchbauern Herrn Hasegawa. Während seines bedrückenden Berichtes schweiften meine Gedanken immer wieder ab zu meinem langjährigen Nachbarn von der Bäuerlichen Notgemeinschaft. Erst anhand der persönlichen Schicksale wurde mir richtig klar, dass hier in Japan real eingetreten war, wogegen wir im Wendland und anderswo Jahrzehnte gekämpft hatten. „Wir können unseren Boden nicht einrollen und mitnehmen“ sagten unsere Bauern. Denn sehen konnte man die fatalen Folgen nicht, nur die Verwüstungen des Tsunamis und die absurden Reste der hilflos anmutenden Aufräumarbeiten und „Dekontaminierungen“.Der Gemüsegärtner Herr Kanno schilderte, was es hieß, nie wieder auf seine geliebten Äcker zu dürfen, Frau Sugano rang schwer um ihre Fassung, als sie erzählen musste, dass sie aus Unkenntnis ihre Kinder noch lange im Garten spielen ließ, dessen Boden sich bei einer Untersuchung als Atommüll herausstellte, und Herr Idogawa, adeliger Bürgermeister der evakuierten Stadt Futaba, berichtete von der restlosen Zerstörung seines uralten Gemeinwesens, dem die Atomindustrie haltlose Versprechungen von Sicherheit gemacht hatte. Es ist kulturell begründet, dass alle diese Zeugen nur sachlich und distanziert berichten. Erst als das Ehepaar Okawara, dass früher einen Bioladen und nun eine unabhängige Messstation für Kindernahrung betrieb, ihre Erlebnisse in einem Puppenspiel darstellte, dessen Handpuppen ihren Gefühlen Ausdruck verleihen durften, brach es aus uns heraus. Und erst später mischte sich unter die Trauer und das Entsetzen über die Dimension der Katastrophe auch die Wut.

Die letzte Nacht in Japan durfte ich in Gesprächen mit dem in Japan lebenden Journalisten und Filmemacher Pio d’Emilia verbringen, einem Freund und Vertrauten des damaligen Premierministers Naoto Kan und er berichtete, wie dieser von einem politisch-industriellen Komplex abserviert wurde, nachdem er unter den Eindrücken der Fukushima-Katastrophe zum vehementen Atomkraftgegner geworden war.

Zwei Jahre später kam Naoto Kan auf Einladung des internationalen Literaturfestivals „Lesen ohne Atomstrom – die erneuerbaren Lesetage“ nach Hamburg und machte deutlich, dass es ihm ernst ist mit der Forderung nach dem Atomausstieg. Seine Worte sollten in der internationalen Politik einiges Gewicht haben, denn er war der Premier eines Landes, das seinen Energiebedarf ursprünglich zu einem Drittel aus Atomstrom deckte und schlagartig gezwungen war, diesen Anteil auf Null zu senken. Obwohl dies aber möglich war, will eine andere Regierung in Japan nun auf dem Weg zur Klimaneutralität nicht nur an der Atomkraft festhalten, sondern sogar eine Plutonium-Wiederaufarbeitungsanlage in Betrieb nehmen, deren Start schon 24 Mal verschoben wurde und die jährlich zehnmal mehr Tritium ins Meer einleiten wird, als in Fukushimas 1000 Wassertanks lagert. Der wahre Hintergrund ist jedoch der Versuch, den in Japan lagernden Stoff für 6000 Atombomben im Brennstoffkreislauf zu halten. Denn in Japan gibt es weder ein Zwischenlager, noch kann es in dem Erdbeben-geschüttelten Land ein Endlager geben...

Radioaktivität kennt keine Grenzen. Unser Widerstand auch nicht! Eine erneuerbare Zukunft kann es nur ohne den Irrsinn der Atomindustrie geben.

Martin Donat, Vorsitzernder der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg