Antiatom-Frühjahrs-Demonstration in Heilbronn

wiederstaendige Enten

Auf dem Heilbronner Kiliansplatz versammelten sich am Samstag (4. März) hunderte Menschen, um sich zu informieren, gegen die Atomgefahren zu protestieren und einen Stopp der geplanten Castortransporte auf dem Neckar zu fordern. Die TeilnehmerInnen kamen nicht nur aus der Region, sondern auch z.B. auch aus Freiburg und sogar aus Gorleben.

Kerstin Rudek von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg moderierte die Redebeiträge. Zuerst führten Anete Wellhöfer (Anti-Atom-Initiative Karlsruhe) und Olga Kappler (Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim) ein spannendes Zwiegespräch mit Informationen zu den Neckar-Castoren. Ihr Fazit lautet:

„Wir setzen bei der Kampagne Neckar castorfrei auf kreative und widerständige Proteste und rufen euch alle dazu auf, daran teilzunehmen. Unser Motto: Neckar castorfrei! Atomkraftwerke abschalten, Castoren stoppen! Wir stellen uns quer!“

Anschließen sprach Franz Wagner von der Arbeitsgemeinschaft AtomErbe Neckarwestheim darüber, wie die baden-württembergische Atomaufsicht eine großräumige Verstrahlung der Bevölkerung zulässt, um der EnBW Geld zu sparen. Und wie sie alles daran setzt, Mitsprache der BürgerInnen zu verhindern. Eine Reihe von Gefälligkeitsgenehmigungen für die EnBW zeigt die wahren Prioritäten. Wagner wies auf die schwere Erblast des Atommülls für Tausende von Generationen hin und berichtete über geplante Castortransporte anderenorts. Er fordert: „Endlich ernst machen mit Vorsorgeprinzip, Verursacherprinzip und Minimierungsprinzip! Schluss mit der Grenzwertausschöpfung! Schluss mit Geschenken für die EnBW zu unseren Lasten!“

Nach dieser Auftaktkundgebung zog die Demonstration an den Neckar-Kanal und die Schleuse Heilbronn, um den geplanten Weg der Castortransporte mitten durch die Großstadt Heilbronn zu besichtigen. Für die musikalische Begleitung sorgten die „Lokomotive Stuttgart“ und das Samba-Netzwerk „Rhythms of Resistance“.

Die Abschlusskundgebungmit 750 Menschen fand passend direkt über dem Neckar statt, und zwar auf der Erwin-Fuchs-Brücke als ganz besonderem Kundgebungsort. Und unter der Brücke gaben widerständige Enten als Symbol des Bündnisses Neckar castorfrei ein buntes Bild ab.

Jochen Stay von der bundesweiten Antiatom-Organisation .ausgestrahlt berichtete auf der Brücke von den schweren Fehlentwicklungen der bundesweiten Atompolitik. Es wies auch auf dem derzeitigen Ausfall des AKWs Philippsburg 2 wegen schwerster Konstruktionsfehler hin. Auch hier ist die Informationspolitik der Atomaufsicht ungenügend.

6 Jahre nach Beginn der Fukushima-Katastrophe und 3 Jahre vor der Olympiade in Tokio ist dort noch überhaupt nichts unter Kontrolle. Jochen Stay gab einen Ausblick auf die derzeitige Situation in Japan.

Am Ende der Ansprachen freuten sich die TeilnehmerInnen besonders über ein, wenn auch sehr ernstes, Grußwort aus Japan, welches von der japanischen Umweltaktivistin Mika Kumazaki überbracht wurde.

Herbert Würth, Jochen Stay, Franz Wagner
für das Bündnis Neckar castorfrei

Fotos: Kerstin Rudek

Camp & Festival
Internationalistisches Anti-Atom-Sommercamp und Free Flow Festival in Gedelitz am 7.-16. August 2017
Neuer Flyer
NDR zu 40 Jahre
Martin Donat im Interview, Beitrag zu 40 Jahre Gorleben:
Abschalten!
Atomtransporte…

...rollen regelmäßig durchs Wendland. Eine Stellungnahme der BI.


Gorleben-Fachexpertise

Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden.
So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!


Neun Experten nehmen Stellung.

Kommission am Ende