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Protest vorm Zwischenlager Gorleben

Rund 80 Menschen, umrahmt von zwei Traktoren, fanden sich heute vor den Toren des Zwischenlagers Gorleben zur Kundgebung ein, zu der die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) und die Bäuerliche Notgemeinschaft aufgerufen hatten.

Die Empörung sei groß, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke, dass zwei Tage später in Salzgitter, dem Sitz des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), fernab vom Ort des Geschehens in einem kleinen Kreis über die Pläne, die Zwischenlagerung in Gorleben zu verlängern, debattiert würde. (mehr …)

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Unser Shop ist wieder online!

Liebe Freund:innen, wir haben unseren Materialshop wieder freigeschaltet. Ab sofort könnt ihr die beliebten Pullis und Shirts mit der Wendlandsonne, Aufkleber, Fahnen und unser Infomaterial bestellen: material.bi-luechow-dannenberg.de

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Weitere 100 Jahre Atommülllagerung – Augen zu und durch?

2034 erlischt die Genehmigung für die Castorhalle in Gorleben, die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) bereitet schon ein neues Genehmigungsverfahren vor. Ein Update zur Veranstaltung am 13. August.

Ein Regelwerk für die 16 Zwischenlager in Deutschland fehlt, Beteiligung wird kleingeschrieben, angesagte Termine werden nicht eingehalten…In der Scoping-Unterlage der BGZ, die bereits im November 2024 veröffentlicht wurde, heißt es an entscheidender Stelle: „Durch die verlängerte Zwischenlagerung am Standort entstehen keine baulichen Veränderungen, wodurch keine zusätzlichen bisher unversiegelten Flächen in Anspruch genommen werden.“ (mehr …)

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Der Waldbrand bei Gorleben vor 50 Jahren

Am 12. August 1975 um 11:55 Uhr bricht in der Nähe von Gorleben ein Großfeuer aus. Vom ehemaligen „Trafohäuschen“ aus, später ein markanter Treffpunkt für viele Aktionen der Gorleben-Gegner:innen, frisst sich das Feuer südlich vor. Bis 22:00 Uhr sind ca. 2.000 Hektar Wald- und Ackerfläche vernichtet.

„Niemand war vor der Standortbenennung im Februar 1977 auf die Idee gekommen, dass dieser Brand, eindeutig durch Brandstiftung verursacht, womöglich ein Hinweis auf eventuelle Großpläne einer Landesregierung sein könnte“, erzählte Lilo Wollny dem Wendland Net 2009.

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dannenberg

Hiroshima – Auch 80 Jahre danach: brandaktuell!

Am 6. und 9. August 1945 wurden die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki Ziel von Atombombenabwürfen. Am Mittwoch, 6. August lud das Antimilitaristische Bündnis Wendland zur Kundgebung mit Gedenk-Aktion auf dem Marktplatz in Dannenberg. Über 100 Menschen kamen und setzten ein Zeichen gegen die nukleare Aufrüstung, die Atombombe und Atomkraft.

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Störfall in Gorleben 199x

Ein Ausschnitt aus „Castor – der Film“ über eine Feuerwehr Katastrophenschutzübung in den 90er Jahren. Diese Thematik hat mit Blick auf die geplante Verlängerung der Zwischenlagergenehmigung in Gorleben an Aktualität nicht verloren. (mehr …)

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„Die Nuklearfalle – Putins Deals mit dem Westen“

Arte zeigte am 16. Juli eine Dokumentation in fünf Kapiteln, die es in sich hat. Es geht um Rolle des russischen Staatskonzerns Rosatom im weltweiten nuklearen Netzwerk und die Abhängigkeit vor allem Frankreichs von den Uranlieferungen Russlands, nachdem der Niger als Billiglieferant weggebrochen ist. Es geht auch um die Versorgung von Atomkraftwerken in osteuropäischen EU-Ländern mit spezifischen Brennelementen, die allein Rosatom anfertigt.

Ein wichtiger Baustein dabei ist die Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen, wo auf deutschem Boden die französische Framatome ein Joint-venture mit Rosatom betreibt. Der Film erklärt, warum Uranlieferungen von allen Sanktionen als Antwort auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ausgenommen sind, und treibt es auf die Spitze: ausgerechnet die Ukraine setzt mit dem AKW Chmelnizki auf die Lieferung von Brennelementen russischer Bauart… Krieg hin, Krieg her. (mehr …)

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Stellungnahme zum Nationalen Entsorgungsprogramm

Im Entwurf des Nationalen Entsorgungsprogramms werden die ungelösten Fragen und vorhandenen Probleme im Umgang mit den radioaktiven Abfällen weitgehend ausgeblendet. Lecke Atommüllfässer kommen ebenso wenig vor wie Brennelemente-Zwischenlager ohne Genehmigung. Es wird keine Abwägung verschiedener Konzepte und Alternativen beim Umgang mit den radioaktiven Abfällen durchgeführt. Gemeinsam mit .ausgestrahlt haben wir eine Stellungnahme veröffentlicht, die hier unterzeichnet werden kann.

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BI-Ratschlag: Viele offene Fragen

Der hochaktive Atommüll wird vermutlich noch viele Jahre im Gorlebener Zwischenlager stehen, Schätzungen gehen von weiteren 80 bis 100 Jahren aus. Erste Behälter-Zulassungen laufen schon in diesem Jahr aus, und 2036 endet die Aufbewahrgenehmigung für die Zwischenlagerhalle. 2026 plant die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) eine Genehmigung zur Verlängerung der Lagerungszeit zu beantragen. Das wirft viele Fragen auf, die am 26. Februar auf einem „Ratschlag“ der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) in Platenlaase von den anwesenden Akivist:innen diskutiert wurden. hier mehr dazu lesen

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PRESSEMITTEILUNGEN

Deklaration von 32 Umwelt- und Sozialverbänden sowie Anti-Atom-Inis

16. April 2026

Eine konsequente Energiewende gibt es nur ohne Atomkraft. In den letzten Jahren wird immer deutlicher, dass die Energiewende kein reines Umwelt- und Klimaschutzprojekt ist. Für Menschen in Europa geht es um Energiesicherheit, stabile Preise und die Unabhängigkeit von autoritären Regimen. Das Abschalten der letzten Atomkraftwerke vor drei Jahren war dafür ein wichtiger Schritt. Trotzdem profilieren…

Wendland = Windland? Ausbau ohne Maß?

16. April 2026

Seit der Standortbenennung Gorlebens 1977 hat sich die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) für den Ausbau der Regenerativen als Alternative zur Atomkraft eingesetzt. Die drei Windanlagen auf dem Jeetzler Berg bei Lüchow stehen für dieses Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, die sich in einer Energiegenossenschaft zusammengeschlossen haben. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: „An dieser Linie – Regenerative statt…

40 Jahre Tschernobyl

13. April 2026

Der SuperGAU in Tschernobyl vor 40 Jahren steht im Fokus für zwei Gedenkveranstaltungen der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Am 16. April liest BI-Sprecher Wolfgang Ehmke aus der Groteske „Tanz den SuperGAU“, unterstützt von der Rezitatorin Doris Krohn. Über die aktuelle Lage vor Ort und die Kriegseinwirkungen in der Ukraine unterrichtet die Ärztin und BI-Vorständlerin Dr.…

TERMINE & AKTIONEN

Do. 16.04.2026
16 Uhr
Lüchow,
K.(punkt) Kulturladen
Langestr.49
40 Jahre Tschernobyl – „Tanz den SuperGAU“
Lesung der Groteske Wolfgang Ehmke
Infos zu Tschernobyl und Saporischschja heute
Dr. Elke Schrage
Hutkasse
Sa. 18.04.2026
12 Uhr
Berlin,
Brandenburger Tor
15./40. Jahrestag Fukushima/Tschernobyl
Kazagurama-Demo
mit Elisabeth Hafner-Reckers (BI)
So. 19.04.2026
13 Uhr
Gorleben,
Atomanlagen
Beluga-Schiff
Sonntagsspaziergang rund um das Gelände des ehemaligen Endlagerbergwerks, findet seit dem 25.10.2009 jeden Sonntag ohne Unterbrechung statt, solange bis das Bergwerk wieder verfüllt ist
So. 19.04.2026
14 Uhr
Gorleben,
Atomanlagen
an den Kreuzen
Mastenweg
Gorlebener Gebet - jeden Sonntag um 14.00 Uhr versammeln sich Menschen im Wald von Gorleben unter Kreuzen zu einer etwa halbstündigen Andacht. Motto: "Bleibet hier – wachet und betet."

GORLEBEN RUNDSCHAU

Manche Fehler sollte man nur einmal machen. Die Tochter des CDU-Politikers Ernst Albrecht , der uns 1977 den Schlamassel mit Gorleben beschert hat, die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, eben noch eine glühende Verfechterin des „Europäischen Green Deals“, weinte in den Iden des März der Atomkraft Krokodilstränen hinterher. Der deutsche Atomausstieg sei angeblich ein „strategischer Fehler“ gewesen. Pünktlich zum 15. Jahrestag der unbewältigten Nuklearkatastrophe von Fukushima nannte sie diese Hochrisiko-Technologie „zuverlässig, bezahlbar und emissionsarm“. Sie sprang damit dem französischen Premier Macron bei, der nach einem Atomenergie-Gipfel in Frankreich die Renaissance der ständig abgeschalteten französischen Pannenreaktoren verkündete. Private Investitionen in angeblich so nachhaltige Atomtechnologien will die EU zukünftig aus dem Emissionshandel absichern.

Kleine modulare Reaktoren, einst als Antrieb für Atom-U-Boote entworfen und bis heute nicht serienreif entwickelt, seien angeblich sicherer und könnten bei Stromlücken der Erneuerbaren hoch- und runtergefahren werden. Tatsächlich aber würden Tausende oder gar Zehntausende Reaktoren benötigt, womit sich nicht nur das Risiko von Unfällen vervielfachen würde, sondern auch das Risiko der Proliferation, also der Entwendung von radioaktivem Material, von potenziellen Zielen im Kriegsfalle ganz zu schweigen.

Bis eine derartige Zukunftstechnologie einen nennenswerten Beitrag zur Stromsicherheit liefern könnte, sollten wir ohnehin längst bessere Speichertechnologien entwickelt haben, weil wir sonst das Rennen um eine nachhaltige, klimagerechte Zukunft lange verloren hätten. Für diese Forschung und Entwicklung fehlte aber jeder Cent, der in die rückwärtsgewandte Technologie Atomkraft vergeudet würde. Die Menge des zu lagernden Atommülls würde sich allerdings je nach Konzept verdrei- bis verzwanzigfachen.

Was meinte Frau von der Leyen also mit „Strategie“? Shinzo Abe, der japanische Premier nach der Nuklearkatastrophe, sagte 2013 anlässlich des Hiroshima-Gedenkens, Japan brauche Atomkraft aus „geopolitischen Gründen“. Seine Nachfolgerin, die Premierministerin Takaichi, möchte nun nach ihrem Erdrutschsieg mit Zwei-Drittel-Mehrheit und ihrem rechts-nationalen Koalitionspartner die japanische Nachkriegs-Verfassung ändern und zuvorderst den Pazifismus-Artikel abschaffen. Ihre ultranationalistische Interessengruppe Nippon Kaigi tritt derweil offen für Geschichtsrevisionismus ein und möchte die Verbrechen des japanischen Militärs im zweiten Weltkrieg in eine „Befreiung Ostasiens“ umdeuten. Vor diesen Hintergründen ist es nicht ganz unbedeutend, dass die meisten Konzepte von SM-Reaktoren auf der Abspaltung von waffenfähigem Plutonium basieren.

In einer Zeit, in der Multimilliardäre der Tech-Konzerne Kriege mitentscheiden, wo künstliche Intelligenz nicht nur alle Energie verschleudert, die wir einsparen, sondern auch noch Bombardierungsziele aussucht und „Kollateralschäden“ verantwortet; wo auch westliche Demokratien drohen, in die Hände von Oligarchen und korrupten Strukturen zu fallen, sollten uns diese Überlegungen und Entwicklungen wirklich Angst machen. 76 Jahre Frieden in diesem Land haben wir einer mühsam ausgehandelten „regelbasierten Weltordnung“ zu verdanken. Die angebliche Abschreckung von Atomwaffen basiert lediglich auf der Annahme, man könne dem Gegner glaubhaft machen, eher die Sicherheit und das Leben zu riskieren, als Freiheit und Selbstbestimmung aufzugeben. Es erscheint aber wahrscheinlich, dass Islamfaschisten und andere totalitäre Regimes hier weitaus opferbereiter sein könnten als westliche Demokratien. Außerdem steigt mit weiterer nuklearer Aufrüstung die Gefahr, dass die roten Knöpfe in die Hände von korrupten Kräften fallen könnten, die womöglich nur an den Börsen auf den Ausgang dieses letzten Abenteuers der Menschheit wetten.

Martin Donat,
Vorsitzender der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.