castor2020

Wann kommt der Castor?

Zurzeit gibt es keine Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Transport der sechs CASTOR-Behälter aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield ins hessische Biblis. zum Newsletter

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Neue Gorleben Rundschau

Neben anderen spannenden Themen wirft die neue Ausgabe der Gorleben Rundschau einen informativen und kritischen Blick auf das erste formale Beteiligungsformat bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Müll. - zur aktuellen Ausgabe

Erkundungsbergwerk Gorleben

Endlagersuche = Fehlstart

Das Geologiedatengesetz wurde beschlossen. Doch es gibt keine Transparenz von Anfang an, so ist eine qualifizierte Prüfung des BGE-Berichts im Herbst unmöglich. "Wollte man nicht aus den Fehlern in Gorleben lernen?" fragt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. zur Presseerklärung

Am 22. Mai 2014 nahm die Endlagerkommission die Arbeit auf. Dagegen hat die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg in Berlin und in Gorleben protestiert. Die Kommission als Teil des Standortauswahlgesetzes suggeriere, dass die Endlagersuche neu gestartet werde. Statt wirklich einen Schlussstrich unter die Tricks, Lügen und Verdrehungen der letzen drei Jahrzehnte zu ziehen, bleibe Gorleben als Standort gesetzt, so die BI. Durch das Gesetz und das Beteiligungsverfahren - die Endlagersuchkommission - sollen Umweltverbände eingebunden werden, um Gorleben im Nachhinein zu legitimieren. "Welch Zeitverschwendung", so die BI, "dass nun zwei Jahre lang offen und versteckt über einen Standort gestritten wird, statt eine umfassende Atommülldebatte einzuleiten!" Im Bild: Torben Klages, hauptamtlicher Mitarbeiter der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg

Ort: Berlin
Copyright: Kina Becker
Quelle: PubliXviewinG

Fachkonferenz Teilgebiete bedeutunglos?

Geodaten von Privatfirmen dürften erst veröffentlich werden, wenn das Endlagersuchverfahren in die Folgerunde geht. Das Beteiligungsformat „Fachkonferenz Teilgebiete“ wird von Seiten des Bundestages somit bis zur Bedeutungslosigkeit abgewertet, kritisiert die BI. zur Presseerklärung

Endlagersuche: Kostspielige Werbung – aber kaum Geld für Beteiligung?

Während über profane Fragen wie die Erstattung von Reisekosten und Unterbringungskosten für Verfahrensbeteiligte gestritten wird, wurden nun Details zu einer Werbekampagne des BASE bekannt. zur Presseerklärung

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Ende einer Utopie mit Schlagstöcken

Am 4. Juni 1980 wurde die „Republik Freies Wendland“ geräumt. Eine vierwöchige Utopie endete mit dem bis dahin größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik. Eindrücke vom Gorleben Archiv

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PRESSEMITTEILUNGEN

Fachkonferenz Teilgebiete Thema im Kreisausschuss

2. Juli 2020

Auf Einladung des Ausschusses Atomanlagen des Kreistages Lüchow-Dannenberg wird am kommenden Dienstag (7. Juli) Dr. Jörg Tietze von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) über das Endlagersuchverfahren informieren und den derzeitigen Arbeitsstand der bundeseigenen Firma skizzieren. Das ist nicht ohne Brisanz, denn schließlich ist der Salzstock Gorleben-Rambow bisher der einzige Standort, der – weil fortgeschleppt –…

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Wichtige Fragen zur Endlagersuche – BGE hüllt sich in Schweigen

1. Juli 2020

Bereits Mitte April legte die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) einen Fragenkatalog zur Endlagersuche vor, doch eine Antwort gibt es bis heute nicht. Vielleicht, weil die BI mit ihren Fragen den berühmten „Nagel auf den Kopf getroffen“ hat?

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Deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen – versprochene Überarbeitung des Euratom-Vertrages umsetzen

1. Juli 2020

Am 1. Juli 2020 übernimmt Deutschland den Vorsitz im Rat der Europäischen Union. In dieser Zeit leitet und koordiniert die deutsche Bundesregierung die Arbeit des Rates. Eine Vielzahl von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen aus Deutschland und weiteren europäischen Staaten, darunter auch die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), nimmt das zum Anlass, die Bundesregierung aufzufordern, einen konkreten Zeitplan…

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TERMINE & AKTIONEN

Donnerstag 02.07. bis Sonntag 05.07. um 20.15 UhrKulturverein Platenlaase
täglich nur 25 Zuschauer*innen
"33 Tage Utopie" - Film zur Republik Freies Wendland
So. 05.07.2020
13 Uhr
Gorleben AtomanlagenSonntagsspaziergang
So. 05.07.2020
14 Uhr
Gorlebener TannGorleben Gebet
Mo. 06.07.2020
18 Uhr
Dannenberg
Martkplatz
Fukushima-Mahnwache

GORLEBEN RUNDSCHAU

Wie sieht der Alltag der Bürgerinitiative Umweltschutz in Corona-Zeiten aus?

Allen voran hat uns die Absage der Kulturellen Landpartie sehr betrübt. Ein schwerer Schlag für alle Kunst- und Kulturschaffenden, Handwerker/-innen und Musiker/-innen. Natürlich auch für uns mehr als traurig, dass unsere Kulturelle Widerstandspartie am Freitag vor Pfingsten auf der Strecke bleiben musste, zumal wir in den letzten Jahren so viele Menschen an unserem wunden Punkt, den Atomanlagen in Gorleben, versammeln konnten. Der persönliche Austausch in dieser besonderen Zeit im Wendland wird uns sehr fehlen, auch weil uns die wundervollen Begegnungen immer durch das Jahr getragen haben und uns eine besondere Motivation waren.

Die jährliche Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg mussten wir im März verschieben. Der Vorstand berät sich fortlaufend über die Durchführbarkeit der Mitgliederversammlung. Es soll jedoch allen Mitgliedern die Teilnahme an einer physischen Versammlung ermöglicht werden und wir sind uns einig, dass dies noch nicht möglich ist. Doch den Kopf in den Sand zu stecken, liegt uns nun wahrlich nicht, und über Langeweile konnten wir leider auch noch nie klagen.

Was läuft? Das BI-Büro ist besetzt, die Vorstandssitzungen laufen per Telefonkonferenz, die überregionale Debatte per Videokonferenzen. Das klappt so einigermaßen, und da unsere Arbeit in erster Linie ehrenamtlich ist, müssen wir uns bislang nicht um die Finanzen für die laufenden Kosten sorgen. Wir freuen uns, dass die Fukushima-Mahnwache in Dannenberg still und leise mit Abstand weiter stattfand. Menschen haben sich ab dem 3. Mai auf den Weg zur Stempelstelle 1004 gemacht, zum Ort des legendären Hüttendorfs, mit dem die Tiefbohrungen für ein Endlager im Salzstock Gorleben-Rambow verhindert werden sollten. Das Gorlebener Gebet findet wieder statt. Wir freuen uns auch, dass unsere Homepage, die wir fast täglich aktualisieren, jetzt häufiger angeklickt wird, und viel Lob haben wir für die Gorleben Rundschau und den BI-Newsletter eingeheimst.

Besondere Zeiten beinhalten eben auch besondere Herausforderungen und das StandAG erfordert weiterhin unsere volle Aufmerksamkeit. Wir haben gefordert, dass im Zuge der Corona Epidemie neue Ansätze bei der Öffentlichkeitsbeteiligung geben müsste, doch damit sind wir bei den Ämtern abgeblitzt, offenbar gibt es keinerlei Aufschub. „Sorgfalt vor Eile“ bleibt deshalb das von uns geforderte Vorgehen. Das gilt jetzt erst recht! Da in diesen Zeiten eine Begleitung des Endlagersuchprozesses durch physische Anwesenheit in Veranstaltungen nicht möglich ist, gibt es seitens der Behörden vermehrt virtuelle Angebote zur Beteiligung, um bloß keine Verzögerung im Verfahren aufkommen zu lassen. Nach ersten Erfahrungen wird das von uns jedoch als sehr kritisch angesehen. Stundenlang hockt man vor dem Bildschirm, sofern die Leitung nicht zusammenbricht. Man kann nicht intervenieren. Sowohl die technischen Herausforderungen, als auch die Möglichkeit, effektiv intervenieren zu können, gestalten sich sehr schwierig.

Jede Debatte lebt von Begegnung. Und mit Blick auf den Herbst, wo das erste Mal auf den Tisch kommt, welche Regionen in Deutschland näher untersucht werden, ob sie für ein Atommüllendlager als „günstig“ anzusehen sind und wo sich die Frage klärt, ob Gorleben dabei aus dem Rennen ist, juckt es uns, auf die Straße zu gehen. Das wird schon, sagen wir uns, natürlich mit Abstand – aber bizarr ist das schon.

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg