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Republik Freies Wendland

Am 3. Mai vor 41 Jahren besetzten 5.000 Leute ein Waldstück in der Nähe von Gorleben, errichteten ein Hüttendorf und riefen die Republik Freies Wendland aus. zur Protest-Chronik auf www.gorleben-archiv.de

2021-05-02 Gorleben (600) - 37

600. Sonntagsspaziergang

Am Sonntag (2. Mai) umrundeten rund 3 Dutzend Menschen aus Protest gegen die Endlager- und Energiepolitik der Bundesregierung das Gelände des Salzstocks Gorleben. Auch nach dem Ausscheiden des Standorts aus der bundesweiten Suche nach einem Atommüllager findet die Protestaktion weiter statt, solange, bis das Bergwerk zurückgebaut wird! - zur Pressemitteilung

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Endlagersuche: Gorleben weiter im Fokus

Die BI hofft, dass die Stimmen in der Fachkonferenz Teilgebiete, die an Gorleben festhalten wollen, leiser werden und sich auf dessen Hauptbefürworter Christoph Barthe, einen AfDler, der sich auch im Pro-Atom-Verein Nuklearia engagiert, beschränken wird. - zur Pressemitteilung

BI Büro Lüchow Rosenstraße

BI-Büro derzeit geschlossen

Wegen der Corona-Pandemie ist das BI Büro in Lüchow derzeit sehr unregelmäßig geöffnet. Wir bitten um ein wenig Geduld. Ihr erreicht uns per Mail. Danke!

Luftaufnahme des Zwischenlagers für hochradioaktiven Atommüll in Gorleben.

Ort: Gorleben
Copyright: Andreas Conradt
Quelle: PubliXviewinG

Die Strahlenuhr tickt!

Aus den Zwischenlagern werden Langzeitlager mit ungeklärten Folgen für die Sicherheit und Sicherung dieser Anlagen, warnt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) seit geraumer Zeit. Ausgerechnet die Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) liefert jetzt Argumente, die die Brisanz der Langzeitlagerung unter Beweis stellen. - zur Pressemitteilung

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Atomausstieg sofort! – Veranstaltungen rund um den Tschernobyl-Jahrestag

Am 26. April 1986, vor 35 Jahren, ereignete sich die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. Radioaktives Material wurde über ganz Europa verteilt. Mehr als 100.000 Menschen mussten aus dem Gebiet um Tschernobyl umgesiedelt werden. In Russland sind nach Angaben der russischen Akademie der Wissenschaften bisher mehr als 60.000 Todesopfern durch die Tschernobyl- Katastrophe zu beklagen, in der Ukraine und in Weißrussland mehr als 140.000 Tote. Noch immer erkranken in vielen Ländern Menschen aufgrund des erhöhten radioaktiven Fallouts an Krebs. Zahlreiche Veranstaltungen erinnern  an die Katastrophe. (mehr …)

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PRESSEMITTEILUNGEN

Kreuzweg für die Schöpfung von Gorleben nach Garzweiler: Der Kreis der Unterstützer wächst weiter – jetzt auch Greenpeace Energy dabei!

23. Juni 2021

Die Runde der Unterstützer:innen des „Kreuzwegs für die Schöpfung von Gorleben nach Garzweiler“ wächst beständig. Inzwischen unterzeichnen den Aufruf so unterschiedliche Gruppen wie das Anti-Atom-Plenum Weserbergland, die Evangelische Kirche im Rheinland, Maria 2.0 oder Greenpeace Energy.

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Über die Endlagersuche reden – BUND Niedersachsen diskutiert mit Bürger*innen und Expert*innen

22. Juni 2021

Mehr als 17.000 Tonnen hoch radioaktiver Abfälle wurden bislang in Deutschland produziert, ohne dass es eine Perspektive für eine sichere Lagerung gibt. Sie lagern vielerorts unter unzureichenden Bedingungen. Wohin mit Deutschlands Atommüll? Wie kann der weitere Begleitprozess gestaltet werden, um eine stärkere Partizipation der Bürger*innen zu ermöglichen? Rund 100 Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und Fachleute diskutieren…

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Online-Gesprächsangebot: Lernen aus dem Gorleben-Konflikt

14. Juni 2021

Die Fachkonferenz Teilgebiete, die den Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung berät, in dem 54 Prozent der Landesfläche als günstig für die tiefengeologische Atommülllagerung ausgewiesen wurden, hat in der letzten Woche von Donnerstag bis Samstag getagt. Das erneut rein digitale Angebot der zweiten Beratungskonferenz musste am Freitagvormittag aus technischen Gründen unterbrochen werden. Zum Opfer dieser Malaise…

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TERMINE & AKTIONEN

So. 27.6.2021
13.00 Uhr
Gorlebenjeden Sonntag: Spaziergang um das Bergwerk - bis zum Zuschütten!
So. 27.6.2021
14.00 Uhr
Gorleben, an den Kreuzenjeden Sonntag: Gorlebener Gebet
Mo. 28.06.2021
18 Uhr
Dannenberg
Marktplatz
jeden Montag:
Fukushima-Mahnwache
So. 4.07.2021Gorleben
Atomanlagen
Anti-Atom meets Anti-Braunkohle: Start des Kreuzweges von Gorleben nach Garzweiler
www.kreuzweg-gorleben-garzweiler.de

GORLEBEN RUNDSCHAU

Als ich im Winter 2014 mit Greenpeace nach Fukushima kam, traf ich dort neben anderen Zeugen der nuklearen Katastrophe auch den Milchbauern Herrn Hasegawa. Während seines bedrückenden Berichtes schweiften meine Gedanken immer wieder ab zu meinem langjährigen Nachbarn von der Bäuerlichen Notgemeinschaft. Erst anhand der persönlichen Schicksale wurde mir richtig klar, dass hier in Japan real eingetreten war, wogegen wir im Wendland und anderswo Jahrzehnte gekämpft hatten. „Wir können unseren Boden nicht einrollen und mitnehmen“ sagten unsere Bauern. Denn sehen konnte man die fatalen Folgen nicht, nur die Verwüstungen des Tsunamis und die absurden Reste der hilflos anmutenden Aufräumarbeiten und „Dekontaminierungen“.Der Gemüsegärtner Herr Kanno schilderte, was es hieß, nie wieder auf seine geliebten Äcker zu dürfen, Frau Sugano rang schwer um ihre Fassung, als sie erzählen musste, dass sie aus Unkenntnis ihre Kinder noch lange im Garten spielen ließ, dessen Boden sich bei einer Untersuchung als Atommüll herausstellte, und Herr Idogawa, adeliger Bürgermeister der evakuierten Stadt Futaba, berichtete von der restlosen Zerstörung seines uralten Gemeinwesens, dem die Atomindustrie haltlose Versprechungen von Sicherheit gemacht hatte. Es ist kulturell begründet, dass alle diese Zeugen nur sachlich und distanziert berichten. Erst als das Ehepaar Okawara, dass früher einen Bioladen und nun eine unabhängige Messstation für Kindernahrung betrieb, ihre Erlebnisse in einem Puppenspiel darstellte, dessen Handpuppen ihren Gefühlen Ausdruck verleihen durften, brach es aus uns heraus. Und erst später mischte sich unter die Trauer und das Entsetzen über die Dimension der Katastrophe auch die Wut.

Die letzte Nacht in Japan durfte ich in Gesprächen mit dem in Japan lebenden Journalisten und Filmemacher Pio d’Emilia verbringen, einem Freund und Vertrauten des damaligen Premierministers Naoto Kan und er berichtete, wie dieser von einem politisch-industriellen Komplex abserviert wurde, nachdem er unter den Eindrücken der Fukushima-Katastrophe zum vehementen Atomkraftgegner geworden war.

Zwei Jahre später kam Naoto Kan auf Einladung des internationalen Literaturfestivals „Lesen ohne Atomstrom – die erneuerbaren Lesetage“ nach Hamburg und machte deutlich, dass es ihm ernst ist mit der Forderung nach dem Atomausstieg. Seine Worte sollten in der internationalen Politik einiges Gewicht haben, denn er war der Premier eines Landes, das seinen Energiebedarf ursprünglich zu einem Drittel aus Atomstrom deckte und schlagartig gezwungen war, diesen Anteil auf Null zu senken. Obwohl dies aber möglich war, will eine andere Regierung in Japan nun auf dem Weg zur Klimaneutralität nicht nur an der Atomkraft festhalten, sondern sogar eine Plutonium-Wiederaufarbeitungsanlage in Betrieb nehmen, deren Start schon 24 Mal verschoben wurde und die jährlich zehnmal mehr Tritium ins Meer einleiten wird, als in Fukushimas 1000 Wassertanks lagert. Der wahre Hintergrund ist jedoch der Versuch, den in Japan lagernden Stoff für 6000 Atombomben im Brennstoffkreislauf zu halten. Denn in Japan gibt es weder ein Zwischenlager, noch kann es in dem Erdbeben-geschüttelten Land ein Endlager geben...

Radioaktivität kennt keine Grenzen. Unser Widerstand auch nicht! Eine erneuerbare Zukunft kann es nur ohne den Irrsinn der Atomindustrie geben.

Martin Donat, Vorsitzernder der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg