Gorleben-Rückbau beginnt – 2 Mrd. Euro ins Salz gesetzt
Nach Monaten der Ungewissheit ist nun klar: Am 29. November beginnt der Rückbau des Erkundungsbergwerks Gorleben, das rund ein Kilometer entfernt, im Wald aufgehaldete Salz – rd. 400.000 Kubikmeter - wird zur Verfüllung von Strecken, Hohlräumen und am Ende der Schächte sukzessive wieder unter Tage verbracht.
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) hatte massiv darauf gedrungen, dass der Rückbau noch vor den Bundestagswahlen begonnen wird, um zu verhindern, dass noch einmal um Gorleben gepokert werden könnte. (mehr …)
Bestandsaufnahme Atommüll – wir wollen’s wissen, ihr auch?
Wir wollen wissen, wo Atommüll produziert worden ist oder produziert wird, wo er lagert, wohin er transportiert worden ist und welche Probleme es an den einzelnen Standorten gibt. Das unterscheidet uns von den eigentlich Verantwortlichen in Bund und Ländern, die am liebsten so lange wegschauen, bis sich das gar nicht mehr vermeiden lässt.
Deshalb hat der Atommüllreport das Werk „Atommüll – Eine Bestandsaufnahme für die Bundesrepublik Deutschland“ von 2013 aktualisiert und völlig überarbeitet. Am 28. Oktober wurde der Report presseöffentlich vorgestellt. (mehr …)
Mauerbau in Gorleben – „Schönfärberei statt Schutz“
Mit 12 Jahren Verspätung begann die Errichtung einer zehn Meter hohen Mauer rund um das Zwischenlager in Gorleben - als Schutz gegen „Bedrohungslagen im Nahbereich“.
(mehr …)
Uns reicht’s!
Rechtsruck entgegentreten – für ein vielfältiges Wendland! Nach den Veröffentlichungen der „Remigrationspläne“ der Rechten in Deutschland riefen wir gemeinsam mit vielen anderen Organisationen zu einer Demonstration am Samstag (27. Januar 2024) in Dannenberg auf. Mehr als 1500 Menschen kamen.
Die Rede von Martin Donat, Vorsitzenden der BI zum Nachlesen
50 Jahre Atom-Widerstand im Wendland
Ende 1973. Im Wendland wurde bekannt, dass bei Langendorf an der Elbe ein Atomkraftwerk gebaut werden sollte. Auf einer öffentlichen Sitzung des Samtgemeinderats Dannenberg Mitte Dezember 1973 wird das Thema nur verschämt aufgerufen, als Änderung des Flächennutzungsplans zugunsten eines „Kraftwerks“.
Die Preußen Elektra hatte bereits begonnen, Land aufzukaufen, Kommunalpolitiker aus Dannenberg hatten sich ins AKW Würgassen einladen lassen und waren es Lobes voll, und die Landesregierung unter dem SPD-Ministerpräsidenten Alfred Kubel unterstützte den Pro-Atom-Kurs. (mehr …)
Es gibt sie noch!
Atommüll-Transporte in das Zwischenlager Gorleben, hier aufgenommen am 11.10. um 14.45 Uhr zwischen Grippel und Gorleben. Hier handelt es sich vermutlich um einen Container mit schwach- und mittelaktivenm Abfällen.
Jeetze(l)talbahn – eine Perspektive für Altmark und Wendland!
Der Förderverein Jeetze(l)talbahn e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die Bahnstrecke von Lüneburg über Dannenberg, Lüchow, Salzwedel, Klötze und Oebisfelde nach Wolfsburg zu (re-)aktivieren. (mehr …)
Neuer Vorstand ist gewählt
Auf der Mitgliederversammlung der BI Umweltschutz wurde am 8. Oktober auch ein neuer Vorstand gewählt. Vorsitzender bleibt Martin Donat, seine Stellvertreterin ist Elisabeth Hafner-Reckers. Wolfgang Ehmke bleibt Pressesprecher. Neu im Vorstand und künftig für die Kassenführung zuständig ist Roland Kruse-Kraft. Den Beirat bilden Klaus Longmuss und Jutta von dem Bussche.
Petition: Hochwasserschutz neu denken – Abholzung stoppen!
Das Niedersächsische Umweltministerium hat am 07.08.2023 die Abholzung von 230.000qm wertvoller Auenlandschaft im Biosphärenresrevat an der Elbe genehmigt. Eine Petition fordert nun: Hochwasserschutz neu denken - Abholzung stoppen!
Unseren Newsletter abonnieren
Auf der Suche nach Inhalten?
PRESSEMITTEILUNGEN
Zurück in die Zukunft – CSU will Atomkraft zurück
Die CSU will zurück zur Atomkraft und setzt dabei auf den Bau von kleinen Kraftwerken, den „Small Modul“-Reaktoren (SMR). In einem Positionspapier, das auf ihrer Winterklausurtagung oberbayrischen Kloster Seeon abgestimmt werden soll, heißt es: „Wir wollen den Turnaround bei der Kernforschung schaffen. Unser Land kann es sich nicht leisten, neue Technologien zu verschlafen“. Landesgruppenchef Alexander…
Atomkritisches Neujahrstreffen in Gorleben
Rund 80 Menschen kamen trotz des Schmuddelwetters an die Atomanlagen in Gorleben zum Neujahrstreffen der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Gut, dass es für solche Wetterlagen die Undine-von-Blottnitz-Hütte gibt, bei Punsch und Krapfen stieß man auf der ersten politischen Kundgebung im Jahr 2026 auf das nächste Widerstandsjahr an. „2026 will die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ)…
Neujahr an den Atomanlagen in Gorleben
Das Neujahrstreffen an den Atomanlagen in Gorleben ist inzwischen ein gesetzter Termin für den Anhang der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Am 1. Januar um 14 Uhr wird mit einem Glas Sekt oder Selters und Krapfen auf das neue Widerstandsjahr angestoßen.
TERMINE & AKTIONEN
| So. 11.01.2025 13 Uhr | Gorleben, Treffpunkt: Atomanlagen Undine von Blottnitz Hütte gegenüber dem Belugaschiff | Sonntagsspaziergang rund um das Gelände des ehemaligen Endlagerbergwerks, findet seit dem 25.10.2009 jeden Sonntag ohne Unterbrechung statt, solange bis das Bergwerk wieder verfüllt ist |
| So. 11.01.2025 14 Uhr | Gorleben, Treffpunkt: Atomanlagen an den Kreuzen Mastenweg | Gorlebener Gebet - jeden Sonntag um 14.00 Uhr versammeln sich Menschen im Wald von Gorleben unter Kreuzen zu einer etwa halbstündigen Andacht. Motto: "Bleibet hier – wachet und betet." |
| So. 07.02.2026 11 - 17 Uhr | Göttingen, Volkshochschule Bahnhofsallee 7 | 28. Atommüllkonferenz (Programm folgt) |
| Do. 19.02.2026 16.30 Uhr | Lüchow, K. Punkt Kulturladen Langestr.49 | "Das Wunder von Gorleben" - Präsentation der Neuauflage des Essaybandes, der den bald 50 Jahre währenden Gorleben-Konflikt ins Zentrum rückt |
GORLEBEN RUNDSCHAU
Mein Kollege erzählte heute, dass sein Sohn einen Adventskalender gemacht hatte und er darin morgens den Satz von Antoine de Saint-Exupery fand, der ihn sehr bewegte: „Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“ Dem ließe sich mit Mahatma Gandi noch hinzufügen: „Die Zukunft basiert auf dem, was wir heute tun.“
Selten schauten Heranwachsende pessimistischer in diese Zukunft, als die jetzigen Generationen Z und Alpha, die in der Corona-Krise in die soziale Isolation gezwungen waren und sich ihre Antworten auf die überkomplexen Probleme dieser Welt oft mühsam und unkommentiert im digitalen Raum zusammenklauben müssen. Während man doch annehmen möchte, dass Klimakatastrophe und Rechtsruck die bedrohlichsten Themen dieser Generationen sein dürften, ist es ausgerechnet die rechtsradikale AfD, der es laut Umfragen angeblich gelingt, mit ihren simplen Antworten und kurzen Wutbürger-Clips die Sorgen eines Teils der jungen Generation abzuholen. Während sich in Gießen achtzig Jahre nach den Trümmern und unfassbaren Verbrechen der faschistischen Diktatur wieder eine völkisch-nationale Jugendorganisation in Deutschland gründet, sind es ausgerechnet die beherzten Gegendemonstrantinnen, die öffentlich kriminalisiert werden.
In einer Zeit, zerrieben zwischen totalitären Autokraten, stellt sich einmal mehr die Frage: Wie geht eigentlich gute Demokratie? Im Demokratieindex 2024 schafft es Deutschland immerhin noch in das Mittelfeld „vollständiger Demokratien“. Die älteste durchgehend existierende Demokratie ist hier als Präsidialsystem nachvollziehbar zur „unvollständigen Demokratie“ herabgesunken. Neben der unbestrittenen Legitimation von Parlamenten und der parlamentarischen Legitimation von Entscheidungen existiert aber immer dann noch eine Lücke, wenn Menschen temporär oder regional als „marginalisierte“ Minderheiten von Entscheidungen betroffen sind, an denen sie selbst nicht mitwirken konnten oder in denen ihre Belange von einer nicht betroffenen Mehrheit überstimmt wurden. Zwar greifen hier in vielen Fällen die Grundrechte und allgemeinen Menschenrechte, aber bei planerischen Entscheidungen müssen Betroffenen auch Beteiligungs- und Klagerechte geboten werden, wenn ein demokratischer Staat seine Entscheidungen nicht letztlich totalitär gegen die Bevölkerung durchsetzen möchte. Es geht dabei nicht allein um die Legitimation, sondern vor allen um die Qualität von Entscheidungen.
Während rechte Influencer auf die diversen Probleme dieser Welt in neuen Medien nur mit kruden Thesen und schlichten Antworten aufwarten können und sich interessengeleitete Konzerne und Protagonisten schamlos dieses linearen Denkens bemächtigen, braucht es in einer bunten, artenreichen, vielfältigen, interessanten und vernetzten Realität viel weitreichendere Fähigkeiten, um lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Dafür sind nicht nur die Konsultation und Beteiligung, sondern auch die Bereitschaft und aktive Mitwirkung einer informierten und gestärkten Zivilgesellschaft unverzichtbar.
Aktuell fordern wir, diese Beteiligung angesichts der epochalen Aufgabe, oberirdische Atommülllager für ein weiteres Jahrhundert verlässlich zu sichern und diese Maßnahmen für Anwohnende glaubwürdig zu machen.
Martin Donat,
Vorsitzender der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.