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Japans Ex-Premier besorgt über Fukushima-Beben

„Die Stellungnahme ‚Alles unter Kontrolle‘ halte ich für komplett falsch“, sagt Japans früherer Premier Naoto Kan am Sonntag exklusiv bei ‚Lesen ohne Atomstrom‘ zu den aktuellen Ereignissen: dem Beben im Meer vor Fukushima.

Nach Einschätzung Kans – Regierungschef beim Fukushima-GAU 2011 – gibt es „offenbar keine neuen Schäden an der Reaktorruine“. Aber, so der Ex-Premier bei ‚Lesen ohne Atomstrom‘ live aus Tokio: „Das Erdbeben hat mich in große Sorge versetzt. (…) Viel verstrahltes Wasser wird ins Meer geleitet und gelangt auch in die Umgebung.“ Im Gespräch mit Wieland Wagner, langjähriger Japan-Korrespondent des Magazins ‚Der Spiegel‘, sagte Kan weiter: „Die Situation in Fukushima ist verheerender als in Tschernobyl. Wir können nicht einmal optimistisch sein, dass in einigen Jahrzehnten alles unter Kontrolle sein wird.“

Bei der ‚Lesen ohne Atomstrom‘-Matinee kamen auch Zeitzeugen zu Wort: Die tief berührende Schilderung des Fukushima-Landwirts Kenichi Hasegawa über die Vernichtung seiner Existenz durch den GAU bewegte in der Hamburger Veranstaltung Staatsmann Kan: „Unsere Regierung hat damals viel zu spät reagiert – und das hat solche Katastrophen wie bei Herrn Hasegawa verursacht. Es tut mir sehr leid!“ Kan verdeutlichte vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse nochmals die Dramatik vor zehn Jahren: „Es ging um die Frage, ob Japan weiter als Land existieren kann.“

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Andreas Conradt

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