Vollgepacktes Programm 2015: Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative Umweltschutz

Auch im dritten Jahr strategisch ausgesetzter Castor-Transporte nahm die Fülle an Aufgaben und Aktionen für die Atomkraftgegner_innen im Wendland nicht ab, der lokale Fokus hat sich laut Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) lediglich verschoben.

Der neue BI-Vorstand, auf dem Bild fehlt Birgit Fuhrmann

Der neue BI-Vorstand, auf dem Bild fehlt Birgit Fuhrmann

Nach dem Bau- und Erkundungsstopp in Gorleben wird aus Sicht der BI das Endlager derzeit nämlich in Berlin weitergebaut. Mit großer Skepsis verfolgen die Atomkraftgegner_innen im Wendland, worüber die Endlagerkommission des Bundestages derzeit debattiert und nicht debattiert, während immer klarer wird, dass sich die Abfallverursacher wie E.on, RWE und Vattenfall prozessierend aus der finanziellen

Verantwortung für die Atommüllentsorgung stehlen. Überschriften wie “Gorleben ist raus” lenken demnach davon ab, dass Gorleben im Standortauswahlgesetz (StandAG) als einziger Standort gesetzt ist.

“Bei dem vorherrschenden Länderegoismus müssten dicke Bretter gebohrt werden, damit Gorleben vom Tisch kommt, das sieht man auch daran, dass immer noch nicht klar ist, wohin die 26 Castoren mit dem WAA-Müll kommen sollen”, urteilt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

Auf der Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative Umweltschutz am kommenden Sonntag ab 15 Uhr in den “Trebeler Bauernstuben” ließ der BI-Vorsitzende Martin Donat in seinem Rechenschaftsbericht das 37. Widerstandsjahr Revue passieren. Der Kassenbericht und eine Aussprache folgten, bevor es zu Neuwahlen im über 1000 Mitglieder starken Verein kam. Die  Debatte um die Kommissionsarbeit war beherrschendes Thema der MV. Darüberhinaus resümierte Wolfgang Ehmke auch das Ergebnis zweier Fachgespräche mit dem niedersächsischen Umweltministerium und dem Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) zum Thema Pilotkonditonierungsanlage (PKA). Die PKA entspricht nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik und die BI fordert Wenzel auf, die Betriebserlaubnis zurück zu ziehen. Ausnahme: Reparaturmöglichkeit für die 113 Castoren, die in Gorleben lagern.

(Ausführlich siehe http://wendland-net.de/).

Die BI-Mitglieder setzen auf Kontinuität: Wiedergewählt wurden Martin Donat als Vorsitzender, Klaus Longmuss als Kassenwart und Wolfgang Ehmke als Pressesprecher. Zum Vorstandsteam gehören auch Henrik Stern, Günter Hermeyer, Elisabeth Hafner-Reckers, Kerstin Rudek, Birgit Fuhrmann, Falko Berkemeier.

Die Arbeitsschwerpunkte – neben der Debatte um den sogenannten Neustart der Endlagersuche – verortet die BI auch in internationalen Kontakten und Konferenzen zum Thema Uranabbau oder zur Strahlenbelastung in Fukushima. Die BI unterstützt darüberhinaus eine mögliche Klage gegen EU-Subventionen zum Bau des AKW Hinkley in Großbritannien. Aber natürlich werden auch die Hausaufgaben gemacht – wie im Streit um die Veränderungssperre, die Pilot-Konditionierungsanlage oder mögliche Castor-Transporte

Für das 38. Jahr haben sich die Gorleben-Gegner_innen vieles vorgenommen. Vor der Tür steht nicht nur die große Widerstandsparty im Rahmen der Kulturellen Landpartie am 22. Mai, und das erfordert, dass die ehrenamtliche Arbeit auf viele Schultern verteilt werden muss. Mitstreiter_innen sind deshalb herzlich willkommen!

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, Tel. 0170 510 56 06

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Musterbeispiel für eine verfehlte Atommüllpolitik, jedoch als möglicher Standort bei der Endlagersuche fortgeschleppt:

Aus Gorleben kann viel gelernt werden. So, wie in Gorleben, geht es eben nicht!
Neun Experten nehmen Stellung.
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