Neue Gorleben Rundschau: Atommüllwelle

Erneut widmet sich die Gorleben Rundschau dem Thema Zwischenlagerung. Die Zwischenlagergenehmigungen sind auf 40 Jahre befristet. Für Gorleben und Ahaus laufen sie 2034 und 2036 aus. Dennoch kommt zunächst auf das baugleiche Lager in Ahaus eine regelrechte Atommüllwelle zu, umreißt in einem Beitrag der Sprecher der BI „Kein Atommüll in Ahaus“ Felix Ruwe.

Selbst wenn der Einlagerungsbetrieb in ein Endlager für hochradioaktive Abfälle 2050 beginnen würde, was niemand für realistisch hält, zöge sich die Einlagerung von ca. 1.900 Castorbehältern mindestens 30 Jahre hin. Der Präsident des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), Wolfram König, sagte bei der Vorstellung der Broschüre „Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle – Sicherheit bis zur Endlagerung“ laut Presseberichten, die einstige Begrenzung der Genehmigungen für die zwölf dezentralen Zwischenlager auf nur 40 Jahre habe keine Sicherheitsgründe gehabt, sondern sei ein politisches Signal gewesen (Handelsblatt, 12.04.2018). Das heißt, die Standortgemeinden sollten versichert seien, dass die Zwischenlagerung überschaubar befristet sei.

Für diese Haltung erntet das BFE heftigen Widerspruch. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke interviewte zu diesen Aussagen den Nuklearexperten Michael Sailer vom Öko-Institut, der nicht nur den Vorsitz der Entsorgungskommission des Bundes innehat, sondern maßgeblich in der Endlagerkommission mitgearbeitet hat. Auf die Frage, warum ihn diese Aussage Wolfram Königs verärgere, sagt Sailer in der Gorleben Rundschau IX-X/ 2018:

„Technisch ist klar, dass sich Dinge im Lauf der Zeit verschlechtern, die einzige Frage ist, wie schnell. Deshalb bleiben die Brennelemente in den Lagerbehältern nicht beliebig lang stabil, die Dichtungen und die Dichtheitsüberwachung altern zwangsläufig. Es ist in all den Genehmigungsverfahren nur geprüft worden, ob alles voraussichtlich 40 Jahre hält. Eine technisch saubere Prüfung für Zeiten über die 40 Jahre hinaus ist nicht erfolgt. Das wissen alle, die an der Prüfung beteiligt waren. Auch die Reaktorsicherheitskommission, in der ich damals war, hat ihre finale Stellungnahme nur für 40 Jahre abgegeben. Wer sagt, die Lager seien länger sicher, kann sich auf keine ernsthafte Sicherheitsprüfung stützen, die dies belegen würde.“

Ganz mutig schaut Dieter Schaarschmidt in die Zukunft, was wird, wenn das Salzbergwerk in Gorleben tatsächlich als Atommülldeponie aufgegeben wird? Er skizziert seine Vision eines unteridischen Wellness-Bades und hat sich umgesehen: Bad Gorleben wäre nicht die einzige touristisch genutzte Atom-Ruine.

  • Die Gorleben Rundschau liegt in vielen Läden aus und kann kostenlos im Lüchower BI-Büro bestellt oder abgeholt werden.
  • Gorleben Rundschau als pdf

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

 

Ahauser Erklärung

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Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden. So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!
Neun Experten nehmen Stellung.
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