Neuigkeiten aus dem Hambacher Forst
Mit allen Mitteln wird wieder versucht, Tatsachen zu schaffen, die am Ende mehr Schaden als Nutzen bringen: Es geht darum, dass RWE ein weiteres Stück wertvollen Waldes abbaggern will, damit die Tagebauböschungen stabilisiert werden können. Anstatt hier nach anderen Lösungen zu suchen, wird wieder auf Abbaggerung gesetzt, aber lest/lesen Sie bitte selbst. Die Gorleben Geschichte ist und bleibt , gerade in solchen bedrängenden Situationen , eine Ermutigung, dass sich der lange und phantasievolle Protest lohnt. (mehr …)
Behältersicherheit im Zwischenlager Gorleben – BI: „Die Zeit läuft davon“
Zwölf Behälter des Typs TN 85 verlieren bereits zum 06.03.2025 ihre verkehrsrechtliche Genehmigung, im Laufe des Jahres kommen die CASTOR-Behälter Ic und V/19 hinzu. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) hatte sich deshalb u.a. an die Genehmigungsbehörde, das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) gewandt.
„Deren Antwort war nicht zufriedenstellend, wir haben das BASE erneut angeschrieben, denn mit dem Blick auf den Kalender heißt es, die Zeit läuft davon!“, erklärt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. (mehr …)
„Tschüss X“- BI verlässt die Plattform
In den letzten Tagen haben viele wissenschaftliche Institutionen in Deutschland und Österreich beschlossen, die Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) zu verlassen. Seit der Übernahme durch Elon Musk im Jahr 2022 haben bedeutende algorithmische Änderungen zur Verstärkung rechtspopulistischer Inhalte geführt, die viele Institutionen als unvereinbar mit ihren Werten von wissenschaftlicher Integrität und demokratischer Diskurse betrachten. (mehr …)
Vor 40 Jahren: Das Wendland im Film: STOERBILDER
Mit dem Motto “Das Lokale in die Lokale” versuchte vor genau 40 Jahren Jürgen Biermann mit einigen wenigen “Video-ten” aus dem Anti- AKW-Milieu den bescheidenen Versuch, eine regionale “Gegenöffentlichkeit” zu etablieren. Sie nannten ihr Video-Magazin STOERBILDER.
Jürgen Biermann hatte die Möglichkeit mit einer der ersten brauchbaren Video-Handkameras für den Privatgebrauch als Zeitzeuge vielfältige Ereignisse in der Region aufzuzeichnen. In dem damaligen Konzeptionspapier beschrieb Jürgen Biermann das “Stoerbilder”- Projekt als Idee des “Nahsehens”, “als Ergänzung lokaler/ regionaler Öffentlichkeit, die im Wesentlichen durch die “Elbe-Jeetzel-Zeitung" - bestimmt sei. Hierbei wurde eine Doppelstrategie verfolgt: einerseits kritischer Mut- und Muntermacher für die verschiedenen regionalen Widerstandsgruppen, andererseits Büchsenöffner für die “schweigende Mehrheit” im Landkreis, die vor der Flut gedruckter Anti- AKW- Informationen und Appelle die Augen verschloss. (mehr …)
Gorleben-Rückbau beginnt – 2 Mrd. Euro ins Salz gesetzt
Nach Monaten der Ungewissheit ist nun klar: Am 29. November beginnt der Rückbau des Erkundungsbergwerks Gorleben, das rund ein Kilometer entfernt, im Wald aufgehaldete Salz – rd. 400.000 Kubikmeter - wird zur Verfüllung von Strecken, Hohlräumen und am Ende der Schächte sukzessive wieder unter Tage verbracht.
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) hatte massiv darauf gedrungen, dass der Rückbau noch vor den Bundestagswahlen begonnen wird, um zu verhindern, dass noch einmal um Gorleben gepokert werden könnte. (mehr …)
Bestandsaufnahme Atommüll – wir wollen’s wissen, ihr auch?
Wir wollen wissen, wo Atommüll produziert worden ist oder produziert wird, wo er lagert, wohin er transportiert worden ist und welche Probleme es an den einzelnen Standorten gibt. Das unterscheidet uns von den eigentlich Verantwortlichen in Bund und Ländern, die am liebsten so lange wegschauen, bis sich das gar nicht mehr vermeiden lässt.
Deshalb hat der Atommüllreport das Werk „Atommüll – Eine Bestandsaufnahme für die Bundesrepublik Deutschland“ von 2013 aktualisiert und völlig überarbeitet. Am 28. Oktober wurde der Report presseöffentlich vorgestellt. (mehr …)
Mauerbau in Gorleben – „Schönfärberei statt Schutz“
Mit 12 Jahren Verspätung begann die Errichtung einer zehn Meter hohen Mauer rund um das Zwischenlager in Gorleben - als Schutz gegen „Bedrohungslagen im Nahbereich“.
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Uns reicht’s!
Rechtsruck entgegentreten – für ein vielfältiges Wendland! Nach den Veröffentlichungen der „Remigrationspläne“ der Rechten in Deutschland riefen wir gemeinsam mit vielen anderen Organisationen zu einer Demonstration am Samstag (27. Januar 2024) in Dannenberg auf. Mehr als 1500 Menschen kamen.
Die Rede von Martin Donat, Vorsitzenden der BI zum Nachlesen
50 Jahre Atom-Widerstand im Wendland
Ende 1973. Im Wendland wurde bekannt, dass bei Langendorf an der Elbe ein Atomkraftwerk gebaut werden sollte. Auf einer öffentlichen Sitzung des Samtgemeinderats Dannenberg Mitte Dezember 1973 wird das Thema nur verschämt aufgerufen, als Änderung des Flächennutzungsplans zugunsten eines „Kraftwerks“.
Die Preußen Elektra hatte bereits begonnen, Land aufzukaufen, Kommunalpolitiker aus Dannenberg hatten sich ins AKW Würgassen einladen lassen und waren es Lobes voll, und die Landesregierung unter dem SPD-Ministerpräsidenten Alfred Kubel unterstützte den Pro-Atom-Kurs. (mehr …)
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PRESSEMITTEILUNGEN
Verlängerte Zwischenlagerung in Gorleben – „BGZ hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht“
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hat jetzt eine Reihe von Fragen an die Gorleben-Betreiberin, die BGZ, adressiert, die sich aus der Umweltverträglichkeitsprüfung zur geplanten verlängerten Zwischenlagerung hoch radioaktiver Abfälle ergeben. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) hatte ihre Stellungnahme zum BGZ-Vorhaben schriftlich und auch mündlich auf dem sogenannten Scoping-Termin in Salzgitter vorgetragen.…
Zeitzeug:innengespräch: „Mit allen Mitteln – Erinnerungen an die Waldbrandkatastrophe Gorleben 1975.“
Gute 50 Jahre her und dennoch brandaktuell – der Waldbrand rund um Gorleben 1975. Bisher einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, was die vernichtete Fläche innerhalb eines Tages betrifft (über 2.000 Hektar Wald und landwirtschaftliche Flächen) – und prägend für die Entwicklung Lüchow-Dannenbergs ab Mitte der 1970er Jahre. Die Neu-Entstehung der Nemitzer Heide auf…
Gorleben – Ort eines nuklearen kulturellen Erbes
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) ist für den langfristigen Erhalt von Informationen und Wissen über die Risiken der Atomkraftnutzung zuständig. Dabei spielt die Langzeitdokumentation, also der Wissenstransfer über die unterirdische Lagerung des Atommülls, eine wichtige Rolle. Hinweise auf Orte, die als potentielles nukleares Erbe in Frage kommen, gab bereits eine „Kick-off“-Tagung…
TERMINE & AKTIONEN
| So. 15.02.2026 13 Uhr | Gorleben, Treffpunkt: Atomanlagen Undine von Blottnitz Hütte gegenüber dem Belugaschiff | Sonntagsspaziergang rund um das Gelände des ehemaligen Endlagerbergwerks, findet seit dem 25.10.2009 jeden Sonntag ohne Unterbrechung statt, solange bis das Bergwerk wieder verfüllt ist |
| So. 15.02.2026 14 Uhr | Gorleben, Treffpunkt: Atomanlagen an den Kreuzen Mastenweg | Gorlebener Gebet - jeden Sonntag um 14.00 Uhr versammeln sich Menschen im Wald von Gorleben unter Kreuzen zu einer etwa halbstündigen Andacht. Motto: "Bleibet hier – wachet und betet." |
| Do. 19.02.2026 16.00 - 17.30 Uhr | Lüchow, K. (Punkt) Kulturladen Langestr.49 | "Das Wunder von Gorleben" - Präsentation der Neuauflage des Essaybandes von Wolfgang Ehmke |
| So. 22.02.2026 13 Uhr | Gorleben, Atomanlagen | Sonntagsspazierung am 49. Jahrestag der Standortbenennung Gorlebens Der Sonntagsspaziergang rund um das Gelände des ehemaligen Endlagerbergwerks, findet seit dem 25.10.2009 jeden Sonntag ohne Unterbrechung statt, solange bis das Bergwerk wieder verfüllt ist |
GORLEBEN RUNDSCHAU
Mein Kollege erzählte heute, dass sein Sohn einen Adventskalender gemacht hatte und er darin morgens den Satz von Antoine de Saint-Exupery fand, der ihn sehr bewegte: „Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“ Dem ließe sich mit Mahatma Gandi noch hinzufügen: „Die Zukunft basiert auf dem, was wir heute tun.“
Selten schauten Heranwachsende pessimistischer in diese Zukunft, als die jetzigen Generationen Z und Alpha, die in der Corona-Krise in die soziale Isolation gezwungen waren und sich ihre Antworten auf die überkomplexen Probleme dieser Welt oft mühsam und unkommentiert im digitalen Raum zusammenklauben müssen. Während man doch annehmen möchte, dass Klimakatastrophe und Rechtsruck die bedrohlichsten Themen dieser Generationen sein dürften, ist es ausgerechnet die rechtsradikale AfD, der es laut Umfragen angeblich gelingt, mit ihren simplen Antworten und kurzen Wutbürger-Clips die Sorgen eines Teils der jungen Generation abzuholen. Während sich in Gießen achtzig Jahre nach den Trümmern und unfassbaren Verbrechen der faschistischen Diktatur wieder eine völkisch-nationale Jugendorganisation in Deutschland gründet, sind es ausgerechnet die beherzten Gegendemonstrantinnen, die öffentlich kriminalisiert werden.
In einer Zeit, zerrieben zwischen totalitären Autokraten, stellt sich einmal mehr die Frage: Wie geht eigentlich gute Demokratie? Im Demokratieindex 2024 schafft es Deutschland immerhin noch in das Mittelfeld „vollständiger Demokratien“. Die älteste durchgehend existierende Demokratie ist hier als Präsidialsystem nachvollziehbar zur „unvollständigen Demokratie“ herabgesunken. Neben der unbestrittenen Legitimation von Parlamenten und der parlamentarischen Legitimation von Entscheidungen existiert aber immer dann noch eine Lücke, wenn Menschen temporär oder regional als „marginalisierte“ Minderheiten von Entscheidungen betroffen sind, an denen sie selbst nicht mitwirken konnten oder in denen ihre Belange von einer nicht betroffenen Mehrheit überstimmt wurden. Zwar greifen hier in vielen Fällen die Grundrechte und allgemeinen Menschenrechte, aber bei planerischen Entscheidungen müssen Betroffenen auch Beteiligungs- und Klagerechte geboten werden, wenn ein demokratischer Staat seine Entscheidungen nicht letztlich totalitär gegen die Bevölkerung durchsetzen möchte. Es geht dabei nicht allein um die Legitimation, sondern vor allen um die Qualität von Entscheidungen.
Während rechte Influencer auf die diversen Probleme dieser Welt in neuen Medien nur mit kruden Thesen und schlichten Antworten aufwarten können und sich interessengeleitete Konzerne und Protagonisten schamlos dieses linearen Denkens bemächtigen, braucht es in einer bunten, artenreichen, vielfältigen, interessanten und vernetzten Realität viel weitreichendere Fähigkeiten, um lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Dafür sind nicht nur die Konsultation und Beteiligung, sondern auch die Bereitschaft und aktive Mitwirkung einer informierten und gestärkten Zivilgesellschaft unverzichtbar.
Aktuell fordern wir, diese Beteiligung angesichts der epochalen Aufgabe, oberirdische Atommülllager für ein weiteres Jahrhundert verlässlich zu sichern und diese Maßnahmen für Anwohnende glaubwürdig zu machen.
Martin Donat,
Vorsitzender der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.