Mit Katzenstreu gegen Wasserzufluss im US-Endlager WIPP

Der Wasserzufluss und die Konvergenzen im Salz des US-amerikanischen Endlagers WIPP bereiten den Mitarbeitern große Sorgen. Im Februar des vergangenen Jahres hatte es dort eine Explosion gegeben. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) verfolgt die Vorgänge in Carlsbad im Bundesstaat New Mexiko mit großer Aufmerksamkeit, denn mit Morsleben, der Asse II und Gorleben wurde und wird auch hierzulande auf Salz als bevorzugtes Endlagermedium gesetzt. Nun berichtet der Deutschlandfunk, Mitarbeiter des US-amerikanischen Energieministeriums hätten die Ursache für den Störfall gefunden.

In einem der Fässer mit radioaktiven Abfällen waren Chemikalien zusammen gekommen, die miteinander reagierten. Dabei erwärmte sich der Inhalt des Fasses stark, so dass sich darin ein hoher Druck aufbaute, der den Behälter schließlich bersten ließ. Die Arbeiter in der Anlage hatten offenbar die Marke des Katzenstreus gewechselt, die sie in die Fässer füllten, um Feuchtigkeit zu binden. Vor dem Zwischenfall hatten sie ein Tonmineral-Substrat genutzt. Das Katzenstreu in dem Unglücksfass jedoch bestand aus organischem Material auf Pflanzenbasis. Das reagierte mit Stickstoff-Verbindungen, die sich ebenfalls im Behälter befanden.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke:

“Wer den Film Edgar Hagens – die Reise zum sichersten Ort der Erde – gesehen hat, der gerade in bundesdeutschen Kinos gezeigt wird, wird auch vor Augen haben, wie in Carlsbad die Zustimmung zum Endlager im wahrsten Sinne des Wortes erkauft wurde. Wir wollen kein Katzenklo in Gorleben, um Behälter vor der Feuchtigkeit zu schützen, denn das wäre angesichts des Wasserkontakts des Salzstocks absehbar. Klüger wäre, Gorleben landete endlich auf dem Misthaufen der Nukleargeschichte.”

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, Tel. 0170 510 56 06

Hintergrund zur Waste Isolation Pilot Plant (WIPP):

Die Atomanlage dient der Entsorgung von Abfällen mit hohem Gehalt an Alphastrahlern (sogenannte “Transuranabfälle”). Mit dem Bau wurde 1980 begonnen. Im März 1999 wurde die Waste Isolation Pilot Plant (WIPP) in Betrieb genommen. Am 14. Februar 2014 wurden in den Kavernen erhöhte Radioaktivitätswerte gemessen, als keine Personen im Untergrund tätig waren. Die Einlagerung wurde gestoppt. Bei 13 Menschen der Atomanlage wurde nachgewiesen, dass sie Americium oder Plutonium in sehr geringen Mengen eingeatmet haben, medizinische Maßnahmen wurden nicht für erforderlich gehalten. Und jetzt das …

weiterlesen:

  • Fachgruppe Radioaktivität: Radioaktiver Unfall im Endlager der USA
    6. März 2014 – Am 14.02.2014 ereignete sich im atomaren Endlager der USA, WIPP, ein ernsthafter Unfall, der auch in Deutschland Beachtung finden sollte. WIPP (Waste Isolation Pilot Plant) ist ein atomares Endlager in der Wüste im Süden des US-amerikanischen Bundesstaates New Mexico, 42 km von Carlsbad (ca. 25 000 Einwohner) entfernt . Dort werden seit 1999 atomare Abfälle, insbesondere sog. Transurane in ca. 650m Tiefe in einem ehemaligen Salzbergwerk in den Abbaukammern eingelagert.

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Neue Klamotten!
Wir waren beim COP23!

Don't nuke the climate!

NDR zu 40 Jahre
Martin Donat im Interview, Beitrag zu 40 Jahre Gorleben:
Abschalten!
Atomtransporte…

...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kommission am Ende