Endlagersuche im Fokus – Datenfülle ohne wirkliche Aussagekraft

Für die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) scheint die erste Phase der Endlagersuche gut voranzugehen. Thomas Lautsch, der technische Geschäftsführer der BGE, präsentierte auf der Tagung des Nationalen Begleitgremiums (NBG), die am 18. Juni mehr als 120 Teilnehmer*innen ins Congresszentrum Hannover lockte, eine imponierende Datenfülle: 500.000 Hinweise auf Vulkanismus, Seismik, ehemaligen Bergbau und Bohrungen etc. würden derzeit gesichtet.

Doch dieser Optimismus trügt: zum einen gibt es immer noch kein Geowissenschaftsdatengesetz, das ermöglichen soll, dass Daten von Privatfirmen, die sie bei der Suche nach Bodenschätzen gesammelt haben, ausgewertet werden können, kritisiert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Gravierend ist aber auch der Umstand, dass viele Datenblätter nicht digitalisiert sind und die Landesämter bisweilen nur angeboten haben, dass BGE-Mitarbeiter*innen diese in ihren Dienststellen auswerten könnten.

Dr. Roland Eichhorn, der Vorsitzende des Direktorenkreises Staatliche Geologische Dienste Deutschlands, der Sprecher aller Landesämter, die fast vollständig auf der NBG-Tagung vertreten waren, relativierte ein seinem Vortrag auch die Aussagekraft der vielen Daten. Es gäbe ein klares „Tiefendefizit“ und ein „Clusterphänomen“ – Daten aus eine Tiefe von über 300 Metern seien rar und sie seien hinsichtlich ihrer Qualität auch nur teilweise bei der Endlagersuche hilfreich, weil der Fokus auf die Gewinnung von Bodenschätzen gerichtet war. Cluster – es gibt Regionen, die gut erforscht sind, weil dort Bodenschätze vermutet oder abgebaut wurden und es gibt Regionen, die tatsächlich als weiße Landkarte beschrieben werden könnten, weil sie nicht erkundet seien.

Ob die BGE unter diesen Umständen in der ersten Phase, also beim Ausschluss von Regionen, bei der Betrachtung von Mindestanforderungen und der Abwägung der Kriterien bis zum Jahr 2020 „liefern“ könne, ist mehr als zweifelhaft, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Unklar blieb, wie mit den „weißen Flecken“ umgegangen wird.

Aus Sicht der Gorleben-Gegner*innen besonders spannend war der Vortrag des Geophysikers Prof. Christian Hübscher, der einen großen Forschungsbedarf hinsichtlich der eiszeitlichen Auswirkungen auf den Untergrund sieht: die Frage sei, ob eiszeitliche Auswirkungen nicht mindestens ein Abwägungskriterium bei der Wahl von Endlagerregionen sein müsse. Dr. Ulrich Kleemann, einer der Geologen der Endlagerkommission, plädierte dafür. Seinen Beitrag, wie sich die Kommission die ersten Phasen der Endlagersuche gedacht hatte, krönte er im Übrigen mit einer exemplarischen Anwendung der Ausschlusskriterien auf Gorleben – der Salzstock wäre demnach schon in der ersten Runde raus (siehe Bild 12 im Vortrag Kleemann)

Dieter Schaarschmidt war schließlich für die BI mit einem Referat über die Salzstudie aus den 90er Jahren am Start und plädierte für eine Neubewertung dieser Studie – Gorleben war seinerzeit von der Studie ausgenommen worden, ungeachtet dessen erklärte die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel, Gorleben sei „erste Wahl“ – was eine glatte, Gorleben-typische Lüge war. – Vortrag Schaarschmidt

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

Die Ergebnisse des Workshops finden Sie hier:

http://www.nationales-begleitgremium.de/

6.10. – Hambacher Forst

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