Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Polizei zeigt völlig überzogene Härte

BI Umweltschutz revidiert ihr ausgewogenes Urteil zum Polizeieinsatz
Der Castor-Transport ist auf der letzten Etappe auf der Straße nach Gorleben unterwegs. Der überharte Einsatz der Polizei bei der Räumung der gewaltfreien Sitzblockade in Gorleben und das Verhalten der Polizei in Laase kennzeichnen die letzten Stunden des Atommülltransports.
Wie schon zu Beginn am Mittwoch letzter Woche bei der Räumung der Bundesstraße 216 bei Metzingen wird auch hier die Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt, wirft die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) der Polizeiführung vor. Zunächst ritten Polizisten am Nachmittag gegen 18 Uhr mitten durch die Menge einer von der BI angemeldeten Mahnwache in Laase, wahllos wurden Leute herausgegriffen, das gleiche Bild gab es anschließend gegen 18.30 Uhr auch noch am „Musenpalast“, wo ein Dauerkulturprogramm läuft. Es gab zahlreiche Verletzte, die seelische Hilfe, Decken und Wärmendes brauchten.
„Wir haben uns bemüht, ein differenziertes Bild zu zeichnen, wenn wir nach der Bewertung des Polizeieinsatzes gefragt wurden, müssen dieses aber abschließend deutlich revidieren“, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. „Auf der letzten Etappe zeigt die Polizei eine unglaubliche Härte, so als gäbe es eine offene Rechnung mit Demonstranten wegen der
langen Transportzeit.“

Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06

Hier dokumentieren wir die Stellungnahme von X-tausendmal quer zum völlig überzogenen Polizeieinsatz:
„Die Polizei hat versucht, mit Gewalt unseren Willen zu brechen, sich dem Castor gewaltfrei in den Weg zu setzen. Anders als Polizeichef Friedrich Niehörster ankündigte, stand für die Polizei nicht die Gesundheit der Menschen im Vordergrund, sondern ein schnelles Freiräumen. Die 1.800 Blockierer blieben jederzeit besonnen und gewaltfrei.

Nach 26,5 Stunden begann die Polizei um 16 Uhr mit der Räumung. Von der Gorleben-Seite aus räumte die niedersächsische Polizei von Anfang an überzogen und völlig unverhältnismäßig. Nur wenige Blockierer wurden
getragen, den meisten wurden Schmerzen zugefügt, damit sie selbst von der Straße gehen: Griffe in die Augen, Verdrehen von Handgelenk, Nase, Arm oder Fingern. Bundespolizisten warfen Aktivisten über einen 1,20 Meter hohen Zaun. Mehrere Verletzte wurden den Sanitätern übergeben mit Verdacht auf Rippen-, Arm- und Nasenbrüche, Es wurden mindestens 60 Quetschungen und Prellungen gezählt.

(Stand 17:30 Uhr: Notarzt weist fünf Personen ins Krankenhaus ein. Polizei lässt Krankenwagen nicht durch.)

Offenbar hatte die Polizei Anweisung, möglichst schnell die Straße freizubekommen, ohne Rücksicht auf die körperliche Unversehrtheit der Aktivisten. Wir haben uns dem Castor-Transport in den Weg gesetzt, um zu verhindern, dass unrechtmäßig Atommüll eingelagert wird. Der Streit um die Atomenergie ist nicht polizeilich zu lösen. Der Konflikt braucht eine politische Lösung, die nur ein echter Ausstieg aus der Atomenergie sein kann. Der starke Widerstand in diesen Tagen hat bewiesen, dass der Konflikt nicht gelöst ist. Wir fordern, alle Atomkraftwerke abzuschalten und das marode Atommüll-Lager Gorleben endlich aufzugeben.“

An der Sitzblockade nahmen mehr als 1.800 Menschen teil. Sie hatte Sonntag gegen 13.30 Uhr begonnen. Alle waren dem gewaltfreien Aktionskonsens von X-tausendmal quer verpflichtet und haben sich entsprechend verhalten.“

Niehörster sagte heute auf der Pressekonferenz laut Medienberichten:
Bei der Auflösung der Blockaden stehe immer die Gesundheit der Menschen im Vordergrund. Die Sicherheit und nicht die Zeit sei der entscheidende Faktor des Einsatzes, auch wenn die Kosten bei einer Verlängerung des Einsatzes stetig steigen.
Quelle: http://www.n24.de/news/newsitem_7453447.html

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Pressesprecher
Wolfgang Ehmke
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