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40 Jahre Harrisburg

Heute vor 40 Jahren schrammte die USA haarscharf am Super-GAU vorbei: Der Reaktor Three Mile Island-2 war erst wenige Monate in Betrieb, als eine Reihe technischer Fehler und menschliches Versagen zu dramatischem Kühlmittelverlust und einer Wasserstoffexplosion im Reaktordruckbehälter führten. Radioaktivität wurde freigesetzt, 200.000 Menschen flohen.

Drei Jahre später gelang es erstmals, mit einer ferngesteuerten Kamera im Inneren des Reaktorbehälters zu fotografieren. Fachleute waren entsetzt: Statt Brennelemente sahen sie nur eine tiefe, schwarze Höhle. Der Reaktor kann bis heute wegen der hohen Strahlung nicht betreten werden und wartet auf seinen Abriss. Die gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung wurden nie abschließend aufgearbeitet.

Unter dem Motto „Albrecht, wir kommen“ waren Lüchow-Dannenberger*innen mit ihren Traktoren in Richtung Hannover unterwegs, als der schwere Unfall in Harrisburg öffentlich bekannt wurde. Im Schatten der Katastrophe versammelten sich in Hannover mit Ankunft des Trecks fast 100.000 Menschen zu einer Kundgebung. Es war die bis dahin größte Anti-Atom-Demonstration in Deutschland.

Für Gorleben hatte diese Protestaktion ganz konkrete Folgen. Am 16. Mai 1979 gab die niedersächsische Landesregierung überraschend bekannt, dass auf die Errichtung einer Wiederaufarbeitungsanlage in Gorleben verzichtet werden solle. „Die politischen Voraussetzungen sind zur Zeit nicht gegeben“, so die Begründung Ernst Albrechts. An den Plänen für ein Atommüll-Lager im Salzstock wurde aber festgehalten – bekanntlich bis heute.

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Jan Becker

Jan hat jahrelang die Webseite contratom.de betrieben, schreibt heute den Blog von .ausgestrahlt und betreut die Webseiten der BI und des Gorleben Archiv.