Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Proteste gegen neuen Uranmüllexport formieren sich

Am kommenden Montag (18. November) ist ein nächster Uranmülltransport aus der Urananreicherungsanlage Gronau nach Russland geplant. RWE hat den Wunsch russischer Umweltschützer nach einem Gespräch in der Firmenzentrale in Essen abgelehnt. Atomkraftgegner*innen haben nun Protest-Mahnwachen angemeldet.

Vladimir Slivyak, Ko-Vorsitzender von Ecodefense, hatte um das Treffen gebeten, um mit RWE direkt über die Einstellung der Uranmüllexporte von der Urananreicherungsanlage Gronau nach Russland zu sprechen. Dazu war RWE nicht bereit. RWE hält zusammen mit EON ein Drittel der Anteile am Urananreicherer Urenco.

„Wir sind sehr enttäuscht von RWE’s Gesprächabsage, denn das heißt, dass auch RWE für die Uranmüllexporte nach Russland keine Verantwortung übernehmen möchte. Wir wissen, dass RWE für seine Urenco-Beteiligung jedes Jahr 50 Mio. Euro erhält – das Geld bringt aber auch Verantwortung mit sich. Schon von 2007 bis 2010 war ich regelmäßig auf den Jahreshauptversammlungen von RWE, um die damaligen Uranmüllexporte von Gronau nach Russland zu kritisieren. Dass RWE, EON und Urenco so wenig aus der Geschichte gelernt haben, ist sehr bedauerlich – wir fordern die sofortige Einstellung der Uranmüllexporte. Russland ist nicht die Atommüllkippe für Nordrhein-Westfalen,“ erklärte Vladimir Slivyak, Ko-Vorsitzender von Ecodefense.

„Bis jetzt haben in Russland schon mehr als 32 000 Menschen eine Online-Petition gegen diese Urantransporte unterschrieben. Ich freue mich darauf, am Sonntag und Montag die Proteste in Gronau persönlich unterstützten zu können,“ ergänzte Rashid Alimov, Energieexperte von Greenpeace Russland.

Unterdessen bereiten sich Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände auf den nächsten Transport mit abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) von Gronau zur russischen Atomanlage Novouralsk vor, der für jetzt Montag, 18. November per Bahn und per LKW erwartet wird:

– Am jetzigen Sonntag, 17. November, findet um 13 Uhr eine russisch-deutsche Kundgebung vor der Urananreicherungsanlage in Gronau statt. Sprechen werden dort u. a. Vladimir Slivyak sowie Rashid Alimov von Greenpeace Russland.

– Am kommenden Montag, 18. November, finden dann in mehreren Städten Mahnwachen gegen die befürchtete Durchführung des nächsten Uranmülltransports statt. Bislang bekannt sind Mahnwachen in Gronau (UAA, ab 8 Uhr), Münster (Hbf, ab 10.45 Uhr), Drensteinfurt (Bhf, ab 12.30 Uhr) sowie Hamm (Hbf, ab 13.30 Uhr). Auch für Enschede ist eine Mahnwache angekündigt.

Herr Alimov wird sich in Gronau an den Protesten beteiligen, Herr Slivyak in Münster.

„Wir treten gemeinsam mit unseren russischen Partnerorganisationen entschlossen für ein Ende der Uranmüllexporte ein. Die Proteste weiten sich aus und wir freuen uns sehr über die russische Beteiligung. Es wird immer deutlicher, dass Urenco und ihre deutschen Anteilseigner RWE und EON vor allem den hohen Kosten für eine sichere Atommüllentsorgung in Deutschland ausweichen wollen. Wer so verantwortungslos handelt, sollte keine Atomanlage betreiben dürfen – wir fordern deshalb von der Bundes- und Landesregierung die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau,“ so Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Infos zu den Transportrouten für das Gronauer Uran

Nach bisherigen Informationen wird es ab Montag wieder einen gesplitteten Urantransport per Bahn (600 t UF6) und per LKW (weitere 300 t UF6) geben:

1. Per LKW fährt der Uranmüll von Gronau über Enschede, Hengelo und Almelo auf der Autobahn zum Hafen von Amsterdam.

2. Per Bahn geht es zunächst von Gronau über Steinfurt nach Münster zum Güterbahnhof in Hamm, wo ein mehrstündiges Rangieren zu erwarten ist.
Von dort gibt es zwei mögliche Routen zur Weiterfahrt:
Nordroute: Hamm-Lünen-Waltrop-Recklinghausen-GE Buer-Gladbeck-Bottrop-Oberhausen-Weseln-Arnheim-Utrecht-Amsterdam
Südroute: Hamm-Unna-Hagen-Wuppertal-Düsseldorf-Mönchengladbach-Venlo-Eindhoven-Breda-Rotterdam-Amsterdam

Kontakt:

Vladimir Slivyak, Ecodefense, Tel. +7-903-2997584
Rashid Alimov, Greenpeace Russland, Tel. +7-962-6956641
Peter Bastian, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Tel. 0157-86269233
Dr. Angelika Claussen, IPPNW, Tel. 0172-5882786
Udo Buchholz, AKU Gronau/BBU, Tel. 02562-23125
Matthias Eickhoff, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Tel. 0176-64699023

Weitere Infos: www.bbu-online.de, www.sofa-ms.de, www.urantransport.de, www.ippnw.de,
https://www.facebook.com/AKU.Schuettorf

Gemeinsame Presseerklärung von:

  • Ecodefense, Russland
  • Greenpeace Russland
  • Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
  • Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
  • Arbeitskreis Umwelt (AKU) Schüttorf
  • SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
  • Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm
  • Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
  • Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
  • IPPNW – Internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung

Foto: aaawest

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KONTAKT

Pressesprecher
Wolfgang Ehmke
Tel. 0170 510 56 06

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